Iran-Krieg könnte in zwei bis drei Wochen enden – Verbündete sollen sich Öl selbst holen | ABC-Z

Laut US-Präsident Donald Trump könnten die Angriffe der USA auf den Iran innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen enden. Teheran müsse kein Abkommen als Voraussetzung für die Beendigung des Konflikts abschließen, sagte Trump am Dienstag vor Journalisten und stößt damit Verbündete vor den Kopf, die auf die Öffnung der blockierten Straße von Hormus angewiesen sind. Die USA hätten mit der Sicherung der vom Iran blockierten Meerenge „nichts zu tun“, so Trump.
Er denke, sein Land werde noch „vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tage länger“ brauchen, sagte er am Dienstagabend im Weißen Haus. Ein Deal sei „irrelevant“, da man dafür sorge, dass die Machthaber in Teheran keine Atomwaffen bauen könnten. „Wenn wir das Gefühl haben, dass sie für lange Zeit in die Steinzeit zurückversetzt sind und sie nicht in der Lage sein werden, eine Atomwaffe zu entwickeln, dann werden wir gehen“, führte er aus.
Andererseits könne es auch vor dem von ihm anberaumten Zeitraum für ein Ende der US-Angriffe eine Einigung geben, wenn der Iran dazu bereit sei, sagte Trump. Und wenn das Land später wieder in der Lage sein sollte, Atomwaffen zu entwickeln, werde es einen Präsidenten wie ihn geben, der wieder angreifen werde.
Netanjahu kündigt Fortführung des Iran-Kriegs an
Es blieb zunächst unklar, ob sich auch Israel an den von Trump genannten Zeitplan zur weiteren Kriegsdauer halten würde. Trump selbst hatte in der Vergangenheit bereits häufiger Zeitangaben gemacht, die er später änderte.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat noch am Dienstag eine Fortführung des Kriegs gegen den Iran angekündigt. „Die Kampagne ist noch nicht vorbei“, sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache und fügte an: „Wir werden das Terrorregime weiterhin zerschlagen.“ Israel sei seiner „Mission treugeblieben“, habe „das Gesicht des Nahen Ostens verändert“ und sich zu einer „Regionalmacht“ entwickelt, sagte Netanjahu weiter.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hatte sich währenddessen offen für eine Beendigung des Kriegs gezeigt. Sein Land habe „den nötigen Willen, um den Konflikt zu beenden“, sagte Peseschkian in einem Telefonat mit EU-Ratspräsident António Costa. Er forderte zugleich „notwendige Garantien“, um „eine Wiederholung der Aggression zu verhindern“ sowie „finanzielle Entschädigungen“.
Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost
Trump will Rede an die Nation zum Iran-Krieg halten
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt kündigte nach den Äußerungen des Präsidenten auf der Plattform X an, dieser werde am Mittwoch um 21.00 Uhr Ortszeit (3.00 Uhr deutscher Zeit am Donnerstag) in einer Rede an die Nation ein „wichtiges Update“ zum Iran geben.
Der amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran befindet sich in der fünften Woche. Die US-Regierung hatte zu Beginn des Kriegs gesagt, dass der Einsatz zwischen vier und sechs Wochen dauern würde.
Trump an Verbündete: „Holt euch euer Öl selbst“
Trump bekräftigte, dass es nach dem Ende der US-Militäraktion Sache anderer Länder sein werde, Öltanker durch die Straße von Hormus zu bekommen. Frankreich oder andere Länder würden in der Lage sein, „für sich selbst zu sorgen“, sagte Trump. „Ich denke, es wird sehr sicher sein, aber wir haben damit nichts zu tun“, sagte Trump. Chinesische Tanker etwa würden die Meerenge passieren und aufgefüllt werden und sich um sich selbst kümmern. „Wir haben keinen Grund, das zu tun.“
Gleichzeitig setzte Trump seine Angriffe auf verbündete Länder fort, die sich bisher größtenteils zu seiner Frustration geweigert haben, militärische Hilfe zur Sicherung der Straße von Hormus zu leisten. In einem Post auf seiner Plattform „Truth Social“ nahm Trump Verbündete wie Großbritannien ins Visier und forderte sie auf, entweder US-Treibstoff zu kaufen oder sich in den eskalierenden Krieg einzubringen.
„Ihr müsst lernen, selbst zu kämpfen“, schreibt Trump. „Die USA werden euch nicht mehr helfen, genau wie ihr uns nicht geholfen habt. Der Iran ist im Grunde vernichtet. Das Schwierigste ist geschafft. Holt euch euer eigenes Öl!“.
Krieg gegen den Iran – spannende Hintergründe
Straße von Hormus: Ein Nadelöhr für die Weltwirtschaft
Der Iran hatte nach Beginn der jüngsten Angriffe mit Attacken und Drohungen dafür gesorgt, dass kaum noch Schiffe durch die Straße von Hormus fahren. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist ein zentraler Transportweg für Erdöl und Flüssiggas aus der Region. Deswegen führt die Blockade zu steigenden Energiepreisen rund um die Welt – und Sorgen um die Konjunktur.
Die USA importieren verhältnismäßig wenig Rohöl aus den Staaten des Persischen Golfs – doch steigende Weltmarktpreise treffen alle. Das setzt auch Trump und seine Republikaner unter Druck, zumal im November die Zwischenwahlen zum US-Kongress anstehen.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik – meinungsstark, exklusiv, relevant.
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Trump hatte sich zuletzt immer wieder verärgert über eine aus seiner Sicht unzureichende Unterstützung der USA durch Nato-Verbündete im Krieg gegen den Iran geäußert. Er hatte Nato-Partner auch um Hilfe bei der militärischen Absicherung der de facto blockierten Schifffahrt durch die Straße von Hormus gebeten. Weil sie dem nicht nachkamen, kritisierte er die Verbündeten wiederholt scharf.
os/dpa/afp





















