Politik

Iran – Was über den Angriff von Israel und den USA bekannt ist – Politik | ABC-Z

Am Morgen des 28. Februar haben Israel und die USA Iran militärisch angegriffen, Gegenschläge folgten bald in der ganzen Region. Ein Überblick zu wichtigen Ereignissen und Reaktionen:

Wie lief der Angriff ab?

Nachdem zunächst israelische Luftschläge gegen Ziele in Iran gemeldet worden waren, wurde bald darauf auch die Beteiligung der US-Armee bekannt. Seither wurden Attacken auf Ziele in Teheran und vielen weiteren Orten des Landes bestätigt.

Anders als beim zwölf Tage langen Krieg im vergangenen Juni begannen die Angriffe am Morgen und nicht in der Nacht. Israels Luftwaffe führte nach Militärangaben den bisher größten Einsatz ihrer Geschichte aus. Rund 200 Kampfflugzeuge hätten etwa 500 Ziele angegriffen, teilte das israelische Militär mit. Getroffen wurden Berichten zufolge Raketendepots, Luftverteidigungsanlagen und Ziele in der Nähe von Regierungsgebäuden.

Israel versuchte nach Militärangaben, gezielt Vertreter der Führung in Teheran anzugreifen. In der Hauptstadt seien gleichzeitig mehrere Orte attackiert worden. Dort hätten sich „hochrangige Vertreter der politischen und sicherheitspolitischen Führung Irans versammelt“.

Ist Irans Staatsoberhaupt Chamenei tot?

Irans oberster Führer Ayatollah Ali Chamenei wurde wohl bei einem Luftschlag getötet. Es gebe viele Zeichen, dass Chamenei nicht mehr lebe, sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einer Ansprache. Mehrere israelische Medien berichteten unter Berufung auf einen Regierungsvertreter, dass Chamenei getötet und seine Leiche gefunden worden sei. Kurz darauf teilte US-Präsident Donald Trump mit, der Ayatollah sei tot. Iran hat den Tod bislang nicht bestätigt.

Wie begründen die USA und Israel ihre Angriffe?

Netanjahu rechtfertigt die Angriffe auf Iran mit dem Schutz vor einer existenziellen Bedrohung durch Teheran. Gemeint ist damit Irans Atom- und Raketenprogramm. Es dürfe „nicht zugelassen werden, dass sich das mörderische Terrorregime mit Atomwaffen ausrüstet, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen“, sagte Netanjahu weiter.

Trump nannte in einer Videoansprache in gewohnt drastischen Worten gleich mehrere Gründe für die „Operation Epic Fury“ (Operation Gewaltige Wut), darunter: Iran stelle seit vielen Jahren eine Gefahr für die USA dar, Verhandlungen über das Atomprogramm seien fruchtlos verlaufen und das Regime habe unzählige Verbrechen begangen. Die US-Angriffe zielten darauf ab, Iran an der Entwicklung einer Atomwaffe zu hindern und die militärische Schlagkraft des Landes zu vernichten.

Das iranische Volk rief Trump dazu auf, die Chance zum Umsturz zu nutzen, sobald die Intervention ihnen dafür den Boden bereitet habe: „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung.“

Wie reagiert das Regime in Iran?

Die iranischen Streitkräfte attackierten nach eigenen Angaben als Reaktion mehrere US-Militärstützpunkte in der Region. Darunter waren die Stützpunkte Al-Udeid in Katar, Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Prinz Sultan in Saudi-Arabien und die US-Flotte in Bahrain.

Auch in vielen Teilen Israels und des Westjordanlands gab es den Tag über immer wieder Luftalarm wegen anfliegender Raketen und Geschosse, auf Entwarnung folgte teils innerhalb kürzester Zeit ein neuer Alarm, sodass Normalität kaum möglich war. Luftalarm gab es Berichten zufolge auch im Irak.

Was ist zu Opfern der Militärschläge bekannt?

Zu zivilen Opfern hieß es aus Iran, es sei gezielt eine Mädchenschule angegriffen worden, die Todeszahl wurde mehrfach nach oben korrigiert und zuletzt mit mindestens 108 angegeben. Mehr als weitere 90 Schülerinnen seien verletzt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Aus Israel und anderen Staaten gab es Berichte über einige Verletzte.

Wie reagiert die internationale Gemeinschaft?

Der UN-Sicherheitsrat will zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen soll sich am Samstag um 22 Uhr MEZ treffen. Frankreich und Bahrain hätten die Sitzung angefragt, teilte die israelische Botschaft bei den Vereinten Nationen mit. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Eskalation scharf und forderte alle Parteien auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wählte klare Worte in Richtung Iran, hielt sich in Bezug auf die israelischen und US-amerikanischen Angreifer aber deutlich zurück. In einer Erklärung verurteilte Merz das Verhalten der iranischen Führung in der Region und im eigenen Land. „Die Bundesregierung ruft Iran nachdrücklich dazu auf, sofort die militärischen Schläge gegen Israel und unsere anderen Partner in der Region einzustellen“, erklärte Merz. „Iran muss auch andere destabilisierende Aktivitäten in der Region und darüber hinaus unterlassen.“ Die Führung in Teheran müsse außerdem die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung beenden. Die israelischen und amerikanischen Angriffe kritisierte Merz nicht, sondern betonte lediglich, dass Deutschland daran nicht beteiligt gewesen sei.

Back to top button