Geopolitik

Iran-Krieg: +++ Riesige Flammensäule über Teheran ++ Öllager brennt ++ Bundesregierung zieht Botschaftspersonal ab +++ Liveticker | ABC-Z

Irans Präsident wird nach seiner Rede vor Hardlinern im eigenen Land massiv attackiert. Vor den Toren Teherans geht ein ziviles Öllager in Flammen auf. Die Bundesregierung zieht Konsequenzen. Mehr im Liveticker.

Israel und die USA greifen seit einer Woche den Iran an. Am vergangenen Samstag wurde das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran beschießt Israel und die Golf-Staaten mit Drohnen und Raketen. Zwischen Israel und der im Libanon operierenden Terrormiliz Hisbollah ist eine zweite Front entstanden. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

22:38 Uhr – Bundesregierung zieht Personal der Botschaft in Teheran ab

Als Folge der schweren Angriffen der USA und Israels auf den Iran bringt die Bundesregierung das Personal der deutschen Botschaft in Teheran vorübergehend in Sicherheit. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das Personal sei aufgrund der Bedrohungslage temporär aus dem Land verlegt worden. Die Erreichbarkeit der Botschaft sei aber weiterhin gewährleistet. „Die temporäre Verlegung folgt einer Reduzierung, die bereits Mitte Januar vorsorglich erfolgte“, hieß es weiter.

Österreichg verlegte zuvor seine seine Botschaft in Teheran vorübergehend in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku. „Der Konsularbetrieb ist bis auf weiteres eingestellt“, hieß es aus dem Außenministerium in Wien.

22:01 Uhr – Irak meldet Raketenangriff auf US-Botschaftsgelände in Bagdad

Sicherheitskräfte im Irak haben einen Angriff auf das Gelände der US-Botschaft in Bagdad gemeldet. Eine Rakete sei am Samstagabend (Ortszeit) auf dem Hubschrauberlandeplatz des Komplexes eingeschlagen, teilten drei Beamte mit. Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor. Die US-Botschaft wollte sich nicht äußern.

21:46 Uhr – „Iran wird in die Hölle geprügelt“, schreibt Trump

Trump dem Iran mit der „vollständigen Zerstörung“ und dem „sicheren Tod“ für bislang angeblich verschonte Ziele und Menschengruppen gedroht. Der Iran werde „in die Hölle geprügelt“, schrieb Trump auf Truth Social.

21:33 Uhr – Iranische Staatsmedien melden US-israelischen Angriff auf Öllager in Teheran

Laut iranischem Staatsfernsehen ist eine Ölanlage im Süden Teherans angegriffen worden. Videoaufnahmen zeigten, wie Flammensäulen über der Einrichtung aufstiegen und der Nachthimmel aufleuchtete. Es schien das erste Mal seit Kriegsbeginn zu sein, dass eine zivile Industrieanlage ins Visier genommen wurde. In iranischen Staatsmedien wurde mit einem Vergeltungsangriff auf Ölraffinerien in der nordisraelischen Stadt Haifa gedroht.

21:00 Uhr – Israel hat „viele Überraschungen“ für nächste Kriegsphase

Israel hat nach den Worten von Ministerpräsident Netanjahu für die nächste Phase im Krieg gegen den Iran „einen organisierten Plan mit vielen Überraschungen“ parat. Ziel sei, die Führung in Teheran zu destabilisieren und einen Wandel in der Islamischen Republik zu ermöglichen, sagte Netanjahu am Samstagabend. Zuvor bestätigte Israels Militär, dass man nun in die zweite Kriegsphase eintrete.

19:39 Uhr – Raketentrümmer treffen Wolkenkratzer und Auto in Dubai

Irans Angriffe in den Golfstaaten halten an. In der emiratischen Metropole Dubai habe es einen weiteren „Zwischenfall“ gegeben, teilte das Medienbüro der Stadt mit. Nach einem abgewehrten Angriff seien Trümmerteile in die Fassade eines Gebäudes an der Marina gestürzt.

Zudem seien weitere Trümmer auf ein Fahrzeug gefallen, dabei sei der Fahrer ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit. Das Opfer kommt demnach aus „einem asiatischen Land“.

Im Internet kursierten Videos, die zeigen, wie Rauch aufsteigt an einem Wolkenkratzer. Es soll sich um einen bekannten, fast 400 Meter hohen und bewohnten Wolkenkratzer handeln, der zu den höchsten Gebäuden der Stadt zählt. Die Behörden teilten nicht mit, welches Gebäude betroffen war.

