Inter American Press Association: Pressefreiheit in den USA laut Medienorganisation stark zurückgegangen | ABC-Z

Die Inter American Press Association (IAPA), ein Verband von Medienorganisationen auf dem amerikanischen Doppelkontinent, beklagt einen starken Rückgang der Pressefreiheit in den USA im vergangenen Jahr. In der diesjährigen Ausgabe ihres seit 2020 jährlich veröffentlichten sogenannten Chapultepec-Index, in dem die Länder Nord-, Mittel- und Südamerikas hinsichtlich der Presse- und Redefreiheit bewertet werden, sind die USA nach Angaben der Organisation vom vierten auf den elften Platz gerutscht.
Damit stufte die IAPA die USA erstmals seit 2020 als Land mit “teilweise eingeschränkter” Pressefreiheit ein. So seien 2025 in den USA 170 Angriffe auf Journalisten verzeichnet worden. Besonders besorgniserregend seien Zwischenfälle während der Berichterstattung über Einsätze der US-Einwanderungsbehörden.
USA hinter Argentinien, Paraguay und Costa Rica
Der US-Regierung warf die Organisation vor, Schritte zur “Einschränkung der freien Meinungsäußerung und des Zugangs zu Informationen” zu unternehmen. Präsident Donald Trump und andere Vertreter des Präsidialamts hätten Medien, die der US-Regierung kritisch gegenüberstanden, “stigmatisiert”. Auch prangert die Organisation den Entzug von Mitteln für öffentliche Medien an sowie den Abbau von Institutionen, die sich für “Vielfalt” einsetzten.
Von maximal 100 Punkten, die von der IAPA vergeben werden, haben die USA demnach 45.87 Punkte erreicht, ein Rückgang von 22.65 Punkten gegenüber dem Vorjahr. Zu weiteren Ländern, in denen die Pressefreiheit “teilweise eingeschränkt” sei, zählt die Organisation Argentinien, Paraguay, Costa Rica vor und Kolumbien sowie Guatemala hinter den USA. “Leichte Einschränkungen” gebe es in sechs Staaten, darunter Kanada, Brasilien und Uruguay.
Als einziges Land mit weitgehender Presse- und Meinungsfreiheit bewerteten die 195 Juroren aus 23 amerikanischen Ländern die Dominikanische Republik (82.17 Punkte). In acht Ländern sei die Pressefreiheit “stark eingeschränkt”, etwa in Bolivien, Haiti und Kuba. Die beiden letzten Plätze mit der schlechtesten Kategorie (“ohne Redefreiheit”) vergab die Organisation an Nicaragua und Venezuela.
Reporter ohne Grenzen sehen “problematische” Lage in den USA
Auf dem amerikanischen Doppelkontinent sei 2025 “eines der schlimmsten Jahre für den Journalismus” gewesen, teilte die IAPA mit, “geprägt von Morden, willkürlichen Verhaftungen und Straflosigkeit” – wobei sich diese Zuschreibung der Organisation zufolge nicht auf die USA, sondern andere Länder bezieht.
Der IAPA mit Sitz in Miami gehören insgesamt 1.300 Medienorganisationen an. Im globalen Pressefreiheits-Index der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) stehen die USA auf dem 57. von 180 Plätzen, eine Verschlechterung um zwei Plätze gegenüber 2024. Damit wird der Umfang der Pressefreiheit dort als “problematisch” bewertet. Als “zufriedenstellend” bewertet RSF die Lage in 35 Ländern, darunter Deutschland (Platz elf), als “gut” in lediglich sieben Staaten weltweit.





















