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“Heftige Rally steht bevor”: Tech-Verkaufswelle hält Wall Street in Atem | ABC-Z

“Heftige Rally steht bevor”Tech-Verkaufswelle hält Wall Street in Atem

Bedroht die KI traditionelle Tech-Geschäfte? Die Sorge geht an der Wall Street um. (Foto: AP)

Die Angst vor der disruptiven Kraft der Künstlichen Intelligenz rüttelt die Softwarebranche kräftig durcheinander. Analysten sprechen von einer extremen Schieflage und erwarten weitere Erschütterungen. Gold bietet auch keine Sicherheit.

Sorgen über neue KI-Modelle haben die Wall Street zur Wochenmitte erneut belastet. Bereits am Vortag hatten Befürchtungen über die Tragfähigkeit bestimmter Geschäftsmodelle im Software- und Datenanalysebereich die entsprechenden Werte massiv gedrückt. Ein Ausverkauf im Softwaresektor setzte sich fort, der Index im S&P-500 war mit Abgaben von 1,9 Prozent erneut Branchenschlusslicht. Eine neue Analyse-Software des KI-Unternehmens Anthropic wurde als Bedrohung im Bereich Datenanalyse für entsprechende Unternehmen wahrgenommen. Im Handel wurde weiter diskutiert, ob KI Fluch oder Segen für bestimmte Branchen ist. Denn die disruptive Kraft der KI dürfte auch andere Geschäftsmodelle zerstören. Investoren mieden daher Software- und bestimmte Technologietitel.

“Dies sind die extremsten Schieflagen, die wir je gesehen haben. Netto habe ich in meiner Karriere noch nie eine so negative Stimmung in irgendeiner Gruppe gesehen. Ich denke, uns steht eine heftige Rally bei Software bevor”, zeigte sich Marktstratege Michael Toomey von Jefferies optimistisch für die Branche. Der Dow-Jones-Index gewann dank eines Schlussspurts 0,5 Prozent auf 49.501 und schloss gestützt von einer Rally bei Amgen nur knapp unter Allzeithoch. S&P-500 und der technologielastige Nasdaq-Composite gaben dagegen 0,5 bzw. 1,5 Prozent ab. Die Zahl der Kursgewinner an der Nyse wurde mit 1593 (Dienstag: 1445) angegeben, die der -verlierer mit 1144 (1313). Unverändert schlossen 75 (49) Titel.

Die zuletzt geführte Zinsdiskussion erhielt indes neue Nahrung – aber eindeutige Signale gab es nicht. Der ADP-Arbeitsmarktbericht für Januar war deutlich hinter der Prognose zurückgeblieben. Der ISM-Index des US-Dienstleistungssektors übertraf die Konsensschätzung leicht und die Geschäftsaktivität der US-Dienstleistungsbranche hatte sich laut zweiter Umfrage von S&P Global im Januar lebhafter als von Volkswirten vorhergesagt entwickelt. Diese Daten lieferten damit Argumente für und gegen Zinssenkungen.

Goldpreis volatil

Anleihen zeigten sich uneinheitlich. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg um 1 Basispunkt auf 4,28 Prozent. Die Aktivität im Dienstleistungssektor dämpfte Zinnsenkungsfantasien etwas. Der Dollar stieg leicht – der Dollar-Index legte um 0,2 Prozent zu. Die positiven Daten aus dem US-Dienstleistungssektor stützten etwas.

Die Goldpreise gaben ihre Gewinne im Verlauf wieder ab. Der Markt blieb damit extrem volatil. Aus struktureller Sicht sei bereits ein erheblicher technischer Schaden entstanden. Nach solchen Schwankungen benötigten die Märkte in der Regel Zeit für eine Konsolidierung, erläuterte Analyst Fawad Razaqzada von Forex.com.

Am Ölmarkt stiegen die Preise um bis zu 1,9 Prozent. Denn die Rohöllagerbestände in den USA hatten sich in der Woche zum 30. Januar unerwartet verringert. Zudem verwiesen Händler auf die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran, die am Freitag möglicherweise nicht stattfinden werden.

Einbruch bei AMD

Am Aktienmarkt zogen Amgen um 8,2 Prozent an. Das Biopharma-Unternehmen hatte im vierten Quartal dank eines zweistelligen Prozentwachstums des Produktvolumens einen höheren Umsatz verzeichnet. Auch Eli Lilly hatte starke Geschäftszahlen im Sektor vorgelegt – der Kurs kletterte um 10,4 Prozent. Uber büßten 5,2 Prozent ein. Sowohl die Ergebnisse für das vierte Quartal als auch der Ausblick für das laufende erste Quartal blieben unter den Markterwartungen. Abbvie rutschten um 3,8 Prozent ab, obwohl der Gewinn im vierten Quartal und der Ausblick für das Gesamtjahr über den Erwartungen lagen. Bemängelt wurde aber ein Erlösrückgang in wichtigen Geschäftsfeldern.

Die Aktien von AMD brachen um 17,3 Prozent ein. Der Chipkonzern hat überraschend starke Geschäftszahlen für das vierte Quartal vorgelegt. Auch die Umsatzprognose für das laufende Jahr übertraf den Analystenkonsens. Beobachter bemängelten jedoch den Ausblick auf die erste Periode – andere vermuteten Gewinnmitnahmen hinter den Abschlägen. Texas Instruments kauft den US-Halbleiterhersteller Silicon Labs. Die Transaktion hat einen Wert von rund 7,5 Milliarden Dollar. Der Kurs sank um 1 Prozent, dagegen haussierten Silicon Labs um 48,9 Prozent.

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Quelle: ntv.de, mau/DJ

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