Jadebusen: Radfahren und Wandern durch Watt, Wald und Moor | ABC-Z

Stand: 30.03.2026 17:35 Uhr
Die Nordseebucht bei Wilhelmshaven gehört zum Nationalpark Wattenmeer. Sie lässt sich gut mit dem Rad oder zu Fuß erkunden und bietet ungewöhnliche Ziele wie das Schwimmende Moor und den Neuenburger Urwald.
Wo sich heute das Wasser des Jadebusens erstreckt, lagen bis vor rund 1.000 Jahren noch acht Dörfer. Erst im Mittelalter bildete sich nach mehreren Sturmfluten in dem einst von Mooren geprägten Gebiet eine große Bucht: der heutige Jadebusen. Der Name stammt von dem Flüsschen Jade, das im Süden in die Bucht mündet. Seine heutige Form erhielt der Jadebusen durch umfangreiche Eindeichungen ab dem 16. Jahrhundert.
Mit dem Rad auf dem Deich unterwegs
Bekannteste Orte an der Bucht sind Wilhelmshaven, das Nordseebad Dangast und die Stadt Varel. Der Jadebusen ist mit Ausnahme eines rund zwei Kilometer langen Stücks bei Dangast fast vollständig von einem insgesamt 55 Kilometer langen Deich umgeben. Der Nordseeküsten-Radweg führt ein Stück auf ihm entlang.
Wattenmeer: Ausflüge in den Nationalpark
Da der Jadebusen zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gehört, sollten sich Wanderer oder Radfahrer nur auf gekennzeichneten Wegen bewegen. In Dangast informiert ein Nationalpark-Haus, in Wilhelmshaven ein Besucherzentrum über die Besonderheiten des Naturraums, der zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Sie bieten von Mai bis Oktober Exkursionen ins Watt an.
Schiffstörn zum Leuchtturm Arngast
Bei Ebbe zieht sich die Nordsee weitgehend aus dem Jadebusen zurück, bei Hochwasser starten von Dangast und Wilhelmshaven Ausflugsschiffe, mit denen sich die Bucht erkunden lässt, etwa auf einer Fahrt zum Leuchtturm Arngast. Das 1909 erbaute Leuchtfeuer steht mitten im Jadebusen an einer Stelle, an der sich bis 1904 die Insel Arngast befand. Sie ging bei einer Sturmflut unter.
Der Leuchtturm ist noch immer in Betrieb, kann aber weder bestiegen noch von innen besichtigt werden. Statt mit dem Schiff ist er auch auf einer Wattwanderung ab Dangast erreichbar. Die konditionell sehr anspruchsvolle Tour gibt ausführliche Einblicke in den Lebensraum Watt und sollte nur in Begleitung eines erfahrenen Führers unternommen werden. Sie dauert hin und zurück etwa sechseinhalb Stunden.
“Schwimmendes Moor” in Sehestedt
Eine Besonderheit an der Ostseite des Jadebusens ist das Sehestedter Außendeichsmoor, bekannt als das “Schwimmende Moor“. Es befindet sich außerhalb des Deichs direkt am Strand und ist weltweit einzigartig. Bei starken Sturmfluten wird es vom Wasser regelrecht angehoben, die Mooroberfläche samt der darauf wachsenden Pflanzen bleibt dabei intakt. Nach der Sturmflut senkt sich das Gebiet wieder auf seinen ursprünglichen Platz.
Eine 4,7 Kilometer lange Rundtour führt durch die Salzwiesen und auf einem etwa 150 Meter langen Bohlenweg durch das Moor bis zu einer Vogelbeobachtungshütte. Eine Erlebnisstation des Nationalparks Wattenmeer informiert während des Sommers in Ausstellungscontainern über das außergewöhnliche Naturphänomen.
Wandern im Neuenburger Urwald
Einen Ausflug lohnt auch der Neuenburger Urwald, der etwa 15 Kilometer vom Jadebusen entfernt landeinwärts liegt. Die teils bizarr geformten Eichen und Buchen sind zwischen 200 und 800 Jahre alt. Einst weideten die Menschen in dem Wald ihr Vieh, heute führen mehrere Spazierwege durch das Naturschutzgebiet. Beliebtes Fotomotiv ist die historische Jagdhütte inmitten des Waldes. Sie steht unter Denkmalschutz.
Wilhelmshaven: Größte Stadt am Jadebusen
Bekannteste Stadt am Jadebusen ist die Marine- und Hafenstadt Wilhelmshaven. Wahrzeichen ist die Kaiser-Wilhelm-Brücke, eine Drehbrücke von neun Metern Höhe. Sehenswert sind zudem das Rathaus von 1927 und das Deutsche Marinemuseum. Außerdem lohnt ein Besuch des Südstrands mit seiner Promenade.
Dangast: Nordseebad mit kostenlosem Sandstrand
Mit Dangast befindet sich auch eines der ältesten deutschen Nordseebäder am Jadebusen. Da der 1797 gegründete Ort erhöht auf einem Geestrücken liegt, ist er nicht eingedeicht. So können Urlauber den ungestörten Blick auf das Meer genießen. Dangast bietet einen schönen kostenlosen Sandstrand, an dem Baden während des Hochwassers möglich ist. Direkten Blick aufs Wasser haben auch die Gäste der beiden Campingplätze.
Varel: Schlosskirche, Hafen und Windmühle
Südlich von Dangast, zwischen Marschwiesen und Wäldern, liegt das Städtchen Varel mit einem kleinen Hafen, einer Fußgängerzone und mehreren Cafés und Restaurants. Ältestes Bauwerk der Stadt ist die mächtige Schlosskirche aus dem 12. Jahrhundert. Wahrzeichen von Varel ist die mit knapp 30 Metern Höhe zweitgrößte Windmühle Deutschlands. Der Gallerie-Holländer aus dem 19. Jahrhundert war bis 1965 in Betrieb. Er ist noch voll funktionsfähig und dient heute als Museumsmühle.
Lohnend ist auch ein Abstecher zum historischen Wasserturm mit Aussichtsplattform im Süden der Stadt. Von oben bietet sich ein schöner Blick auf den Jadebusen und die Halbinsel Butjadingen am gegenüberliegenden Ufer.



























