GTA-6-Release verschoben: Und das Warten nimmt kein Ende – Kultur | ABC-Z

In den kommenden Tagen könnte auf Personalabteilungen weltweit viel Arbeit zukommen: eine Welle von zurückgenommenen Urlaubsanträgen, datiert um den 26. Mai 2026. An diesem Tag hätte das Videospiel „Grand Theft Auto 6“ erscheinen sollen. Hätte. Nun hat das Entwicklerstudio Rockstar Games zusammen mit dem Publisher Take-Two verkündet, dass es etwas länger dauert. Man brauche die Zeit, heißt es in der Ankündigung auf der Plattform X, um dem Spiel den Feinschliff zu verpassen, den es verdiene.
Nun hat Rockstar Games wenige Tage vor der Terminänderung gerade erst mehr als 30 Personen gefeuert; die Gegangenen beklagen „Union Busting“, also Kündigungen wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten. Rockstar Games selbst spricht von Fehlverhalten der Mitarbeiter, es gehe auch um geleakte Informationen zum Spiel. Ob die personellen Veränderungen ein Grund für den neuen Release-Termin sind, dazu steht nichts in der Ankündigung. Es wirkt fast so, als solle die Empörung über die Verspätung die Empörung über die Entlassungen überdecken.
Nicht falsch verstehen: Dass sich die Entwickler Zeit lassen, ist richtig und gut. Was passieren kann, wenn Spielemacher sich zu einem frühen Release drängen lassen, lies sich 2020 eindrucksvoll bei der Kakofonie beobachten, die der Start von „Cyberpunk 2077“ war: Nach kleinen Verschiebungen erhielten die Entwickler laut eigenen Angaben Morddrohungen, kurz darauf wurde das Spiel veröffentlicht. Das Problem: Es war auf der Playstation im Grunde unspielbar. Systemcrashs, fehlende Texturen, kaputte Spielmechaniken. Ein absolutes Debakel für die Entwickler und eine Blamage, die das eigentlich großartige Spiel lange überschattete.
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Mit der Wartezeit wächst nicht nur der Hype, sondern auch die Sorge
Nun wurde „Cyberpunk 2077“ mit großer Spannung erwartet. Doch das ist nichts gegen den Hype, den es um „Grand Theft Auto 6“ gibt. Im Grunde seit der Vorgänger GTA5 im Jahr 2013 erschienen ist, fiebern Fans rund um die Welt dem neuen Spiel über schnelle Karren und laute Knarren entgegen. Jede Information wird von der Community aufgesogen, überanalysiert, durch alle sozialen Medien, Livestreams, Newsportale gejagt. „Grand Theft Auto 6“, da ist sich die sonst sehr streitlustige Videospiel-Community ausnahmsweise mal einig, wird das Spiel des Jahrzehnts. Die Wartezeit ist längst zum Meme geworden: Wenn etwas „vor GTA 6“ passiert, wird damit die Unwahrscheinlichkeit eines Ereignisses betont: Wow, dass das eintritt, bevor dieses Spiel rauskommt, hätte wirklich niemand gedacht.
Doch mit der Wartezeit wächst nicht nur der Hype, sondern auch die Sorge: Kann ein Spiel diesen überhöhten Ansprüchen überhaupt genügen? Die „Grand Theft Auto“-Reihe ist etabliert, und die vergangenen Spiele haben auch heute noch eine große und treue Fangemeinde, doch der Videospielmarkt entwickelt sich rasant weiter, und irgendwann wird es schwer, in Optik, Story und Gameplay noch eine Schippe draufzulegen. Vielleicht tut sich Rockstar Games auch deshalb so schwer. Wenn das Spiel erst mal in der Welt ist, müssen die Erwartungen daran sich mit der Realität messen. Bis zum Release bleibt „Grand Theft Auto 6“ also Schrödingers Spiel: Solange es niemand spielen kann, kann auch niemand sagen, dass es grandios oder nicht grandios ist.
Irgendwann wird Rockstar Games das Spiel aber aus dieser metaphorischen Kiste rausholen müssen – die Frage ist nur, wann. Es ist übrigens nicht die erste Verschiebung. Eigentlich sollte das Spiel schon im Herbst 2025 erscheinen, dann wurde auf Mai 2026 verschoben und jetzt eben noch mal. Der neue Release-Termin ist der 19. November 2026. Die Cyperpunk-Entwickler setzten unter die Ankündigung von Rockstar Games nur kommentarlos einen eigenen Post aus dem Jahr 2020: „Es gibt keine weiteren Verschiebungen.“ Natürlich gab es danach weitere Verschiebungen.





















