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Jahresrückblick 2025: Dachau ringt um Sportstätten – Dachau | ABC-Z

Viele Dachauer Sportler hoffen auf neue Spielstätten, doch Anfang 2025 wurden erstmal Turnhallen-Mieten für Vereine erhöht. Auf den Neubau der Georg-Scherer-Halle freuen sich vor allem die Volleyballer, die Eishockeyspieler wollen sich selbst um eine neue Schlittschuhbahn kümmern. Und das Dachauer Hallenbad soll nach jahrelangem Baupfusch wohl 2026 eröffnet werden. Ein Rück- und Überblick.

Schon zum Jahreswechsel traf die Vereinswelt eine Nachricht wie ein Schock: Der Landkreis Dachau wolle die Gebühren für seine Turnhallen von 11,50 Euro auf 40 Euro pro Hallendrittel und Stunde erhöhen – eine Steigerung um fast 300 Prozent. Die neuen Mietverträge für die Hallennutzung ab 1. Januar sollten schnellstmöglich unterschrieben werden. Für die Stadt Dachau hätten sich dadurch Mehrkosten von fast 380 000 Euro ergeben, für die betroffenen Vereine insgesamt ein mittlerer sechsstelliger Betrag.

Die Empörung war groß. Fünf Sportvereine – ASV und TSV Dachau, Soli Dachau, TSV Eintracht Karlsfeld und TSV Indersdorf – gingen mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit und kritisierten nicht nur die Erhöhung, sondern auch die Art der Entscheidungsfindung „hinter verschlossenen Türen“ in nicht-öffentlicher Sitzung. Der Protest zeigte Wirkung. Nach intensiven Verhandlungen einigte man sich im Februar auf einen Kompromiss: Die Gebühren wurden lediglich auf 22 Euro erhöht – immer noch eine Steigerung um etwa 90 Prozent, aber deutlich weniger als ursprünglich geplant.

Während um Hallengebühren gestritten wurde, schrieben die Dachauer ASV-Volleyballer an ihrer Erfolgsgeschichte weiter. In ihrer dritten Saison in der 1. Bundesliga etablierte sich das Team als feste Größe im deutschen Spitzenvolleyball. Die weibliche U14-Jugend gewann auch 2025 wieder wie im Vorjahr die Deutsche Meisterschaft – in der heimischen Georg-Scherer-Halle. Doch genau diese Halle macht Probleme. Die Bundesliga-Volleyballer hoffen auf eine neue Spielstätte, denn die alte Georg-Scherer-Halle hat „ihr Laufzeitende erreicht“, teilt der Verein mit. Lüftung und Heizung sind veraltet, das Dach undicht, der Brandschutz ist ungenügend, eine Sanierung unmöglich.

Die ASV-Volleyball-Damen trainieren in der Sporthalle des Josef-Effner-Gymnasiums. Die Georg-Scherer-Halle hat „ihr Laufzeitende erreicht“, sagt der Verein.
Die ASV-Volleyball-Damen trainieren in der Sporthalle des Josef-Effner-Gymnasiums. Die Georg-Scherer-Halle hat „ihr Laufzeitende erreicht“, sagt der Verein. (Foto: Niels P. Jørgensen)

Damit eine neue Georg-Scherer-Halle entstehen kann, muss aber die in Dachau beliebte Kunsteisbahn weichen. Das rief unter den Dachauern Protest hervor, eine Online-Petition sammelte knapp 6700 Stimmen für den Erhalt der Kunsteisbahn. Nun will der 350 Mitglieder starke Eissportverein (ESV) selbst eine neue Schlittschuhfläche für sechs bis sieben Millionen Euro bauen. Für die neue Eisarena stellt die Stadt das Grundstück zur Verfügung.

20 000 Euro sind bei einem Crowdfunding für die neue Eisarena zusammengekommen

Der Verein teilte im Herbst auf Nachfrage mit, dass er bislang rund 20 000 Euro bei einem Crowdfunding eingenommen habe und von diesem Geld Fachplaner und Architekten bezahle. Mitte November starteten die vorbereitenden Arbeiten zum Bau des neuen Eisstadions an der Gröbenrieder Straße. Dafür wurden rund 2900 Quadratmeter Stadtwald gerodet – dies ist laut der Stadt nötig, um das Baufeld für die geplante Sportanlage zu bereiten. Die Fläche sei von der Stadt und der Unteren Naturschutzbehörde noch einmal gemeinsam begangen worden, um zu prüfen, ob geschützte Arten betroffen sind. Eine Ausgleichsfläche sei bereits im Frühjahr an der Amper geschaffen worden. Bis zur Saison 2026/2027 rechnet der ESV damit, die städtische Kunsteisbahn noch nutzen zu können.

An der neuen Georg-Scherer-Halle will sich der weitaus mitgliederstärkere ASV mit 500 000 Euro beteiligen. Dafür soll die Halle höher werden, als dies für den Schulsport nötig wäre. Bis zu 36 Millionen Euro könnte laut einer Machbarkeitsstudie von 2022 die neue Halle kosten, die als Vereinssporthalle mit bis zu 1500 Tribünensitzplätzen und auch als Dreifach-Schulturnhalle konzipiert werden soll. Aktuell bietet die Georg-Scherer-Halle je nach Veranstaltung Platz für 450 bis 700 Zuschauer. Laut Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) kann „der Beginn der Bauarbeiten derzeit noch nicht seriös mitgeteilt werden“, die Planungen laufen.

Nach Jahren des Stillstands gibt es aber nun beim Hallenbad-Neubau endlich wieder Bewegung. Nach dem Spatenstich im Jahr 2017 konnte er nicht wie geplant 2019 eröffnet werden, sondern ist immer noch eine Baustelle und ein Millionengrab. Im Februar 2025 wurden die Bauarbeiten nach längerer Unterbrechung wiederaufgenommen. Die Pause war notwendig geworden, um festgestellte Baumängel zu analysieren und die Baupläne entsprechend zu überarbeiten, teilten die Stadtwerke mit.

Die Stadtwerke Dachau zeigen sich optimistisch: Die Behebung der Mängel an der Gebäudehülle soll 2025 abgeschlossen sein, Innenausbau und Gebäudetechnik laufen parallel weiter. Wenn alles planmäßig verläuft, soll das neue Hallenbad im Herbst 2026 seine Türen öffnen. Das bestätigten die Stadtwerke erneut im Dezember. Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann führt unterdessen auf seinem Instagram-Account über „Dachaus berühmteste Baustelle“, auf der „nur noch gefliest werden muss“, wie er wohl eher im Scherz in die Kamera sagt. Die Kosten des Hallenbads sind mittlerweile auf 36 Millionen Euro angestiegen – eine Verdreifachung seit Projektstart.

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Das Jahr 2025 hat gezeigt, wie fragil die Finanzierung des Dachauer Sports geworden ist. Die Hallengebühren-Diskussion war nur ein Symptom für die angespannte Lage der öffentlichen Haushalte. Gleichzeitig beweisen Projekte wie die selbstfinanzierte Eisarena oder die etablierte Bundesliga-Volleyball-Mannschaft, wie souverän der Dachauer Sport auf Herausforderungen reagiert.

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