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Iran-Krieg trifft deutsche Reedereien | ABC-Z

Die militärische Eskalation im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg betrifft auch deutsche Reedereien unmittelbar. Zahlreiche Schiffe und Besatzungen befinden sich in sensiblen Einsatzgebieten. Nach Angaben des Verband Deutscher Reeder (VDR) haben viele Unternehmen interne Krisenstäbe eingerichtet.

Wo immer möglich, werden Schiffe aus gefährdeten Regionen herausgeführt, alternative Routen geprüft oder Einheiten vorübergehend außerhalb der Risikozonen gestoppt, bis neue Lageeinschätzungen vorliegen.

„Die aktuelle Eskalation trifft das Herz globaler Seehandelsrouten und auch die Schiffe deutscher Reedereien, vor allem aber die Menschen an Bord, unmittelbar“, sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger. Für zahlreiche Mitgliedsunternehmen handle es sich um eine akute operative Krise und nicht lediglich um eine abstrakte geopolitische Entwicklung.

Im Zentrum der Sorge steht die Straße von Hormus. Die Meerenge gilt als einer der wichtigsten Knotenpunkte für die weltweite Energieversorgung sowie für den internationalen Container- und Tankerverkehr.

Nach aktuellen Einschätzungen ist die Passage derzeit erheblich eingeschränkt oder teilweise gar nicht nutzbar. Damit gerät ein zentraler Abschnitt des globalen Seehandels massiv unter Druck.

Westlich der Straße von Hormus verlaufen weitere stark frequentierte Seewege: Durch das Rotes Meer führen die Routen über die Meerenge Bab al-Mandab bis hin zum Suezkanal. Diese Verbindung zählt zu den wichtigsten Handelsachsen zwischen Europa und Asien.

Die Kombination aus militärischer Zuspitzung im Umfeld des Persischen Golfs und anhaltenden Bedrohungen im südlichen Roten Meer erzeugt laut VDR ein durchgehendes Risikoband entlang zentraler Seehandelsrouten.

Sollte sich der Konflikt weiter ausweiten, drohen erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Handelsschifffahrt in der Region. Neben sicherheitspolitischen Risiken für Crews stehen auch Lieferketten, Energieflüsse und globale Handelsströme unter Druck.

Für die deutschen Reedereien bleibt die Lage damit hochdynamisch – mit unmittelbaren operativen Konsequenzen für Flottenplanung, Routenführung und Sicherheitsmanagement.

Die Eskalation im Nahen Osten treibt auch die Preise an deutschen Tankstellen. Bisher fällt der Ausschlag aber vergleichsweise gering aus, wie Zahlen des ADAC zeigen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter Super E10 1,6 Cent mehr als am Freitag, dem letzten Tag vor den Angriffen.

Diesel verteuerte sich um 1,3 Cent. Aussagen zum Montag sind angesichts der im Tagesverlauf stark schwankenden Spritpreise bisher noch kaum aussagekräftig.

Der bisherige Anstieg bei den Spritpreisen fiel dabei deutlich schwächer aus als bei Rohöl oder Heizöl, die jeweils deutlich zulegten. Dazu könnte beigetragen haben, dass der Spritpreis zuletzt nach damaliger Einschätzung des ADAC im Vergleich zu Ölpreis und Dollarkurs bereits verhältnismäßig hoch war. Dennoch sei zu befürchten, dass die Preise noch weiter steigen würden, sagte ein Sprecher aktuell. 

Höchste Werte seit Mai und April 2024

Die Tagesdurchschnitte von 1,794 Euro pro Liter E10 und 1,759 Euro pro Liter Diesel sind die höchsten Werte seit fast zwei Jahren. E10 war zuletzt Ende Mai 2024 teurer, Diesel zuletzt Anfang April 2024.

Der Ölpreis ist – in Kombination mit dem Dollarkurs – typischerweise der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Sprit. Die Eskalation des Konflikts treibt den Ölpreis unter anderem auch deswegen, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.

Allerdings hat der Ölverbund Opec+, in dem neben Staaten der Opec auch andere wichtige Förderstaaten wie Russland organisiert sind, am Sonntag beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern. Der Schritt war aber nicht mit der aktuellen Eskalation begründet worden.

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