18:24 Uhr – „Wir befinden uns im Krieg“, sagt der Präsident der Emirate

Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sajid, wendet sich angesichts der iranischen Angriffe mit eindringlichen Worten an sein Volk. „Wir befinden uns im Krieg“, sagte Mohammed dem Fernsehsender Abu Dhabi TV bei einem Besuch Verletzter im Krankenhaus in der Hauptstadt.

Er habe auch eine Botschaft an die Feinde: „Die Emirate haben ein dickes Fell und bitteres Fleisch, wir sind keine leichte Beute.“ Er verspreche allen, dass „wir stärker denn je (aus diesem Krieg) hervorgehen werden.“

16:45 Uhr – USA nutzen Luftwaffenstützpunkte in Großbritannien für Iran-Krieg

Die US-Streitkräfte haben damit begonnen, britische Militärstützpunkte für den Iran-Krieg zu nutzen. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, die USA würden die Stützpunkte für „spezifische Verteidigungsoperationen“ nutzen, um den Iran daran zu hindern, „Raketen in die Region abzufeuern“.

Bei den britischen Luftwaffenstützpunkten geht es um Fairford in der südwestenglischen Grafschaft Gloucestershire und um einen gemeinsam genutzten Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia, Teil der Chagos-Inseln im Indischen Ozean.

15:54 Uhr – Irans Außenminister wirft USA Angriff auf Entsalzungsanlage vor

Irans Außenminister Araghtschi hat den USA vorgeworfen, eine Entsalzungsanlage auf einer Insel im Persischen Golf angegriffen zu haben. Die Vereinigten Staaten hätten auf der Insel Keschm ein „unverfrorenes und verzweifeltes Verbrechen“ begangen, erklärte der Minister im Onlinedienst X.

Die Wasserversorgung in 30 Ortschaften sei betroffen, führte Araghtschi weiter aus. Die iranische Infrastruktur anzugreifen sei ein „gefährlicher Schritt mit schwerwiegenden Konsequenzen“. Die USA hätten damit einen Präzedenzfall geschaffen.

14:37 Uhr – Iranische Staatsmedien: Tanker in Straße von Hormus getroffen

Die iranischen Revolutionsgarden haben staatlichen Medien zufolge einen Tanker in der Straße von Hormus getroffen. Das Schiff fahre unter der Flagge der Marshallinseln, heißt unter Berufung auf die Eliteeinheit.

14:12 Uhr – Hardliner attackieren Irans Präsident nach Entschuldigung

Irans Präsident Peseschkian löst mit seiner Entschuldigung bei Nachbarstaaten für Angriffe im eigenen Land Kritik aus. Hardliner werfen ihm vor, Schwäche zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden.

Der Abgeordnete Dschalah Raschidi-Kutschi schrieb auf der Plattform X: „Mit allem Respekt, Herr Präsident, eine Entschuldigung wird ausgesprochen, wenn ein Fehler gemacht wurde (…) Aber wir haben keinen Fehler gemacht.“ Raschidi-Kutschi warf dem Präsidenten vor, seine Botschaft habe keinerlei Zeichen von Autorität gehabt und sei nur schwach gewesen – was Text, Ausdruck und Körpersprache betreffe.

12:26 Uhr – Trump: „Heute wird der Iran sehr hart getroffen werden!“

Trump verschärft seine Drohungen gegen die Führung in Teheran. „Heute wird der Iran sehr hart getroffen werden“, schreibt Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Es würden ​nun Gebiete und Gruppen für „völlige Zerstörung und sicheren Tod“ in Betracht gezogen, die bislang nicht als Ziele galten. Zugleich erklärt Trump, der Iran habe wegen der unerbittlichen Angriffe der USA und Israels vor seinen Nachbarn kapituliert und sich bei ihnen entschuldigt. Das Land sei ⁠nun der „Verlierer des Nahen Ostens“.

12:13 Uhr – Erneut Luftalarm in Jerusalem – Irans Militär meldet „massive Angriffe“

Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, ertönte zunächst Luftalarm in Jerusalem, später waren mindestens drei laute Explosionen zu hören. Kurze Zeit später hoben die Behörden den Luftalarm wieder auf. Nach Angaben des Rettungsdiensts Magen David Adom wurden zunächst keine Verletzten gemeldet.

09:42 Uhr – Iran: Revolutionsgarden greifen nach eigenen Angaben Öltanker in Straße von Hormus an

Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben einen Öltanker in der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus angegriffen. Das Schiff „Prima“ sei am Morgen von einer Drohne getroffen worden, teilten die Revolutionsgarden der Islamischen Republik laut der Nachrichtenagentur Tasnim mit. Der Tanker habe „wiederholte Warnungen“ der Revolutionsgarden zur Sperrung der Meerenge im Persischen Golf ignoriert.

