Hohe Energiepreise wegen Irankrieg: Private Haushalte sind vorerst nicht betroffen | ABC-Z

An den deutschen Zapfsäulen kamen die Ausläufer des Krieges in Iran schnell an. Wenige Tage nach den ersten Angriffen durch die USA und Israel überstieg der Preis für den Liter Diesel stundenweise die Zwei-Euro-Marke. Noch ein bisschen früher sind an den globalen Rohstoffbörsen neue Preisrekorde erreicht worden, vor allem der Gaspreis stieg am Wochenanfang so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Trotzdem müssen die meisten privaten Energiekunden vorerst keine Angst davor haben, dass nun auch Gas und Strom deutlich teurer werden.
Das gilt zumindest für die Haushalte, die ihre Verträge mit kommunalen oder regionalen Versorgern abgeschlossen haben. Diese kaufen „Strom und Erdgas vorausschauend und risikoarm ein“, wie es der Sprecher des Wiesbadener Versorgers ESWE formuliert. Von der Entega in Darmstadt wird das Vorgehen so erläutert: „Unsere Beschaffungsstrategie setzt stark auf die Streuung von Beschaffungszeitpunkten.“ Und auch die Mainova aus Frankfurt, einer der größten kommunalen Versorger der Republik, versichert, sie habe eine lang- bis mittelfristige Einkaufsstrategie. „Spezifische Marktphasen“ beeinflussten den Gesamtbeschaffungspreis nur marginal, so eine Sprecherin.
Vereinfacht heißt das: Was heute als Strom oder Gas durch die Leitungen fließt und die Grundlage der aktuell gültigen Tarife bildet, basiert auf Bestellungen, die teilweise schon vor drei Jahren getätigt wurden. Und im Umkehrschluss: Erst wenn sich die Krise im Nahen Osten über Monate oder gar länger hinzieht, wird Energie auch für die Privathaushalte teuer. Und im schlimmsten Fall die Energieversorgung an sich schwieriger. Aktuell, so versichern alle zuständigen Stellen, sei die Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleistet.
Nicht die billigsten, aber stabile Preise
„Zwar vertreiben wir aufgrund unserer Vorgehensweise nicht immer die billigste Energie, glätten aber extreme Preisschwankungen“, führt der ESWE-Sprecher aus. Preiserhöhungen seien vorerst kein Thema. Anders erginge es den sogenannten Energiediscountern, die ihren Einkauf auf kurzfristige Tiefpreise stützen und deshalb in anhaltenden Hochpreisphasen schneller in Schwierigkeiten geraten.
Auch bei der Süwag, die in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet, aber auch in Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg stark vertreten ist, beobachtet man die globalen Energiemärkte aufmerksam. Und beruhigt die Kundschaft: „Kurzfristige Schwankungen an den Energiemärkten haben aufgrund unserer langfristigen Beschaffungsstrategie keinen Einfluss auf die aktuellen Produkte und Preise der Bestandskunden.“
Im Gegenteil sei der Strom im Grundtarif der Frankfurter gerade günstiger geworden, auch in anderen Tarifen werde noch gesenkt. Dabei soll es dann bis mindestens zum Jahresende bleiben. Und auch an der Ankündigung, den Gaspreis vorerst nicht zu verändern, halte die Süwag fest, versichert die Sprecherin. Etliche Versorger bundesweit haben ihre Strompreise zum Jahresbeginn gesenkt und die Gaspreise weitgehend stabil gehalten. Dabei soll es vorerst bleiben. „Preisgarantien behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit“, heißt es nicht nur von der Darmstädter Entega. Erst zum Jahresende würde es je nach Vertrag Preisanpassungen geben.
Ob sie nötig werden, ist noch völlig offen: „Auf lange Sicht ist entscheidend, wie sich die geopolitische Lage in den nächsten Monaten weiterentwickelt“, so die Süwag-Sprecherin.





















