Hotelmitarbeiter gibt erstes Interview nach Skandal – „Er inszeniert sich wie ein Opfer“ | ABC-Z

Der Musiker Gil Ofarim verließ als Gewinner das diesjährige RTL-Dschungelcamp. Dabei musste sich Ofarim nicht nur den Ekel-Prüfungen stellen, sondern auch dem Skandal, der ihn 2021 bundesweit bekannt machte: Er fabrizierte einen antisemitischen Vorfall durch einen Leipziger Hotelmitarbeiter. Im Dschungelcamp ließ der 43-Jährige nur wenig Reue durchblicken. Und selbst die nimmt ihm sein Opfer nicht ab: Im ersten Interview seit dem Skandal äußert sich der Hotelmitarbeiter gegenüber der „Zeit“ zum Auftritt Ofarims.
„Er inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin, und das ist schwer für mich“, sagte der Mitarbeiter, dessen Name in dem Gespräch nicht vollständig genannt wurde. So deutete Ofarim in der Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ an, dass etwas mit den Aufnahmen der Überwachungskameras nicht stimme. In dem auf die Vorwürfe folgenden Verleumdungsprozess zeigten die Videos, dass die Davidsternkette von Ofarim in der Hotellobby gar nicht zu sehen war – und entlasteten damit den Hotelmitarbeiter.
Hotelmitarbeiter berichtet von Morddrohungen: „Es war wie in einem Film“
In seinem 2021 auf Instagram hochgeladenen Video behauptete Ofarim, ihm sei das Einchecken durch den Mitarbeiter verweigert worden, weil er die Kette als Ausdruck seines jüdischen Glaubens trug. „Es macht mich fassungslos. Weder das Gericht noch der Videogutachter haben die Glaubwürdigkeit der Aufnahmen in Zweifel gezogen – ebenso wenig wie die Aussagen der Zeugen“, kommentierte der Hotelmitarbeiter gegenüber der „Zeit“ die Äußerungen des Dschungelkönigs.
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Er sei nach den Vorwürfen damals zur Polizei gegangen und habe Anzeige gegen Ofarim wegen Verleumdung erstattet. „Meine Social-Media-Konten liefen über, ich wurde bombardiert in einem Ausmaß, das man sich nicht vorstellen kann. Über meine dienstliche E-Mail-Adresse lief eine Morddrohung ein“, berichtete der Hotelangestellte. „Mein damaliger Chef rief am Abend an, um mir anzubieten, mich für einige Tage an einen sicheren Ort zu bringen. 15 Minuten später holte mich eine Limousine ab. Es war wie in einem Film.“

Ofarim habe Schadensersatz immer noch nicht gezahlt: Hilft jetzt das Dschungelcamp-Preisgeld?
Ofarim ist der Sohn des 2018 gestorbenen 60er-Jahre-Stars Abi Ofarim. Trotz aller kontroversen Diskussionen um seine Person gewann er am Sonntag das RTL-Dschungelcamp mit den meisten Stimmen der Zuschauer. Zudem bekommt er 100.000 Euro Preisgeld. Im Interview sagte der Hotelmitarbeiter, dass er den durch den Vergleich geschlossenen Schadensersatz von 20.000 Euro immer noch nicht erhalten habe. Auf die Frage, was er mit den 100.000 Euro Preisgeld macht, antwortete Ofarim bei der Pressekonferenz nach der Krönung als Dschungelkönig: „Ich bitte um Verständnis, es ist eine private Sache, aber es gibt da jemanden, der bekommt noch Geld. Und das steht ihm auch zu.“ Genaueres sagte er nicht.
Die Vorgeschichte rund um den falschen Antisemitismus-Vorwurf machten Ofarim im Camp zur Reizfigur. Seine Mitcamper kritisierten, dass er sich kaum zu den damaligen Geschehnissen äußerte und sich nicht entschuldigte. Der Musiker entgegnete oft, dass er dazu aus juristischen Gründen nichts sagen dürfe. Entschuldigt habe er sich jedoch mehrfach, sagte er – vor Gericht und in Einzelinterviews. Nur nicht im Beisein seiner Camp-Genossen.
os/dpa





















