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Iran: Protest gegen Regime – Als die Hymne erklingt, bleiben die Spielerinnen stumm | ABC-Z

Beim Asien Cup spielen auch Irans Fußballerinnen mit, trotz des Krieges in ihrer Heimat. Die Spielerinnen treffen vor dem Duell gegen Südkorea eine mutige Entscheidung: Sie boykottieren die Hymne. Dabei gab es eine Direktive. Auch die Fans reagieren.

Vor ihrer Partie beim Asien Cup haben Irans Fußballerinnen beim Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen. Weder die Spielerinnen noch der Trainerstab sang mit, wie auf Bildern zu sehen war. Es wurde als Protest gegen das Regime ihres Landes gewertet. Dass die Iranerinnen das Spiel gegen Südkorea mit 0:3 verloren, rückte angesichts der Eskalation im Nahen Osten in den Hintergrund.

Wie Sportjournalistin Tracey Holmes bei X mitteilte, widersetzten sie sich damit offiziellen Anweisungen. Vom Regime hätte es vor ihrer Abreise die Anordnung gegeben, die Hymne mitzusingen, um das Regime nicht zu beschämen.

Auch einige Fans auf den Tribünen trugen den Protest mit. Auf Bildern war zu sehen, wie viele Anhänger Flaggen aus der Zeit vor der islamischen Revolution 1979 hochhielten. Im Vergleich zur aktuellen Flagge ist in der Mitte kein rotes Emblem zu sehen, sondern ein goldener Löwe und eine Sonne.

Die iranischen Spielerinnen sowie Trainerin Marziyeh Jafari wollten sich laut der australischen Nachrichtenagentur AAP rund um das Spiel nicht zu ihrem Protest und dem Krieg äußern. Am Donnerstag treffen sie auf Australien und zum Abschluss der Gruppenphase am Sonntag auf die Philippinen. In ihrer Heimat ruht dagegen der Fußball. Aufgrund einer 40-tägigen Staatstrauer zu Ehren Chameneis fallen alle Spiele in der heimischen Liga und die geplanten WM-Vorbereitungsspiele der Männer-Nationalmannschaft aus. Die Frauen aber wollten sich den Asien Cup nicht nehmen lassen.

Spiel von Cristiano Ronaldos Team aus Sicherheitsgründen abgesagt

„Unser Mitgefühl gilt ihnen und ihren Familien. Es ist eine schwierige Situation, und es ist wirklich mutig von ihnen, hier zu sein und zu spielen“, sagte die australische Fußballerin Amy Sayer der AAP. „Das Beste, was wir tun können, ist, ihnen das beste Fußballspiel zu bieten, zu dem wir fähig sind, und ihnen auf dem Spielfeld unseren Respekt zu zeigen.“

Die Partie wurde in der australischen Stadt Gold Coast ausgetragen. Im Nahen Osten sorgt der Krieg hingegen für Verschiebungen. Wie der katarische Fußballverband zuletzt bekannt gegeben hatte, werden die Spiele in der Stars League auf unbestimmte Zeit verschoben. Außerdem ist wegen des Iran-Krieges auch ein Spiel von Cristiano Ronaldos Fußball-Klub Al Nassr vorerst abgesagt worden.

Denn das Mullah-Regime im Iran schlägt brutal zurück und schickt Raketen und Drohnen auf US-Einrichtungen in den benachbarten Ländern. Betroffen ist auch die saudi-arabische Hauptstadt Riad. Dort wurde die US-Botschaft von zwei Drohnen aus dem Iran getroffen.

Die Stadt ist in Angst und Alarmbereitschaft. Die bedrohliche Situation hat wohl jetzt auch Ronaldo veranlasst, die Stadt zu verlassen. Laut übereinstimmenden Medienberichten hat der Privatjet des Superstars die Stadt am Montagabend verlassen.

Aus den Flugdaten geht hervor, dass Ronaldos Bombardier Global Express 6500 um 20 Uhr abhob und sieben Stunden später um 1 Uhr in Madrid (2 Stunden Zeitverschiebung) landete. Es ist anzunehmen, dass Ronaldo und seine Familie an Bord der Maschine waren. Offiziell bestätigt ist das aber bisher nicht.

Der asiatische Fußball-Verband AFC in Kuala Lumpur teilte mit, er beobachte die sich schnell entwickelnde Lage und wolle die Sicherheit von Spielern, Mannschaften, Offiziellen und Fans sicherstellen.

pk/dpa

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