Iran-Krieg: ++ Erstes Flugzeug von Dubai unterwegs nach Frankfurt ++ | ABC-Z

liveblog
Ein erstes Flugzeug der Airline Emirates ist von Dubai unterwegs nach Frankfurt. In der saudischen Hauptstadt Riad wurde die US-Botschaft angegriffen. Die USA fordern ihre Staatsbürger auf, die Region zu verlassen. Die Entwicklungen im Liveblog.
Michael Rimmel, Politikwissenschaftler und Leiter des Auslandsbüros der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem, zur aktuellen Lage vor Ort, insbesondere nach der Eröffnung einer zweiten Front zu Libanon.
Im Iran steigt die Zahl der Toten infolge der israelisch-amerikanischen Angriffe nach Angaben des Roten Halbmonds auf 787. Das berichten staatliche iranische Medien.
Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA meldet Schäden an den Gebäuden, die mit der unterirdischen Urananreicherungsanlage Natans im Iran verbunden sind. Es sei kein Austritt radioaktiver Strahlungen zu erwarten, teilt die UN-Behörde mit. Auch an der Anlage selbst seien keine Auswirkungen festgestellt worden.
Auf Satellitenaufnahmen der Urananreicherungsanlage Natans vom 02. Februar 2026 sind Schäden zu erkennen.
Für eine Abschätzung der wirtschaftlichen Folgen des Krieges für die Region und die Weltwirtschaft ist es nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch zu früh. Dies hänge vom Ausmaß und der Dauer des Konflikts ab, teilt die Organisation mit. Der IWF habe Störungen des Handels und der Wirtschaftsaktivität sowie steigende Energiepreise und Schwankungen an den Finanzmärkten registriert. Die Lage in Nahost werde genau beobachtet.
Die libanesische Armee hat nach Angaben aus Militärkreisen Soldaten von mehreren Stellungen im Süden des Libanon nahe der Grenze zu Israel abgezogen. Nachdem es zu einer “Eskalation” seitens der israelischen Armee gekommen sei, habe die Armee ihre Truppen an mehreren Stellungen verlegt, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Kreisen der libanesischen Armee. Die Entscheidung sei getroffen worden, um die Sicherheit der Soldaten zu gewährleisten.
Drohnenangriffe im Zuge der militärischen Eskalation im Nahen Osten haben zwei Rechenzentren der Amazon-Tochter AWS (Amazon Web Services) in den Vereinigten Arabischen Emiraten direkt getroffen und beschädigt. Zudem wurde nach Unternehmensangaben in Bahrain eine Einrichtung durch einen Einschlag in unmittelbarer Nähe beeinträchtigt. Die Angriffe haben strukturelle Schäden und Unterbrechungen der Stromversorgung verursacht, wie AWS weiter mitteilte. Teils seien Löscharbeiten nötig gewesen, wodurch zusätzliche Wasserschäden entstanden sind.
Im Handelshafen von Dukm im Oman ist es erneut zu einem Drohnenangriff gekommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf Sicherheitsquellen berichtete, wurden Treibstofftanks von mehreren Drohnen attackiert. Verletzt wurde demnach niemand, die Schäden seien begrenzt. Zunächst war unklar, wer für den Angriff verantwortlich war.
Frankreich steht nach Angaben von Außenminister Jean-Noel Barrot bereit, die am meisten gefährdeten Franzosen in der Region auszufliegen. Insgesamt rund 400.000 französische Staatsangehörige hielten sich in den von dem Krieg betroffenen Gebieten auf. Frankreichs Priorität sei die Sicherheit der eigenen Bürger und die Deeskalation des Konflikts.
Der französische Außenminister Barrot hat angekündigt, besonders schutzbedürftige Landsleute aus den vom Krieg im Nahen Osten betroffenen Ländern auszufliegen.
Ein erstes Flugzeug der Airline Emirates ist nach den Flugausfällen wegen des Krieges in Nahost nun von Dubai nach Frankfurt am Main unterwegs. Eine Sprecherin der Fraport, der Betreibergesellschaft des bundesweit größten Flughafens, sagte der Nachrichtenagentur dpa: “Die Emirates ist in der Luft und kommt hier an.” Laut der Fraport-Ankunftsseite im Internet wurde sie am frühen Nachmittag erwartet.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bieten nach den Stornierungen in den ersten Tagen nun Sonderflüge für gestrandete Passagiere an. Emirates erklärte, zunächst Passagiere mit bereits bestehenden Buchungen bevorzugt zu berücksichtigen. Kundinnen und Kunden, die auf einen der eingeschränkt angebotenen Flüge umgebucht worden seien, würden direkt von ihr informiert.
