Stil

Iphofen: Handtaschen und Kunst im Knauf-Museum – Stil | ABC-Z

Das Knauf-Museum im fränkischen Iphofen tut sich immer wieder mit liebevollen Ausstellungen zu interessanten Sammelgebieten hervor. Vergangenes Jahr ging es beispielsweise um den Spazierstock, ab kommendem Sonntag, 22. März, widmet sich das Privatmuseum dem Thema Handtaschen. Die Ausstellung „Trag mich! Handtaschen aus 100 Jahren“ versammelt rund 80 außergewöhnliche Handtaschen aus 100 Jahren, darunter die ikonischen Modelle internationaler Luxusmarken ebenso wie seltene oder originelle Exemplare. Die Schau führt den Besuchern die stilistische, kulturhistorische und gesellschaftliche Bedeutung der Handtasche vor Augen und zeigt auch die unterschiedlichen Einsatzzwecke und Begehrlichkeiten der Epochen, mit Stücken aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts bis zu Designklassikern von Hermès, Chanel, Gucci oder Ferragamo.

Annette Herrmann/unknown

Langfinger

Etwa eineinhalb Stunden von Berlin entfernt hat Annette Herrmann im mecklenburgischen Dorf Boock mit ihrem Partner den malerischen alten Küsselhof entdeckt und zu einem idyllischen Rückzugsort umgebaut. Dort empfängt sie nicht nur Feriengäste in drei bildschönen Zimmern, sondern betreibt auch eine Keramikwerkstatt. Ein Blick in den Onlineshop auf ihr handgemachtes und originelles Sortiment lohnt sich immer, wenn man auf der Suche nach kleinen, besonderen Geschenken oder einem neuen Accessoire für die eigene Wohnung ist. Spezialität von Annette Herrmann sind handgemachte Fliesen, mit denen sich Küche oder Bad ziemlich individuell verschönern lassen – zum Beispiel auch nur mit einer besonderen Fliese als Blickfang zwischen der Baumarkt-Ware. Uns haben aber besonders gut die exzentrischen kleinen Porzellan-Schlüsselhaken in Form von Fingern gefallen, für die im Haushalt vielfältige Einsatzmöglichkeiten denkbar sind: Topflappen, kleine Küchengeräte, Schmuck, aber auch Kleidungsstücke sind damit immer stilvoll präsentiert. Und auch ohne Traglast ist die Hand an der Wand ein netter Hingucker. Ab 25 Euro über einhaken.de

Maison Margiela

Pure Freude

Definitiv der schönste Fashion-Film der Saison, obwohl keine Models durchs Bild laufen, kaum Kleidung zu sehen ist und im Gegensatz zum Calvin-Klein-Spot mit Dakota Johnson null, aber wirklich null Sexappeal zu sehen ist. Stattdessen liefert „Joy“ von Maison Margiela genau das: Freude. Zumindest wenn man etwas für Musik und Kinder übrig hat. Der Name bezieht sich auf ein Stück des deutschen Komponisten Max Richter, der für den Film „Hamnet“ für einen Oscar nominiert ist. Aber vorgeführt wird es nicht von irgendeinem Orchester, sondern von Mitgliedern der Association Orchestre à l’École. Einer inklusiven Initiative, die Klassenzimmer in kleine Orchester verwandelt und Kinder zur Musik bringt.

