Iran-Liveblog: ++ Revolutionsgarde meldet Tod von Geheimdienstchef ++ | ABC-Z

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Irans Revolutionsgarde meldet den Tod ihres Geheimdienstchefs bei einem US-israelischem Angriff. In Iran und in Israel hat es durch Angriffe mehrere Tote gegeben.
Die wichtigsten Entwicklungen:
Der Chef des Geheimdienstes der iranischen Revolutionsgarde, Madschid Chademi, ist iranischen Angaben zufolge getötet worden. Er sei “im Morgengrauen” bei einem US-israelischen Angriff ums Leben gekommen, teilte die Revolutionsgarde im Onlinedienst Telegram mit. Die Revolutionsgarde sprach unter Verwendung von Teherans Sprachgebrauch für Israel und die USA von einem “verbrecherischen Terroranschlag des amerikanisch-zionistischen Feindes”.
In der iranischen Hauptstadt Teheran ist iranischen Angaben zufolge eine weitere Hochschule bombardiert worden. Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen sei ein Gebäude der Scharif-Universität getroffen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Bereits in den vergangenen Tagen waren iranische Hochschulen attackiert worden.
Universitätspräsident Massud Tadschrischi verurteilte den Luftangriff scharf. “Die Scharif-Universität ist eine wissenschaftliche Einrichtung, deren Aufgabe im Bereich der Kultur und Verbreitung von Wissen liegt”, zitierte ihn die Staatsagentur. Todesopfer habe es nicht gegeben.
Iran hat einem Insider zufolge den von Pakistan ausgearbeiteten Plan zur Beendigung des Krieges erhalten. Dieser werde derzeit geprüft. Iran lasse sich aber nicht unter Druck setzen und werde sich auf keine Ultimaten einlassen, sagt der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Die Straße von Hormus werde für eine vorrübergehende Waffenruhe nicht geöffnet. Nach Einschätzung Irans seien die USA zu einem dauerhaften Waffenstillstand nicht bereit.
Aus Sicht des iranischen Vizeaußenministers Kassem Gharibabadi könnten die Drohungen von US-Präsident Donald Trump, zivile Infrastruktur im Land anzugreifen, “Kriegsverbrechen” darstellen. Trump habe als höchster Vertreter seines Landes “öffentlich damit gedroht, Kriegsverbrechen zu begehen”, erklärte Gharibabadi im Onlinedienst X.
Gharibabadi verwies auf Bestimmungen des Völkerrechts im Zusammenhang mit Trumps Äußerungen. Die Drohung, Kraftwerke und Brücken anzugreifen, sei gemäß Ausführungen in Artikel 8 des Römischen Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs ein Kriegsverbrechen, erklärte Gharibabadi.
Wie geht es mit der Straße von Hormus weiter? Die USA und Iran überziehen sich mit martialischen Drohungen und Beschimpfungen. US-Präsident Trump verlängerte erneut sein Ultimatum. Zeitgleich soll es Medienberichten zufolge Gespräche mit Vermittlern über einen Waffenstillstand geben.
Bei einem neuen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv am Morgen hat Iran nach israelischen Medienberichten erneut Streumunition eingesetzt. Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete von rund 20 Einschlagsorten im Umkreis von Tel Aviv. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mehrere Menschen verletzt, darunter eine Frau schwer. In der Stadt Tel Aviv sei eine Schule getroffen worden. Auch ein Armeesprecher sagte, es handele sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Streumunition.
Ein Friedensabkommen im Krieg zwischen den USA und dem Iran muss nach Ansicht der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus garantieren. Die wichtigste Ölroute der Welt dürfe von keinem Land als Geisel genommen werden, sagt Anwar Gargasch, diplomatischer Berater des VAE-Präsidenten.
