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Iran-Krieg: ++ Bundesregierung beginnt Rückholaktion ++ | ABC-Z


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Stand: 05.03.2026 • 04:56 Uhr

Im Oman ist das erste Evakuierungsflugzeug der Bundesregierung mit Deutschen an Bord gestartet. In den USA stimmt der US-Senat gegen eine Resolution, die dem Kongress mehr Mitsprache im Iran-Krieg gegeben hätte. Die Entwicklungen im Liveblog.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

Die Regierung Neuseelands wird zwei Militärflugzeuge in den Nahen Osten entsenden, um neuseeländische Bürger zu evakuieren. Außenminister Winston Peters und Verteidigungsministerin Judith Collins erklärten, dass die Regierung außerdem mit kommerziellen Fluggesellschaften spreche. “Wir können nicht sicher sein, wann und wie mögliche Evakuierungsoperationen für Zivilisten stattfinden könnten, aber wir wollen vorbereitet sein, falls und sobald die Bedingungen vor Ort dies ermöglichen”, sagte Peters. Nach Angaben der Behörden leben etwa 3.000 Neuseeländer im Nahen Osten.

Iran hat nach eigenen Angaben erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak angegriffen. Es seien drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden, meldete die staatlichen Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Militärführung in Teheran. Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, auf denen die Einschläge zu sehen sein sollen.

US-Medien hatten zuletzt berichtet, Präsident Donald Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies dies zurück. Regierungssprecherin Karoline Leavitt bestätigte allerdings, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Iraks gesprochen habe.

Die Kurden sind eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Angehörigen, die vor allem im Irak, im Iran sowie in Syrien und der Türkei leben. Sie kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat und wurden lange im Irak wie auch im Iran verfolgt und unterdrückt. Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003.

Nach einer Explosion vor der Küste Kuwaits ist ein Tanker beschädigt worden und leckgeschlagen. Das meldet die britische Seefahrtsbehörde UKMTO. Die Besatzung sei in Sicherheit. Nach der Explosion sei ein kleines Boot gesichtet worden, das sich vom Ort des Geschehens entfernt habe. Das kuwaitische Innenministerium teilte mit, der Vorfall habe sich außerhalb der Hoheitsgewässer des Landes ereignet.

Der kanadische Premierminister Mark Carney hat eine Beteiligung seines Landes am Iran-Krieg nicht ausgeschlossen. “Man kann eine Beteiligung nie kategorisch ausschließen”, sagte Carney bei einem Besuch in der australischen Hauptstadt Canberra. Die Frage sei aber “hypothetisch”. “Wir werden an der Seite unserer Verbündeten stehen”, sagte Carney bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem australischen Premier Anthony Albanese. Außerdem werde Kanada “immer Kanadier verteidigen”.

Dubai gilt – obwohl monarchisch-autokratisch regiert – als paradiesische Influencer-Metropole. Doch seit den jüngsten Angriffen Irans hat das glamouröse Image des Golfstaates ordentlich Risse bekommen. Sehr zum Unwillen des Herrscherhauses.

Die israelische Regierung hat nach eigenen Angaben bereits “historische Erfolge” im Krieg gegen den Iran erzielt. “Israel und die USA haben gemeinsam historische Erfolge erzielt, um unsere Bürger und die zivilisierte Welt zu schützen”, sagte Regierungssprecherin Schosch Bedrosian. Die US-israelischen Luftangriffe seien notwendig gewesen, weil der Iran sein Atomprogramm in “neuen unterirdischen Bunkern” wieder aufgebaut habe. Außerdem habe es Anzeichen dafür gegeben, dass der Iran “Israel und amerikanische Truppen im Nahen Osten” habe angreifen wollen.

Auch US-Präsident Donald Trump zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Krieges. “Es läuft gut an der Kriegsfront, um es zurückhaltend auszudrücken”, sagte er bei einem Treffen mit Technologieunternehmern im Weißen Haus.

Kanada organisiert die Ausreise von mehr als 2.000 seiner Staatsbürger aus der Region. Außenministerin Anita Anand teiltemit, die Regierung organisiere Plätze auf kommerziellen Flügen, chartere Flugzeuge und biete Bodentransporte in Nachbarländer an. Der kommerzielle Flugverkehr in der Region ist seit Tagen weitgehend lahmgelegt.