09:02 Uhr – Iran begrenzt Angriffe auf Nachbarn – warnt aber die „Feinde“ vor Kapitulation

Eine Woche nach dem Beginn des Kriegs hat der iranische Präsident Peseschkian eine Einschränkung der Angriffe auf andere Staaten in der Region angekündigt. Die Interimsführung des Iran habe am Freitag „beschlossen, dass keine weiteren Angriffe auf Nachbarländer ausgeführt und keine Raketen abgefeuert werden, es sei denn, ein Angriff auf den Iran geht von diesen Ländern aus“, sagte Peseschkian in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede.

Peseschkian entschuldigte sich zudem „bei den Nachbarländern, die vom Iran angegriffen wurden“. Mit Blick auf Israel und die USA gab Peseschkian sich kämpferisch. „Die Feinde müssen ihren Wunsch nach der Kapitulation des iranischen Volks mit ins Grab nehmen“, sagte der Präsident.

08:30 Uhr – Geschoss über Flughafen Dubai abgefangen – Emirates stoppt erneut Flüge

Über dem Flughafen von Dubai hat die Luftabwehr am Samstagvormittag offenbar ein Geschoss abgefangen. Ein Augenzeuge sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einer heftigen Explosion und einer Rauchwolke am Himmel. Dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate zufolge attackierte der Iran erneut den Golfstaat. Die Fluglinie Emirates setzte bis auf Weiteres alle Flüge von und nach Dubai aus.

Auf dem Flugüberwachungsportal Flightradar24 war am Samstag zu sehen, dass mehrere Flugzeuge sich über dem Flughafen von Dubai im Kreis bewegten und offenbar Warteschleifen flogen.

05:05 Uhr – Israelischer Botschafter sieht auch Deutschland „existenziell“ bedroht

Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sieht auch Deutschland „existenziell“ durch die Führung in Teheran bedroht. Kanzler Merz (CDU) sei „bewusst, dass die iranischen Terror-Proxies und ihre ballistischen Raketen auch Europa bedrohen“, sagte Prosor. Auch deutsche Wirtschaftsinteressen seien betroffen. Die Situation sei ernst. „Die Mullahs haben wiederholt bewiesen, dass sie Terror als politisches Mittel einsetzen.“

02:35 Uhr – Irans Vizeaußenminister warnt EU vor Einmischung

Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Regierung hat Staaten der Europäischen Union mit Vergeltung gedroht, falls sie sich den gemeinsamen Luftangriffen der USA und Israels anschließen. In diesem Fall würde der Iran EU-Staaten als „legitime Ziele“ betrachten, sagt Irans Vizeaußenminister Madschid Tacht-Rawanchi in einem Interview mit dem französischen Sender France 24.

Die Regierung des Iran hätte schon „die Europäer und alle anderen informiert, dass sie sich davor hüten sollten, sich in diesen Krieg der Aggression gegen den Iran einzumischen“, so Tacht-Rawanchi weiter.

02:21 Uhr – Israelische Armee fliegt „groß angelegte“ Angriffe auf Teheran

Die israelische Luftwaffe fliegt in der Nacht nach eigenen Angaben weitere Angriffe im Iran. Man habe „groß angelegte“ Attacken auf Ziele der Regierung in Teheran gestartet, erklärte die Armee. Beteiligt seien mehr als 80 Kampfjets. Iranische Staatsmedien berichteten indes von einer Explosion im Westen der Hauptstadt.

00:34 Uhr – USA: Mehr als 3.000 Ziele im Iran angegriffen

Das US-Militär hat im Iran seit Kriegsbeginn nach eigenen Angaben mehr als 3.000 Ziele angegriffen. Die Streitkräfte hätten auch 43 iranische Schiffe zerstört oder beschädigt, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X mit. Erklärtes Ziel des US-Militärs ist es, die gesamte iranische Marine außer Gefecht zu setzen.

00:01 Uhr – Ischinger „negativ überrascht“ von fehlendem Plan der Amerikaner

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, vermisst einen klaren Plan der US-Regierung. „Negativ überrascht hat mich, dass die amerikanische Regierung weiterhin keinen halbwegs verlässlichen Plan kommunizieren kann, was das Ziel der Intervention im Iran ist“, sagte Ischinger dem Magazin „Stern“. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn man ohne klaren Plan, der auch mit den Verbündeten geteilt wird, in solche Operationen hineinstolpert.“

dpa/AFP/AP/Reuters/ll/sebe/jmr/krott/rct

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