China hat von allen am Krieg im Nahen Osten beteiligten Parteien gefordert, die Sicherheit in der für den weltweiten Handel wichtigen Straße von Hormus zu gewährleisten. Peking fordere alle Parteien “nachdrücklich” dazu auf, “ihre Militäroperationen unverzüglich einzustellen, eine weitere Eskalation der Spannungen zu vermeiden, die Sicherheit der Schifffahrtswege in der Straße von Hormus zu gewährleisten und größere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft zu verhindern”, erklärte Außenamtssprecherin Mao Ning.
Die USA haben in sechs Ländern nicht essenzielle Mitarbeitende ihrer diplomatischen Vertretungen zur Evakuierung aufgefordert. Auch Mitarbeitende und Familienangehörige in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollten sich am Dienstag in Sicherheit begeben, wie das Außenministerium der USA bekanntgab.
Die Emirate galten lange als sichere Gegend im Nahen Osten, sind aber in den aktuellen Krieg hineingezogen worden. Zu den anderen Ländern, für die eine Evakuierunganordnung der USA für nicht essenzielles diplomatisches Personal gilt, zählen Bahrain, der Irak, Jordanien, Kuwait und Katar.
Das Hauptquartier der US-Botschaft in Abu Dhabi
Die Ölpreise haben im frühen Handel weiter zugelegt. Nach einem kräftigen Anstieg am ersten Handelstag nach dem Beginn des Iran-Kriegs legten die Preise zunächst bis zu rund drei Prozent zu, blieben aber unter dem Höchststand aus den ersten Handelsstunden am Montag. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Dienstag gegen 8 Uhr um drei Prozent oder 2,35 Dollar auf 80,09 Dollar.
Die pro-iranische Hisbollah-Miliz hat eigenen Angaben zufolge drei Militärstützpunkte in Israel angegriffen. “Als Reaktion auf die kriminelle israelische Aggression gegen Dutzende libanesischer Städte und Ortschaften” seien die Luftwaffenstützpunkte Ramat David und Meron im Norden Israels mit Drohnen angegriffen worden, erklärte die Hisbollah. Zudem sei die Militärbasis Nafah auf den von Israel besetzten Golan-Höhen mit Raketen beschossen worden. Die israelische Armee hatte zuvor zeitgleiche Luftangriffe auf militärische Ziele in Beirut und die iranischen Hauptstadt Teheran gemeldet.
Der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, hat die Angriffe der USA und Israels gegen Iran verteidigt. Er sagte im rbb24 Inforadio, man stehe den Iranern bei, die das Mullah-Regime überwinden wollten. “Wir können die Menschen nur ermutigen, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. (…) Wenn der Iran einen neuen Weg geht, dann hat er uns an seiner Seite”, so Hardt.
Dieser Krieg könne sehr schnell beendet sein, “auch die Sanktionen gegen den Iran können sehr schnell beendet sein, wenn es eine Führung im Iran gibt, die der Gewalt abschwört, dem Atomprogramm abschwört, und gegenüber den Menschen einen Demokratisierungs- und Rechtsstaatsprozess einleitet”, so Hardt weiter.
CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt verteidigt die Angriffe der USA und Israels gegen Iran
Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge weitere Truppen in den Südlibanon geschickt. “Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um ein Manöver, eine Bodenoffensive oder Ähnliches handelt. Es ist eine taktische Maßnahme, um Angriffe der Hisbollah zu verhindern”, sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. “Es besteht die reale Möglichkeit, dass sie ihre Einsätze gegen uns ausweiten.” Wie viele Soldaten Israel im Nachbarland in der Nähe zur israelischen Grenze positioniert hat, wollte der Sprecher nicht sagen.
Der Reisekonzern TUI rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen einiger Tage. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Programm von n-tv. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. “Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können“, so Ebel. Erste Flüge sollten nach München gehen. Zudem stünden eigene Flugzeuge von TUI Fly bereit. Diese seien “standby, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen.”