Die Chefin der UN-Organisation für Migration (IOM) Europa vor einer Migrationskrise, die sich binnen Tagen entwickeln könnte. “Schauen Sie sich das Beispiel der Ukraine an, wo innerhalb weniger Tage Millionen von Menschen die Grenze überquert haben”, sagte Amy Pope im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Bei Konflikten nicht weit entfernt von Europa sei es entscheidend, die Migrationsbewegungen der Menschen genau zu beobachten. “Wir sehen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben werden. Wir beobachten, ob und wann diese Vertreibung auf andere Länder übergreifen wird”, sagte die US-Amerikanerin. Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite und dabei auch zivile Infrastruktur getroffen werde.

Die israelische Luftwaffe hat erneut Stellungen der Terrororganisation Hisbollah in Beirut angegriffen. Ziel sei die Infrastruktur der proiranischen Miliz, erklärte die Armee. Zuvor hatte das Militär bereits ein Gebäude in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt als Hisbollah-Stützpunkt dentifiziert und einen Angriff angekündigt. Ein Armeesprecher rief die Anwohner dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Die Hisbollah hatte in der Nacht zu Montag begonnen, als Reaktion auf die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chamenei Raketen auf Israel zu schießen. Als Reaktion greift auch Israels Militär in mehreren Teilen des Landes wieder Stützpunkte der Terroristen im Libanon an.

Der Iran-Krieg führt nach Einschätzung der EU-Kommission zu keiner massenhaften Migration aus dem Land Richtung Europa. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner sagte der “Bild” mit Blick auf Gespräche mit dem türkischen Außenminister Hakan Fidan: “Der hat versichert, dass er die Grenzen zugemacht hat in Richtung Iran. Und dass er auf der anderen Seite auch dazu steht, dass wir eine gute Kooperation haben zwischen der Europäischen Union und der Türkei.” Beide Seiten seien interessiert, diese Kooperation beizubehalten und sogar noch zu intensivieren, sagte der EU-Kommissar weiter.

Bereits am Montag hatte Brunner gesagt, es würden noch keine größeren Bewegungen an den Außengrenzen Irans beobachtet. Man verfolge die Situation und stehe mit den Partnern im Nahen Osten sowie internationalen Organisationen in engem Austausch.

Der mögliche Nachfolger des Getöteten Ajatollah Ali Chamenei – sein Sohn Mojtaba – sei im Iran außerordentlich gut vernetzt mit den brutalen Revolutionsgarden, sagt Nahost-Experte Daniel Gerlach in den tagesthemen. Er sei auch an der blutigen Niederschlagung der jüngsten Proteste beteiligt gewesen – und deswegen in weiten Teilen der Bevölkerung verhasst. Er gehe nicht davon aus, dass Mojtaba Chamenei zu Kompromissen bereit sei.

Die Republikaner im US-Senat haben eine Resolution abgelehnt, die dem Kongress mehr Mitspracherecht beim militärischen Vorgehen gegen den Iran ermöglichen sollte. Abgeordnete hätten dann vor weiteren Angriffen eine Zustimmung des Kongresses verlangen können. Die Gesetzesvorlage scheiterte mit 47 zu 53 Stimmen.

In Omans Hauptstadt Maskat ist der erste Evakuierungs-Jet der Bundesregierung im aktuellen Nahost-Konflikt gestartet. Das geht aus Daten des Flugdienstleisters Flightradar24 hervor. Die Lufthansa-Maschine vom Typ Airbus A340-300 wird laut aktuellem Plan gegen 07.22 Uhr am Frankfurter Flughafen erwartet. An Bord befinden sich Menschen, die von der Bundesregierung ausgewählt worden sind. Sie waren infolge des US-Angriffs auf den Iran in der Golf-Region gestrandet und mussten über den Landweg nach Maskat gebracht werden.

Nach den Worten von Bundesaußenminister Johann Wadephul sollten besonders verwundbare Gruppen ausgewählt werden, wie Schwangere, Kranke oder Kinder. Es handelt sich nicht um die erste Maschine, die seit Kriegsbeginn Deutschland erreicht hat. Bereits seit Dienstag hatten insbesondere Fluggesellschaften aus den Vereinigten Arabischen Emiraten einzelne Flüge angeboten.

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