Islamwissenschaftler warnt vor Terroranschlägen in Europa | ABC-Z

Auch am Donnerstagabend sind die Angriffe auf den Iran und die Lage im Nahen Osten wieder Thema bei „Maybrit Illner“. Zum dritten Mal diese Woche sprechen die Gäste darüber. Eine Diskussion ist es nicht, vielmehr der Versuch, die Situation und ihre möglichen Folgen zu fassen.
„Maybrit Illner“: Das waren die Gäste:
- Omid Nouripour, Bundestagsvizepräsident (B90/Grüne)
- Guido Steinberg, Islamwissenschaftler und Nahostexperte
- Mariam Claren, Leiterin der Iran-Abteilung bei der Menschenrechtsorganisation „Hawar.help“
- Frank Sauer, Experte für Sicherheitspolitik an der Universität der Bundeswehr
- Nicole Deitelhoff, Direktorin des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung
Der Islamwissenschaftler Guido Steinberg geht davon aus, dass Europa nicht mit Raketen beschossen wird, sondern es dort eher vermehrt zu Terroranschlägen kommen könnte. „Ich habe den Eindruck, dass sie gerade alle Verbündeten und Freunde der USA und Israels angreifen wollen”, sagt er.
Solch eine Anschlagsgefahr hält auch der Grünenpolitiker Omid Nouripour für wahrscheinlich. „Das hat Endzeitcharakter und deshalb ballert man um sich – ohne Sinn und Verstand”, sagt er. „So, als gäbe es für das Regime kein Morgen.”

„Maybrit Illner” im ZDF: „Apparat ist im Inneren immer noch sehr stark.”
Und genau dieses Ende wünsche sich die Zivilbevölkerung seit 47 Jahren. „Einen Sturz und das Ende der islamistischen Republik Iran und zwar komplett und schnell”, bringt es Mariam Claren, die Leiterin der Iran-Abteilung bei der Menschenrechtsorganisation „Hawar.help“ auf den Punkt.
Denn die Realität sei, dass die Repressionen auf den Straßen nicht vorbei seien, führt Claren aus. „Entweder du wirst beim Einkaufen an den Checkpoints festgehalten oder du wirst von einer Bombe getroffen”, sagt sie. „Der Apparat ist im Inneren immer noch sehr stark.”
Das wird er den Expertinnen und Experten in der Sendung zufolge wahrscheinlich auch noch längere Zeit bleiben. „Einen Regime-Change wird in absehbarer Zeit nicht erreicht werden“, sagt Frank Sauer. Der Experte für Sicherheitspolitik an der Universität der Bundeswehr spricht von einem politischen Debakel.
Krieg gegen den Iran – spannende Hintergründe
Exil-Iranerin bei „Illner”: „Dilemma der Menschen wird übrig bleiben”
Die Runde ist sich einig, dass das darin begründet sei, dass „wir bis heute nicht wissen, was die Ziele sind”, wie Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff es zusammenfasst. Alle Talkgäste gehen davon aus, dass der Krieg schnell vorbei sein wird – und sich vor Ort nichts geändert hat. Weil der Angriff nicht so vorbereitet worden sei, dass man auch geraume Zeit vor Ort ist und einen Regime-Change entsprechend begleitet.
„Ein Szenario, bei dem das Regime fällt, ist nur denkbar, wenn das System bricht und danach sieht es zurzeit nicht aus”, meint Nouripour. Und Konfliktforscherin Deitelhoff ergänzt: „Alle Regime-Changes der letzten Jahre, die von außen kamen – Libyen, Afghanistan, Irak – waren Misserfolge. Das wissend, kann man so einen Angriff eigentlich nicht fahren.”
Wie es nun weitergeht, das wollte die Moderatorin im Laufe der Sendung immer wieder wissen. „Das Dilemma der Menschen wird übrig bleiben”, sagt Mariam Claren. „Wenn es keinen Regime-Change gibt, dann waren die Massaker im Januar nur das Warmlaufen des Regimes.”





