Michael Nicolai Johannsen/supergloo

Beauty aus dem All

Es ist natürlich Zufall, dass das jetzt pünktlich zum Hype um den Film „Project Hail Mary“ mit Sandra Hüller und Ryan Gosling auf den Markt kommt, passt aber perfekt zur Conclusio: Die Lösung liegt im All. Wissenschaftler haben dort lange Grundlagenforschung zu kaltem Plasma betrieben, die letztlich zu wichtigen neuen Behandlungen von chronischen Wunden und Hautkrankheiten führte. Die Wirkung entsteht dabei nicht durch Hitze, wie normalerweise bei Plasma, sondern durch kurzlebige, energiereiche Moleküle, vor allem reaktive Sauerstoff- (ROS) und Stickstoffspezies (RNS). Da versteht der Laie natürlich kein Wort. Einfacher gesagt: Diese Moleküle sind Teil natürlicher Prozesse unseres Immunsystems und sollen die Haut dabei unterstützen, sich zu regenerieren und ihr Gleichgewicht wiederzufinden. Jetzt wird diese Technologie vom deutschen Unternehmen Hyped About Science aus München erstmals in Skincare übersetzt. Phlas ist ein Gerät, das das Kaltplasma kontrolliert erzeugt und vor allem bei unreiner und zu Akne oder Rötungen neigender Haut helfen soll. Die Anwendung ist tatsächlich einigermaßen „abgespaced“: Man hält die Düse ein bis zwei Minuten direkt auf die zu behandelnden Stellen, das leise brodelnde Geräusch klingt sofort nach Science-Fiction, Schmerzen entstehen keine. Bei täglicher Nutzung soll das Hautbild schon nach Wochen sichtbar verfeinert aussehen. Die Zukunft ist allerdings nicht ganz günstig, der Phlas kostet 399 Euro.

Frau Tonis Parfum

Frühlingsfrisch

Oud gilt als Inbegriff eines kostbaren, exotischen Duftstoffs, allein der Name klingt geheimnisvoll. Wobei es inzwischen eine Weile her ist, dass die westliche Parfumindustrie das Räucherholz des asiatischen Adlerholzbaums entdeckte und jeder halbwegs ambitionierte Nischenhersteller ohne eine Oud-Komposition sein Markendebüt gar nicht erst zu probieren brauchte. Was wie ein vorübergehender Hype wirkte, hat sich fest etabliert, jede Saison gehört das harzige Aroma inzwischen zur gängigen Zutatenliste, etwa in Louis Vuittons pompös angekündigtem Neuling „Ambre Levant“. Nicht aus Paris, sondern aus Kreuzberg und überhaupt eine Nummer kleiner ist Oud Weiss von der Manufaktur Frau Tonis Berlin. Hier werden die dunklen Gehölznoten so geschickt kontrastiert, dass sogar in der schwereren Parfum-Version ein tagsüber tragbarer Duft daraus wird: Zitronige Bergamotte sorgt für die nötige Frische, das macht die intensiven Nuancen frühlingstauglich (frau-tonis-parfum.com).

Chanel

Irgendwas von Matthieu, egal was!!!

Volle Ehrlichkeit voraus: Es könnte jetzt knapp werden. Denn wenn Sie nicht längst schon vor der Maximilianstraße 6 zelten, sich am Kurfürstendamm 185 an den Eingang gekettet haben, am Neuem Wall 73-75 „Let Me In“ von R.E.M. in Endlosschleife singen oder „Knocking on Heaven’s Door“ von Bob Dylan an der Kö 20, wenn Sie in der Goethestraße 10 nicht vor Monaten schon den Türsteher bestochen haben, dann, ja dann: stehen Ihre Chancen leider nicht so gut, dass Sie in absehbarer Zeit ein Teil aus Matthieu Blazys erster Frühjahrskollektion für Chanel ergattern werden. Also irgendein Teil, von Ihrem Wunschteil fangen wir hier gar nicht erst an. Der erste Drop jedenfalls ist am Freitag, 13. März 2026, in fünf deutschen Chanel-Boutiquen gelandet, und wenn es auch nur ansatzweise läuft wie in Paris, wo das Rennen bereits Anfang der Woche eröffnet wurde, wird die Schlacht ums Kaufrecht mit allen legalen sowie grob unfairen Mitteln ausgefochten werden und Stunden später schon wieder vorbei sein. Wir haben uns erkundigt: Keine künstliche Verknappung, heißt es bei Chanel, aber die Fertigungskapazitäten seien nun mal begrenzt, obwohl man gerade so viele Produktionsstätten wie nur irgendwie möglich aufkaufe. Und da es leider irgendwo in der französischen Provinz nur noch fünf alte Damen gebe, die dieses eine, ganz besonders komplizierte Muster sticken können … Sie verstehen. Oben im Bild übrigens die Slingpumps aus beigem Lammleder & schwarzem Kalbslack. Seit Freitag zu haben in München, Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt am Main. Aber wirklich nur sehr, sehr theoretisch. 1150 Euro.

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