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Holocaust-Überlebende Margot Friedländer gestorben – Politik | ABC-Z

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer ist tot. Sie starb am Freitag im Alter von 103 Jahren, wie die Margot-Friedländer-Stiftung mitteilte.

Friedländer wurde 1921 in Berlin als Margot Bendheim in eine jüdische Familie geboren. Ihre Mutter, ihr Bruder und ihr Vater wurden im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Sie selbst konnte dank vieler Helfer zunächst untertauchen, wurde dann aber gefasst und ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Sie überlebte und ging nach dem Krieg zusammen mit ihrem Mann Adolf Friedländer nach New York. Erst im hohen Alter kehrte sie zurück nach Deutschland und lebte seit 2010 wieder in Berlin.

Dort engagierte sie sich unermüdlich gegen das Vergessen, hat ihre Geschichte veröffentlicht und sprach als Zeitzeugin in Schulen. Ein Preis für Schüler-Projekte zum Holocaust und zur heutigen Erinnerungskultur trägt ihren Namen. Im Juni 2018 – mit 96 Jahren – wurde sie Berliner Ehrenbürgerin, zu ihrem 100. Geburtstag erschienen ein Interviewbuch und ein Bildband. Im Herbst 2023 widmete das ZDF ihr ein Dokudrama – da lag die Pogrom-Nacht von 1938 85 Jahre zurück.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte die Verdienste der Holocaust-Überlebenden. „Ich trauere um eine tief beeindruckende Frau, die mir auch persönlich ihre Freundschaft geschenkt hat“, ließ er mitteilen. „Sie hat unserem Land Versöhnung geschenkt – trotz allem, was die Deutschen ihr als jungem Menschen angetan hatten. Für dieses Geschenk können wir nicht dankbar genug sein“, erklärte Steinmeier. Eigentlich sollte Friedländer von ihm am Freitag das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen bekommen. Friedländer hatte bereits 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten, eine niedrigere Stufe des Ordens.

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner würdigte die Erinnerungsarbeit der im Alter von 103 Jahren gestorbenen Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer. „Ihre Menschlichkeit und ihre Botschaften bleiben für uns Verpflichtung“, schrieb er auf X.

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