Höhenflug des FC Augsburg: Ein Verein zum Vergessen | ABC-Z

Der FC Augsburg zählt in der Rückrunde mit dem FC Bayern und Borussia Dortmund zu den Top Drei der Liga. Es bekommt nur kaum einer mit.
A n dieser aktuellen Quizfrage zur Bundesliga würde vermutlich die Mehrheit der Fußballfans in Deutschland scheitern. Drei Teams führen derzeit die Rückrundentabelle punktgleich an, wer zählt denn neben Bayern München und Borussia Dortmund noch zu den Top-Drei? Was? Der FC Augsburg? Ernsthaft?
Das ist wohl das Schicksal dieses kleinen Bundesligastandorts nahe München. Selbst ernannte Fußballbiologen sprechen ja gern von der DNA eines Vereins. Und in dieser scheint beim FCA eingeschrieben zu sein: Es ist ein Klub zum Vergessen.
Wenn Fußballfans in begrenzter Zeit alle 18 Bundesligavereine auswendig aufsagen müssten, wäre der FCA mit hoher Wahrscheinlichkeit Spitzenreiter unter den Vergessenen. In den Abschlusstabellen der letzten acht Spielzeiten hat sich kein Verein so konstant im unteren Mittelmaß fest gespielt. Das höchste der Gefühle war Platz elf, der absolute Tiefpunkt war schon mit dem Platz fünfzehn erreicht.
Das hat zum einen etwas mit begrenzten finanziellen Mitteln zu tun und positiv gewendet zum anderen mit der über viele Jahre gewachsenen Expertise, wie man hin und wieder das Spiel von individuell besser aufgestellten Gegnern zerstören kann. Der FC Bayern, falls auch dies schon wieder in Vergessenheit geraten sein sollte, hat in dieser Saison nur gegen den FC Augsburg verloren.
FCA wieder maximal schlicht
Aber geht da nicht noch mehr als maues Mittelmaß mit gelegentlichen Ausreißern, fragt man sich Jahr für Jahr verständlicherweise in Augsburg. Braucht es nicht einmal einen Mann mit Visionen in höchster Verantwortung? Mit der Verpflichtung von Sandro Wagner, dem einstigen Assistenztrainer des DFB-Teams, wollte Augsburg in ein neues Zeitalter aufbrechen. Als Einflüsterer von Bundestrainer Julian Nagelsmann wurde er gehypt und hatte jede Menge Ideen für attraktiven und offensiven Fußball nach Augsburg mitgebracht. Es ging nur keine auf.
So ersetzte der Verein ihn durch Manuel Baum, einen Fußballlehrer der alten Augsburger Schule. Schon einmal hatte er das Amt dort inne. Sein Rezept? Halte es einfach. Gib dem Team ein klares Handlungsgerüst. Augsburg spielt wieder wie früher. Kompakt und schnörkellos. Die Spielkultur ist maximal schlicht, das Zweikampfverhalten maximal aggressiv. Momentan steht der FC Augsburg auf dem neunten Platz. Die jüngste Erfolgsserie wurde auch durch den Spielplan begünstigt. Heidenheim, St. Pauli und Köln hießen die bezwungenen Teams.
Aber vielleicht können die Augsburger das Niveau halten. Momentan stehen sie auf dem neunten Tabellenplatz. Es könnte ein krasses Jahr werden.
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