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In London abgeführt: Ex-Botschafter Mandelson nach Epstein-Enthüllungen festgenommen | ABC-Z

In London abgeführtEx-Botschafter Mandelson nach Epstein-Enthüllungen festgenommen

23.02.2026, 19:40 Uhr

Peter Mandelson wurde vom britischen Premier Keir Starmer ernannt. (Foto: picture alliance / empics)

Der Epstein-Skandal zieht in Großbritannien weiter seine Kreise. Nach dem ehemaligen Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor wird der frühere Botschafter Peter Mandelson festgenommen. Dessen Verbindungen zu dem Sexualstraftäter waren lange bekannt. Auch der Diplomat soll Informationen weitergegeben haben.

Die Londoner Polizei hat den früheren britischen Botschafter in den USA, Peter Mandelson, nach Enthüllungen in der Epstein-Affäre festgenommen. Dem 72-Jährigen werde Amtsmissbrauch vorgeworfen, teilte die Behörde mit. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie Mandelson zu einem Auto geführt wurde.

Die Ermittler hatten ihre Arbeit Anfang des Monats aufgenommen, nachdem die Regierung von Premierminister Keir Starmer Kommunikation zwischen Mandelson und dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein an die Polizei übergeben hatte. Eine Stellungnahme des ehemaligen Botschafters lag nicht vor. Der Skandal setzt auch Starmer unter Druck, da er Mandelson trotz dessen bekannter Verbindungen zu Epstein ernannt hatte.

Mandelson war im September von seinem Posten in Washington abberufen worden, als das Ausmaß seiner Freundschaft zu Epstein ans Licht kam. Dem ehemaligen EU-Handelskommissar wird vorgeworfen, Informationen an den US-Multimillionär weitergegeben zu haben.

Andrew wieder freigelassen

Mandelson ist der zweite prominente Brite, der innerhalb kurzer Zeit im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre in Polizeigewahrsam genommen wurde. Vor einigen Tagen wurde der frühere Prinz Andrew festgenommen und nach einem Verhör unter Auflagen wieder freigelassen. Andrew Mountbatten-Windsor wird verdächtigt, während seiner Zeit als Sonderbeauftragter für Handel zwischen 2001 und 2011 Epstein vertrauliche Informationen zugespielt zu haben.

Auch in anderen europäischen Staaten hat die Epstein-Affäre zu Konsequenzen geführt. So trat die norwegische Diplomatin Mona Juul von ihrem Posten zurück, Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit entschuldigte sich für ihre früheren Kontakte zu Epstein, und in Frankreich gab der frühere Kulturminister Jack Lang sein Amt als Präsident des Instituts der Arabischen Welt auf. Verbindungen zu prominenten Deutschen sind bislang nicht bekannt geworden.

Epstein hatte über Jahre hinweg ein umfangreiches System zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger betrieben. Er pflegte weltweit Kontakte zu hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel. Epstein wurde im Juli 2019 festgenommen und einen Monat später tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, was als Selbstmord eingestuft wurde. Die US-Regierung hat jüngst nach massivem Druck auch aus der Bevölkerung zahlreiche Unterlagen zu dem Fall veröffentlicht, zum Teil geschwärzt.

Quelle: ntv.de, rog/rts

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