Das US-Außenministerium zieht angesichts des Iran-Krieges den Großteil seines Botschaftspersonals aus Bahrain, Jordanien und dem Irak ab. Das Ministerium habe aus Sicherheitsgründen seine Reisehinweise für die Länder aktualisiert und die “Ausreise von allen nicht für Notfälle zuständigen Mitarbeitern der US-Regierung sowie deren Familienangehörigen” angeordnet, erklärte das Ministerium auf X.
Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait wurde derweil “bis auf Weiteres” geschlossen. “Aufgrund der anhaltenden Spannungen in der Region” seien alle Konsulatstermine in Kuwait abgesagt worden, die Botschaft bleibe vorerst geschlossen, erklärte die US-Botschaft auf X.
Die Wahl eines neuen geistlichen und politischen Oberhaupts in Iran wird nach Aussagen eines Mitglieds des Expertenrats nicht lange in Anspruch nehmen. Es werde nicht lange dauern, bis ein Nachfolger für Ajatollah Ali Chamenei feststeht, sagte das Mitglied laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna.
Die iranische Hauptstadt Teheran ist erneut von schweren Bombardierungen erschüttert worden. Auch am Rand der östlichen Pendlerstadt Pardis schlugen rund ein Dutzend Raketen ein, wie iranische Medien berichteten. In den Hochhäusern der Neubaugebiete zitterten die Fenster, wie Bewohner der Nachrichtenagentur dpa berichteten. Auf Videos in sozialen Medien waren graue Rauchschwaden über den Hügeln am Rand des Albors-Gebirges zu sehen.
Im Zentrum von Teheran ist Rauch zu sehen – es gibt Berichte über neue Angriffe.
Nach der Ankündigung der Regierung, erste deutsche Reisende aus der Kriegsregion am Persischen Golf ausfliegen zu lassen, gibt es Kritik am Vorgehen von Außenminister Johann Wadephul. Der Schutz der eigenen Bürgerinnen und Bürger gehöre zu den Pflichten einer Regierung, sagte die Grünen-Außenexpertin Luise Amtsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. “Erst an Tag drei nach Ausbruch des Krieges anzukündigen, einzelne vulnerable Personengruppen aus der Region evakuieren zu wollen, reicht nicht aus.”
Die Krisenkommunikation sei mangelhaft, sagte die außenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Cansu Özdemir den Funke-Zeitungen. Mit Wadephuls Äußerung, zunächst nur ältere Menschen, Kinder, Kranke und Schwangere evakuieren zu wollen, schüre die Bundesregierung weitere Verunsicherung.
Die islamische Revolutionsgarde hat nach Angaben von iranischen Staatsmedien einen US-Luftwaffenstützpunkt in Bahrain angegriffen. Die Seestreitkräfte der Revolutionsgarden hätten einen “großangelegten Drohnen- und Raketenangriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt im Gebiet Scheich Isa in Bahrain” verübt, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf eine Erklärung der Revolutionsgarde. Bei dem Angriff mit 20 Drohnen und drei Raketen sei das “zentrale Kommandohauptquartier der Basis zerstört” worden.
Führende US-Republikaner rücken zur Begründung für den eigenen Angriff gegen Iran nun zunehmend Israels Agieren in den Fokus. “Israel war entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne amerikanische Unterstützung” sagte der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson.
US-Außenminister Marco Rubio sagte gegenüber Journalisten: “Wir wussten, dass es zu einem israelischen Eingreifen kommen würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte auslösen würde.” Die USA seien zu der Einschätzung gekommen, dass sie mehr Verletzte und Tote zu verzeichnen hätten, wenn sie unter diesen Umständen nicht “präventiv” gegen Iran vorgegangen wären.
Die US-Streitkräfte haben bei anhaltenden Angriffen im Iran eigenen Angaben nach weitere militärische Infrastruktur ins Visier genommen. Zerstört worden seien Kommando- und Kontrollzentren der islamischen Revolutionsgarde, iranische Luftabwehrkapazitäten, Raketen- und Drohnenabschussbasen sowie Militärflugplätze, wie das für die Region zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) auf X mitteilte.
