Bezirke

Greta Oto im Koenigshof München: Lateinamerikanisches Fine Dining mit Stadtblick im Test | ABC-Z

Grundsätzlich macht man mit einer Reservierung im Greta Oto nichts falsch. Das Restaurant in der neunten Etage des Hotels Koenigshof bietet eine einmalige Perspektive auf die Münchner Innenstadt inklusive Stachus und Justizpalast.

Das Küchenkonzept ist ungewöhnlich für ein Fine-Dining-Lokal: Denn über den Dächern der Stadt kommen hier lateinamerikanische Gerichte auf die Teller. Von bodenständig bis raffiniert. Die Speisekarte ist umfangreich und bietet Klassiker wie Ceviche in verschiedenen Varianten. Da darf auch Guacamole (18 Euro) nicht fehlen. Sie wird vor den Gästen direkt am Tisch zubereitet.

Schon wenige Monate nach der Eröffnung übernahm Hannes Reckziegel das Zepter in der Küche von seinem Vorgänger Michael Cánepa. In München hat sich Reckziegel vor allem in der klassisch gehobenen Küche einen Namen gemacht. Unter anderem kochte er im Restaurant Schwarzreiter und im Bogenhauser Hof, “aber immer mit dem Stempel ‘young bavarian cuisine'”, wie er betont.

Südamerikanische Küche? “Macht mir ganz viel Spaß!”

Schon während seiner Ausbildung im Steigenberger hat Recknagel asiatisch gekocht, auch später bei Tim Raue in Berlin. “Das Thema Südamerika war etwas komplett Neues für mich”, erzählt Reckziegel. “Natürlich stand da am Anfang die Frage: Passt das zu mir?” Aber die Verwendung der vielen exotischen Produkte, die Fisch-Vielfalt, das Fleisch, die Gewürze, die Säure, die Schärfe habe ihn gereizt. “Das macht mir ganz viel Spaß”, sagt Reckziegel und die AZ kann hinzufügen: Das merken die Gäste schon beim ersten Bissen.

Papayasalat mit Avocado-Eis. Ein köstliches Spiel aus leichter Säure und Cremigkeit.
© Ruth Frömmer
Papayasalat mit Avocado-Eis. Ein köstliches Spiel aus leichter Säure und Cremigkeit.

von Ruth Frömmer

“}”>

Als Gruß aus der Küche serviert Reckziegel uns eine feine Süßkartoffel-Kichererbsensuppe mit Piment d’Espelette. Eine Mischung aus vertrauten, warmen Aromen und dezenter, aber spürbarer Schärfe der französischen Chilischote. Im Anschluss machen wir es genau so, wie es der Koch empfiehlt, und genießen im “family style”, sprich: Die Gerichte kommen in die Mitte und wir bedienen uns. In der ersten Runde waren das knusprige Roastbeef-Cracker mit karamellisierter Butter (18 Euro), perfekt ergänzt durch einen Papayasalat mit Kokosnuss, Mandelmilch-Vinaigrette und Fingerlimes (19 Euro). Als Gegenspieler zur Säure ist er mit einer cremigen Kugel Avocado-Eis getoppt.

Highlight auch für Skeptiker: Gegrillter Pulpo

Beim ersten Bissen vom fein geschnittenen Yellowfin-Thunfisch mit Koriandercreme, Tamarinde und Kumquat (32 Euro) zuckt die Zunge kurz durch die Säure. Aber die Aromatik ist so komplex und stimmig, dass man automatisch nach dem nächsten Stück fischt. Der gegrillte ganze Pulpo mit seiner frischen Kräutersauce (48 Euro) war so gut, dass ihn sogar der Tintenfisch-Skeptiker am Tisch lobte.

Der Yellowfin-Thunfisch mit Koriandercrme, Tamarinde und Kumquat ist ein Säure-Feuerwerk.
Der Yellowfin-Thunfisch mit Koriandercrme, Tamarinde und Kumquat ist ein Säure-Feuerwerk.
© Ruth Frömmer
Der Yellowfin-Thunfisch mit Koriandercrme, Tamarinde und Kumquat ist ein Säure-Feuerwerk.

von Ruth Frömmer

“}”>

Rindfleisch darf in der lateinamerikanischen Küche nicht fehlen und so probieren wir gegrillte Wagyu-Scheiben mit Chimichurri- und Salsa-Roja-Soße (98 Euro). Das marmorierte Fleisch war so auf den Punkt gegrillt, dass die Mischung aus Röstaromen und cremigem Aroma bestens zur Geltung kam. Zusammen mit den beiden würzigen Soßen ein vollkommenes Geschmackserlebnis.

Wagyu-Scheiben, zart gegrillt mit zwei aromatischen Soßen: Nicht ganz billig, aber ein Gedicht.
Wagyu-Scheiben, zart gegrillt mit zwei aromatischen Soßen: Nicht ganz billig, aber ein Gedicht.
© Ruth Frömmer
Wagyu-Scheiben, zart gegrillt mit zwei aromatischen Soßen: Nicht ganz billig, aber ein Gedicht.

von Ruth Frömmer

“}”>

Luxusproblem: Jedes Gericht schmeckt so leicht und frisch. Da merkt man gar nicht, wie voll man sich den Bauch schon geschlagen hat. Dessert muss trotzdem sein. Wir wählen die karamellisierte Ananas auf Passionsfrucht mit Vanilleeis und Schokolade (16 Euro) – und lassen nicht ein Stück davon übrig.

AZ-Fazit: Bezahlbarer Luxus

Wer noch Kapazitäten hat, der genehmigt sich noch einen Cocktail. Den klassischen Pisco Sour (18 Euro) können auch Veganer bestellen, denn er wird mit Algenschaum statt Eiweiß gemixt. Noch besser hat der AZ der Greta Oto Sour mit Rose und Hibiskus (19 Euro) geschmeckt.

Ein Greta Oto Sour über dem Stachus schmeckt nicht nur gut, sondern trägt den namensgebenden Schmetterling auf dem Schaum.
Ein Greta Oto Sour über dem Stachus schmeckt nicht nur gut, sondern trägt den namensgebenden Schmetterling auf dem Schaum.
© ruf
Ein Greta Oto Sour über dem Stachus schmeckt nicht nur gut, sondern trägt den namensgebenden Schmetterling auf dem Schaum.

von ruf

“}”>

Gehobene Küche hat ihren Preis. Die lateinamerikanische Ausrichtung im Greta Oto lässt sich schwer mit anderen Fine-Dining-Restaurants vergleichen. Aber grundsätzlich finden wir das Preis-Leistungs-Verhältnis gut. Das Ambiente ist ohnehin unbezahlbar. Weniger gehobene Restaurants mit ähnlicher Küche sind auch teuer, können mit der Qualität aber nicht mithalten. Wir freuen uns jedenfalls schon darauf, uns weiter durch die Speisekarte zu probieren.

Greta Oto

Back to top button