Proben des BUND zeigen: Berliner Trinkwasser ist mit PFAS belastet | ABC-Z

Proben des BUND
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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat im Berliner Grund- und Trinkwasser die problematischen Chemikalien PFAS nachgewiesen. Laut der Umweltorganisation würden vier von fünf Stichproben den geltenden Grenzwert überschreiten.
Ebenfalls soll der Grenzwert im brandenburgischen Zeuthen (Dahme-Spreewald) überschritten worden sein. Deutschlandweit fand die Umweltorganisation in 42 der 46 Stichproben die gesundheitsschädlichen Substanzen. Verbraucher können trotz der Belastung mit PFAS Leitungswasser bedenkenlos trinken.
Was ist PFAS?
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) stellen eines der gravierendsten Umweltprobleme unserer Zeit dar. Die als “Ewigkeitschemikalien” bekannte Stoffgruppe umfasst mehr als 10.000 künstlich hergestellte Verbindungen, die aufgrund ihrer stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen in der Natur praktisch nicht abgebaut werden können.
PFAS ist weltweit verbreitet – Wissenschaftler der Universität Stockholm konnten nachweisen, dass Regenwasser weltweit, auch in der Antarktis und im tibetanischen Hochland, mit PFAS belastet ist [Umweltbundesamt.de]. PFAS ist zudem im Blut nahezu aller Menschen weltweit nachweisbar [Umweltbundesamt.de].
Vielfältige Gesundheitsgefahren
Die gesundheitlichen Auswirkungen von PFAS sind durch zahlreiche Studien belegt. Wissenschaftler konnten in mehreren Untersuchungen nachweisen, dass die Chemikalien die Aktivität von Immunzellen verringern, was zu höherer Infektanfälligkeit führt [Helmholtz-Zentrum.de]. Zudem sollen die Stoffe Krebs verursachen, unfruchtbar machen und zur Fettleibigkeit beitragen.
Die Chemikalien finden aufgrund ihrer fett- und wasserabweisenden Eigenschaften im Alltag eine breite Verwendung. Sie sind etwa in Outdoor-Kleidung, Imprägniersprays, beschichteten Pfannen und eben auch in Lebensmittelverpackungen vor allem für fettige Speisen wie Burger, Fritten, Pizzen oder Sandwiches zu finden.
Strengere Grenzwerte und drohendes Verbot
Ab dem 12. Januar 2026 gilt in Deutschland ein neuer Grenzwert für Trinkwasser – die Summe von 20 ausgewählten PFAS-Verbindungen darf dann höchstens 100 Nanogramm pro Liter betragen. Auf EU-Ebene wird seit Februar 2023 über ein weitgehendes Verbot diskutiert. Mit einer Entscheidung wird Ende 2026 gerechnet. In Deutschland gibt es sechs Fabriken, die PFAS produzieren – das sind mehr als in jedem anderen Land in Europa.
Der BUND fordert, die Verbreitung von PFAS zu beschränken, um die “zunehmende Verschmutzung unserer Umwelt zu stoppen”. Zudem sollten die Verursacher für Folgekosten aufkommen, zum Beispiel beim Aufbereiten von Trinkwasser.
Sendung: rbb24 Inforadio, 04.11.2025, 8:40 Uhr














