Helmuth James von Moltke und der „Kreisauer Kreis“: Widerstand gegen den Nationalsozialismus – Politik | ABC-Z

In seiner weit ausholenden Biografie des im Januar 1945 hingerichteten schlesischen Hitler-Gegners Helmuth James von Moltke, der treibenden Kraft des „Kreisauer Kreises“, verweist der Historiker Volker Ullrich auf ein „besonders aufschlussreiches Dokument“. Es stammt aus dem umfangreichen, in großen Teilen edierten Moltke’schen Brief- und Quellenfundus: ein Schreiben Moltkes aus dem Februar 1939 an den väterlichen englischen Freund Lionel Curtis, das die Zerrissenheit des 31-Jährigen angesichts der politischen Lage in Deutschland offenbart. Moltke war kurz zuvor in London gewesen, wo er hatte erkunden wollen, ob sich ihm dort als „Barrister“ Möglichkeiten böten – der junge Jurist hatte gerade das englische Anwaltsexamen abgelegt. Oder sollte er sich nach Kreisau, auf das schlesische Gut der Familie Moltke zurückziehen und „dort mein Land bestellen mit allen Annehmlichkeiten und Nachteilen des Landlebens“. Ein Sturz des Regimes sei nicht in Sicht, die Opposition fast völlig unterdrückt. Er sei „im Zwiespalt“ mit sich selbst. Müsse er nicht „den Versuch (…) unternehmen, auf der richtigen Seite zu sein“? Er dürfe „nicht einfach sagen, ich könne mich ja zur Ruhe setzen“.





















