Berlin

Hauptwanderweg 5 der Berliner Wanderwege – 8. Etappe S-Bahnhof Wollankstraße – S Blankenburg | ABC-Z

Berlin hat 20 grüne Hauptwege, auf denen man wandern, flanieren oder einfach nur spazieren gehen kann. Das Wege-Netz durch die grünen Korridore der Stadt umfasst mehr als 550 Kilometer, auf denen man weitestgehend vom fließenden Verkehr verschont bleibt und auch den Lärm einer Großstadt nicht mehr als belästigend wahrnimmt.

Der Wanderweg 5 verläuft in Nord-Süd-Richtung und begleitet die Panke bis zur Mündung in die Spree. Wir wollen den Weg in kleinen Etappen erkunden und haben die Tour in umgekehrter Richtung begonnen. Diese Wanderung lässt sich zu jeder Jahreszeit durchführen.

Bürgerpark Pankow

Die 8. Etappe beginnt am S-Bahnhof Wollankstraße

Wir verlassen den Bahnhof, halten uns rechts und spazieren auf der Nordbahnstraße in nördlicher Richtung bis zur Wilhelm-Kuhr-Straße, in die wir rechts einbiegen. Schon wenige Meter hinter der Bahn kommen wir zum Bürgerpark Pankow, den wir bis zur Schönholzer Straße durchwandern. Unser weiterer Weg führt über die Parkstraße bis zur Ossietzkystraße, die wir überqueren, um in den Park von Schloss Schönhausen einzutauchen. Wer Zeit und Muße hat, besucht das Schloss und legt im Schlossgarten eine Rast ein.

Sommerschloss für Königin Elisabeth Christine

Zunächst Landsitz bedeutender preußischer Adelsfamilien, wurde das Gut Schönhausen 1740 Sommersitz der Königin Elisabeth Christine, der Gemahlin Friedrichs des Großen.

Nach der Thronbesteigung schenkte er ihr Schönhausen als Sommerschloss. Sie machte das Schloss zu einem Juwel des Rokokos.

Während des Siebenjährigen Krieges wurde das Schloss von russischen Truppen völlig verwüstet. 1764 gewährte der König die Mittel, das Schloss zu seiner heutigen Gestalt umzubauen.

Bürgerpark Pankow
Bürgerpark Pankow

Schloss Schönhausen
– Sitz des Staatsoberhauptes der DDR –

Nach dem Ende der Monarchie in Preußen und im Deutschen Reich ging Schloss Schönhausen 1920 in den Besitz des preußischen Staates über. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde das Schloss ab 1935 zu einem Ausstellungsgebäude umgebaut und radikal modernisiert.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg rückte das Haus erneut in den Fokus deutscher Geschichte: Zwischen 1949 und 1960 war Schloss Schönhausen Sitz des Staatsoberhauptes der DDR; ab 1964 wurde es als Staatsgästehaus genutzt. Persönlichkeiten der Weltpolitik wie Ho Chi Minh, Indira Gandhi, Fidel Castro oder Michail Gorbatschow waren hier zu Gast.

Schloss Schönhausen in der Wendezeit

In der Wendezeit tagte 1989/1990 in den Nebengebäuden des Schlosses der sogenannte „Runde Tisch“. Zudem fanden hier wesentliche Teile der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen statt. Heute erinnert eine Gedenktafel an diese Zeit.

Die Panke im Schlossgarten
Die Panke im Schlossgarten

Mit dem Handy Pankow entdecken

Es gibt eine Tour zum Schloss und zum „Städtchen“ der DDR-Polit-Elite, die hier um die Ecke wohnte. Der Ortsteil Pankow hat dem Bezirk nicht nur seinen Namen gegeben, er hat auch eine interessante Geschichte, die man auf diesem Kiezspaziergang kennenlernt. Die Tour lässt sich auf dem Smartphone öffnen und kann jederzeit gestartet werden.

Benötigt wird dieser Link:  Berlin Pankow – Vom Dorf zur Residenz

Ansonsten führt der Wanderweg weiter an der Panke entlang. Über die Schlossallee und nach Überquerung der Pasewalker Straße wandern wir an den Karpfenteichen entlang. An der Bahnhofstraße halten wir uns rechts und beenden die Etappe nach knapp 6 Kilometern am S-Bahnhof Blankenburg.

Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

Schloss Schönhausen
Schloss Schönhausen

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