Grüne in Freising: Erfolg auf dem Land – Freising | ABC-Z

Traditionell stark sind die Grünen in großen Kommunen wie Freising oder Moosburg. Doch auch im ländlichen Raum feiern sie inzwischen Erfolge. Bei der Kommunalwahl schafften sie den Sprung in fünf weitere Gemeinderäte – teils sogar in Fraktionsstärke. Max Raith aus Allershausen hatte sich dies zwar erhofft, war dann aber überrascht, dass es auf Anhieb geklappt hat.
In Allershausen, Kranzberg und Fahrenzhausen erreichten die Grünen zweistellige Ergebnisse und stellen künftig je drei Ratsmitglieder. Im kleinen Paunzhausen sind es zwei. In Mauern sind sie mit einem Sitz vertreten. „Wir sind sehr glücklich“, sagt Kreisvorsitzender Maximilian Breu. Der landesweite Trend sei für die Partei derzeit allerdings eher ungünstig.
Allerdings zeigt sich auch im Landkreis Freising: Dort, wo die Partei bereits fest verankert ist, hat sie Stimmen verloren. Die Verluste sind nicht dramatisch, aber spürbar. Im Freisinger Stadtrat hat sie einen Sitz verloren, bleibt mit neun Stadtratsmitgliedern und 23,3 Prozent Stimmenanteil aber zweitstärkste Fraktion. Eingebüßt haben die Grünen 2,2 Prozentpunkte. Zwei Sitze müssen sie in Eching abgeben, je einen in Moosburg, Neufahrn, Kirchdorf und Nandlstadt. Der Moosburger Bürgermeisterkandidat Michael Stanglmaier erzählt, dass ihm im Wahlkampf viele Menschen gesagt hätten, dass sie ihm dieses Mal „wegen Habeck und dem Heizungsgesetz“ nicht ihre Stimme geben werden. Er verpasste klar die Stichwahl.
Die Grünen können mittlerweile aber auf eine breite Basis bauen. Im Ampertal, deren Gemeinden stetigen Zuzug verzeichnen, haben sich in den vergangenen Jahren mehrere Ortsverbände neu gegründet. In Allershausen war Max Raith anfangs einer der beiden Sprecher, dem Gemeinderat gehört er bisher aber für die Parteifreien Wähler an. Im neuen Gremium wird sich das ändern. Für die PFW bedeutet das einen Einschnitt, sie verlieren in der neuen Amtsperiode drei Sitze.
Raith freut sich, dass das Meinungsspektrum künftig wohl vielfältiger wird. Parteipolitik habe in den Gemeinderatsgremien ohnehin nichts zu suchen, sagt er. Man müsse nun aber stärker als bisher unterschiedliche Koalitionen suchen und könne vielleicht andere Themen platzieren. Ihm ist der kommunale Wohnungsbau in Allershausen besonders wichtig. Glaubt er, dass er sich jetzt besser austoben kann? Raith lacht. Das habe er auch bei den Parteifreien Wählern schon getan.
Im Landkreis sind die Grünen künftig in zwei Dritteln der Stadt- und Gemeinderäte präsent. „Wir haben es geschafft, in die Breite zu kommen“, bilanziert Kreisvorsitzender Breu. Über Jahre hinweg sei das aufgebaut worden, dabei habe man so manche Durststrecke erlebt. Mit Ausnahme von Gammelsdorf waren die Grünen-Listen bei der Kommunalwahl überall erfolgreich. Dort kamen sie auf 3,2 Prozent, das reichte nicht, um einen der zwölf Sitze zu erobern.
Der Kreisverband verzeichnet laut Breu weiterhin Zulauf und zählt fast 500 Mitglieder. Das Spektrum reiche von „sehr linken Anarchisten bis zu christlich-konservativen Menschen“. Themen wie Klimaschutz und Naturschutz seien vielen in der Gesellschaft wichtig. „Die Grünen sind eine Partei geworden, die viele Menschen anspricht.“ Exoten sind sie nirgends mehr.





