Ein Abkommen, das das iranische Atomprogramm sowie den Einsatz von Raketen und Drohnen nicht eindämme, bereite den Weg für einen noch gefährlicheren Nahen Osten, warnt er. Die VAE wollten zwar ein Ende des Krieges, lehnten aber einen Waffenstillstand ab, der die eigentlichen Ursachen der Instabilität ungelöst lasse, erklärt Gargasch weiter.
In der israelischen Stadt Haifa haben Rettungskräfte zwei Leichen aus Trümmern eines Gebäudes geborgen, das von einer iranischen Rakete getroffen worden war, wie Times of Israel berichtete. Zwei weitere Personen gelten noch als vermisst. Unterdessen teilte die Armee am Morgen mit, eine weitere Welle an Angriffen in Teheran beendet zu haben.
Das oberste Kommando der iranischen Streitkräfte hat im Falle von Angriffen auf zivile Ziele im Iran mit Vergeltung gedroht. “Sollten Angriffe auf zivile Ziele wiederholt werden, werden die nächsten Phasen unserer Offensiv- und Vergeltungsoperationen weitaus verheerender und umfassender ausfallen”, erklärte ein Sprecher des zentralen Einsatzkommandos Chatam al-Anbija in einer Stellungnahme, die vom iranischen Staatssender Irib im Onlinedienst Telegram veröffentlicht wurde.
Bei einem Angriff auf ein Wohngebiet in Eslamschahr, südlich von Teheran wurden iranischen Angaben zufolge mindestens 13 Menschen getötet, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete.
Bei einem Luftangriff auf ein Wohngebäude im Iran sind amtlichen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Der amerikanisch-israelische Angriff sei im Morgengrauen in der Stadt Ghom im Zentrum des Landes erfolgt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen leitenden Sicherheitsbeamten der gleichnamigen Provinz. Die Bergungsarbeiten dauerten am frühen Morgen an. Die Zahl der Todesopfer könne daher noch weiter ansteigen, berichtete die Agentur weiter.
Der Iran hat nach dem jüngsten Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zur Öffnung der Straße von Hormus mit eigenen Drohungen reagiert. Die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Meerenge werde erst dann wieder geöffnet, “wenn im Rahmen einer neuen Rechtsordnung die Schäden des aufgezwungenen Krieges vollständig aus einem Teil der Transitgebühren kompensiert werden”, schrieb Mehdi Tabatabaei, für Kommunikation zuständiger Beamter im Büro des iranischen Präsidenten.
Das Marinekommando der Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, wurde von iranischen Medien mit den Worten zitiert, die Straße von Hormus werde “niemals wieder in ihren früheren Zustand zurückkehren, insbesondere nicht für die USA und Israel.” Der Iran beansprucht die Kontrolle über die gesamte Passage und plant ein Mautsystem für die Durchfahrt.
Die Ölpreise sind nach den jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit weiteren Aufschlägen in die Woche gestartet. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni stieg auf über 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das sind fast 40 Dollar mehr als vor Beginn des Krieges. Auch die US-Sorte West Texas Intermediate legte zu.
Trump hatte der iranischen Führung zuvor erneut mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie bis Dienstagabend (2 Uhr MESZ am Mittwoch) nicht einlenken. Damit scheint die US-Regierung ihr Ultimatum an Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus zwar zum dritten Mal zu verschieben – doch die Drohungen werden schärfer.
Die gegenseitigen Angriffe im Krieg am Persischen Golf setzen sich fort: Im Libanon wurden mindestens elf Menschen bei israelischen Luftangriffen getötet.
Iran beschoss unterdessen fast alle Golfstaaten und Israel. Nach einem Raketeneinschlag in der israelischen Hafenstadt Haifa werden mindestens drei Menschen vermisst.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der Konfliktparteien können nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat US-Präsident Trump vor einem “gefährlichem Spiel gewarnt”. Trump hat in einem Interview gesagt, er könne einen Deal mit Iran bis Montag schließen. Der Liveblog vom Sonntag zum Nachlesen.





















