Hybride Kriegsführung: Ukrainer wegen mutmaßlicher Spionage für Russland in NRW festgenommen | ABC-Z

In Nordrhein-Westfalen ist bereits am Freitag ein mutmaßlicher Spion festgenommen worden. Der 53-jährige Mann aus der Ukraine soll im Auftrag eines russischen Geheimdienstes gehandelt haben, teilte die Bundesanwaltschaft in einer Pressemitteilung mit.
Er soll in Deutschland spätestens seit November Informationen über einen Mann gesammelt haben, der sich in der Vergangenheit an Kampfhandlungen für das ukrainische Militär im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beteiligt hatte. Mittlerweile halte sich der ausspionierte Mann in Deutschland auf. Die Spionage “diente vermutlich auch der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson in Deutschland”, schreibt die Bundesanwaltschaft.
Der Verdächtige wurde in Hagen festgenommen und am Samstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Nun befindet er sich in Untersuchungshaft. Mit den polizeilichen Ermittlungen sei das Polizeipräsidium in Hagen beauftragt worden.
Kein Zusammenhang zu Festnahmen aus vergangener Woche
Es ist nicht die erste Festnahme dieser Art.
Erst vor einer Woche hatte die Bundesanwaltschaft in Rheine in
Nordrhein-Westfalen eine 45 Jahre alte Rumänin und im spanischen Elda einen
43-jährigen Ukrainer festnehmen lassen. Sie sollen ebenfalls im Auftrag
eines russischen Geheimdienstes einen Mann in Deutschland ausspioniert
haben, der Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert.
Einen Zusammenhang mit der aktuellen Festnahme gibt es nicht, wie eine
Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte.
Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat
sich die Bedrohung durch russische Spionage, Sabotage und Desinformation
nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz deutlich
verschärft. Eine Mischung aus staatlichen, staatlich gesteuerten sowie
privaten Akteuren prägt demnach die nachrichtendienstliche
Bedrohungslage durch Russland.
Zudem wird laut Verfassungsschutz eine
Strategie russischer Akteure beobachtet, für Spionage- oder
Sabotageaktionen Menschen aus dem kleinkriminellen Milieu anzuwerben,
die gegen Bezahlung Aufträge übernehmen. Hintergrund ist nach
Einschätzung deutscher Sicherheitsbehörden, dass klassische
Geheimdienstoperationen mit professionellen Spionen durch Sanktionen und
die erhöhte Wachsamkeit westlicher Dienste schwieriger geworden sind.





















