Haimhausen und Petershausen: Junge Kandidaten gewinnen gegen etablierte – Dachau | ABC-Z

Der Haimhausener Feuerwehrkommandant ist von Mai an auch der Bürgermeister: Stefan Jänicke-Spickermann, 42. Wie lange sich beide Ämter vereinen lassen, „das werde ich schauen“, sagt der Wahlsieger von Sonntag. Rechtlich sei es erlaubt.
Chancen auf den Sieg hat sich der dreifache Familienvater ausgerechnet, aber eher knapp. Er ist bekannt im Ort, sitzt seit sechs Jahren im Gemeinderat. Doch immerhin kam sein Gegenkandidat Josef Heigl von der CSU, und in Haimhausen stellt die CSU mit einer Unterbrechung seit Jahrzehnten den Bürgermeister. Schließlich aber hat am Sonntag Jänicke-Spickermann für die lokale Gruppierung Bürgerstimme Haimhausen 56,1 Prozent eingefahren.
Im Gemeinderat hat die Bürgerstimme ebenfalls kräftig zugelegt, hat statt vier wie bisher künftig sieben Sitze. Der CSU dagegen ging einer verloren, beide liegen jetzt gleichauf als größte Fraktionen.
Stefan Jänicke-Spickermann erklärt sich das vor allem durch den engagierten Wahlkampf der Bürgerstimme. „Wir haben auch viele Mitglieder im Wahlkampf gewonnen. Am Anfang hatten wir 36, jetzt 103.“ Viele Ideen seien von den Mitgliedern gekommen, man hat politische Frühschoppen veranstaltet, Seniorennachmittage, eine Faschingsparty, einen Flohmarkt. „Die Leute haben dann schon gesagt, hoffentlich ist das nicht nur so im Wahlkampf“, erzählt er.
Insgesamt habe er in der Bevölkerung eine große Lust an Zusammenkünften gespürt. „Man muss einfach präsent sein“, so sein Eindruck. Das gelte auch für die sozialen Medien, auf denen die Bürgerstimme ebenfalls fleißig Wahlkampf machte. „Die Jungwählerschaft musst du schon abholen“, weiß Jänicke-Spickermann.
In Petershausen dagegen schwelgt die CSU im Glück. Hier traten gleich drei Kandidaten und eine Kandidatin an, um Marcel Fath (Freie Wähler) nach zwölf Jahren Amtszeit zu beerben – alles deutete auf eine Stichwahl hin. Trotzdem schaffte CSU-Mann Johannes Stadler auf Anhieb eine hauchdünne absolute Mehrheit. Noch am Tag danach ist die Euphorie des 34-Jährigen zu spüren, wenn er von dem packenden Wahlabend erzählt, den er mit anderen CSU-Kandidaten, Familien und Freunden in der Grundschule verbrachte. Eine Wahlparty hatte man gar nicht geplant. Angesichts der vielen Kandidaten sei man von einer Stichwahl ausgegangen, räumt Stadler freimütig ein.
In Petershausen war der Ausgang denkbar knapp
Tatsächlich lag er dann von Beginn an vor dem Kandidaten mit den zweitmeisten Stimmen, Bernhard Lachmann von den Freien Wählern. Nach elf von zwölf Wahllokalen hatte er 49,4 Prozent. Stichwahl oder nicht? „Dann hat es eine halbe Stunde gedauert, bis das letzte Lokal ausgezählt war“, beschreibt er den Wahlkrimi. „Und dann ist es umgesprungen auf 50,1 Prozent, und der Jubel ist losgegangen.“
Dazu hat auch die CSU Petershausen im Gemeinderat zwei Sitze dazugewonnen: Statt sechs sind es künftig acht, damit ist man größte Fraktion. Bisher lagen Freie Wähler und CSU mit sechs Sitzen gleichauf. „Das zeigt einfach, was wir für ein super Team haben“, schwärmt Stadler, „viele von uns haben über 1000 Stimmen.“ Allerdings denkt der künftige Bürgermeister von Petershausen, dass es auch eine Rolle gespielt hat, dass die Kandidatinnen und Kandidaten der CSU sämtliche Ortsteile abdeckten und viele unterschiedliche Berufsgruppen.





