Iranische Drohnen haben nach Angaben Australiens einen australischen Militärstützpunkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen. Verletzte habe es jedoch nicht gegeben, teilte Australiens Verteidigungsminister Richard Marles mit. Die Drohnen hätten in der ersten Nacht des Kriegs die Luftwaffenbasis Al Minhad getroffen – ein Logistikstützpunkt für Australiens Einsätze im Nahen Osten in der Nähe von Dubai.
Grünen-Politiker Jürgen Trittin wirft der Bundesregierung Versagen im Umgang mit der Iran-Krise vor. “Sich jetzt offen gegen das Völkerrecht zu stellen, verletzt elementare Sicherheitsinteressen Deutschlands”, schreibt der frühere Grünen-Chef in einer Erklärung, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.
Das Völkerrecht sei “keine moralische Petitesse”, schreibt Trittin. “Niemand weint Chamenei und seinen Generälen eine Träne nach. Ihre Tötung ist aber nicht vom Völkerrecht gedeckt”, erklärte Trittin mit Blick auf den am Samstag getöteten Staatsführer Ajatollah Ali Chamenei. “Das Völkerrecht schützt gerade diejenigen, die nicht mit Gewalt ihr eigenes Recht schaffen können.” Dazu gehöre auch Deutschland.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den Angriff auf Iran mit dem angeblichen Bau neuer Bunker zum Schutz der iranischen Raketen- und Atomprogramme gerechtfertigt. “Der Grund, warum wir jetzt handeln mussten”, sei, dass Iran nach den Bombardierungen seiner Atomanlagen und seiner Raketenarsenale im vergangenen Jahr mit dem Bau “neuer Anlagen, unterirdischer Bunker” begonnen habe, sagte er dem US-Sender Fox News.
Das Raketen- und “Atombombenprogramm” wäre sonst “innerhalb von Monaten” unangreifbar gewesen, behauptete Netanjahu. Deshalb habe man handeln müssen. Netanjahu rechnet nicht mit einem “endlosen Krieg”. “Es kann einige Zeit dauern, aber es wird keine Jahre dauern”, sagte er. Israel hatte Iran bereits im Juni vergangenen Jahres angegriffen. Das US-Militär hatte sich knapp eine Woche später Israel angeschlossen und Irans Atomanlagen bombardiert.
Vertreter der US-Regierung haben betont, dass es Präsident Donald Trump in Iran nicht in erster Linie um einen Machtwechsel gehe. In einer “perfekten Welt” würden die USA es begrüßen, wenn jemand in Teheran an die Macht käme, der bereit sei, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten, sagte US-Vizepräsident JD Vance dem Sender Fox News.
Trumps vorrangiges Ziel sei aber, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Dafür sei es letztlich nebensächlich, was mit der Führung in Teheran passiere. In einer Videobotschaft hatte Trump die Iraner aufgerufen, die Führung des Landes in die Hand zu nehmen. “Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung”, hatte der US-Präsident die 90 Millionen Menschen in Iran aufgefordert.
US-Vizepräsident Vance hat bestritten, dass die USA einen Machtwechsel in Iran anstreben.
Die UNESCO ist in Sorge um den Golestanpalast in der iranischen Hauptstadt Teheran. Das Weltkulturerbe wurde Berichten zufolge durch einen Luftangriff in der Nähe beschädigt. Der Angriff traf den Arag-Platz in Teheran, der sich in der Pufferzone des Palastes befindet, teilte die UN-Organisation mit. Demnach wurde das Gebäude durch Trümmer und Druckwellen des Angriffs beschädigt.
Nach Angaben der Regierung von Saudi-Arabien ist die US-Botschaft in der Hauptstadt Riad von zwei Drohnen angegriffen worden. Dort sei ein Feuer ausgebrochen. Laut der Nachrichtenagentur AFP berichten Augenzeugen über zwei laute Explosionen. Über dem Diplomatenviertel sei eine Rauchwolke zu sehen. Der US-Sender Fox News berichtet, die Botschaft sei zum Zeitpunkt des Angriffs unbesetzt gewesen.
Die US-Botschaft empfahl ihren Landsleuten in dem Königreich, sich sofort in Sicherheit zu bringen und die Botschaft bis auf weiteres zu meiden, da es zu einem Angriff auf die Einrichtung gekommen sei.
Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat vor einem neuen Energieschock für Deutschland durch die Eskalation im Nahen Osten gewarnt. “Ein erneuter Energieschock würde eine Wirtschaft belasten, die sich noch immer von den vergangenen Preissprüngen erholt”, sagte Grimm dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Analysten hielten einen Ölpreis von über 100 Dollar für möglich, wenn die Straße von Hormus faktisch gesperrt bleibe.
“Für Europa bedeutet das: steigende Energiekosten, wachsende Inflationsrisiken und zusätzliche Investitionsunsicherheit”, sagte Grimm. Sie forderte, Europas Energieversorgung widerstandsfähiger zu machen – durch diversifizierte Lieferketten, gut gefüllte Speicher, koordinierte europäische Beschaffung und einen beschleunigten Ausbau der eigenen Energieversorgung. “Wir müssen uns auf eine längere Phase erhöhter Unsicherheit einstellen”, warnte die Wirtschaftsweise.
Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter fordert von der Bundesregierung eine aktive Unterstützung der USA und Israels bei ihrem Vorgehen gegen Iran. “Wir müssen die USA und Israel in ihrem entschlossenen Vorgehen vollumfänglich und aktiv unterstützen”, sagte Kiesewetter der Augsburger Allgemeinen. Deutschland solle dabei “nichts ausschließen” – von logistischer Unterstützung über Luftverteidigung bis hin zu offensiven Maßnahmen gegen die militärische Infrastruktur des iranischen Regimes.
Israels Armee greift weiter Iran an. Dabei wurde auch die staatliche iranische Rundfunkanstalt IRIB in Teheran bombardiert. “Vor kurzem hat die israelische Luftwaffe das Kommunikationszentrum des iranischen Terrorregimes angegriffen und zerstört”, teilte die israelische Armee mit. Der Chef des Senders bestätigte den Angriff zwar, betonte aber zugleich, der Sendebetrieb gehe weiter. Die staatliche Rundfunkagentur Iribnews betonte sogar, der Sendebetrieb sei “in keiner Weise beeinträchtigt”.
Kurz vor dem Angriff hatte ein israelischer Armee-Sprecher auf Persisch im Internet alle Bewohner des Stadtteils Evin aufgerufen, sich angesichts unmittelbar bevorstehender Bombardierungen in Sicherheit zu bringen. Dazu wurde eine Karte der Hauptstadt mit dem markierten Gebiet veröffentlicht, in dem auch die iranische Rundfunkanstalt liegt.
Angesichts des Krieges der USA und Israels mit Iran ruft das US-Außenministerium Amerikaner in mehr als einem Dutzend Ländern im Nahen Osten dazu auf, diese sofort zu verlassen. Zur Begründung verwies eine Vertreterin des Ministeriums auf der Plattform X auf “schwerwiegende Sicherheitsrisiken”.
Die Aufforderung betrifft folgende Länder und Regionen: Bahrain, Ägypten, Iran, Irak, Israel, das Westjordanland und den Gazastreifen, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Jemen.
Israel ist nach Militärangaben in der Nacht erneut aus Iran mit Raketen angegriffen worden. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, wie die Armee mitteilte. In Tel Aviv und anderen Gebieten heulten die Sirenen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, sich in die Schutzräume zu begeben.
Einem Bericht des Senders Fox News zufolge widerspricht das US-Militär der Darstellung Irans, die Straße von Hormus sei gesperrt. Die wichtige Schifffahrtsroute sei weiterhin offen, meldete der Sender unter Berufung auf das Militär.
Eine direkte Stellungnahme des zuständigen US-Zentralkommandos (Centcom) lag nicht vor. Zuvor hatten die islamische Revolutionsgarde erklärt, die Meerenge sei blockiert und jedes Schiff werde beschossen.
Die Straße von Hormus ist das Nadelöhr des internationalen Ölhandels. Etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls werden durch die an ihrer engsten Stelle nur 33 Kilometer breite Wasserstraße transportiert. Die Furcht vor einem längeren Ausfall der Lieferungen ließ die Ölpreise am Montag in die Höhe schnellen.
Alle Entwicklungen vom Montag rund um den Iran-Krieg zum Nachlesen finden Sie hier:





















