GG Bavaria 2026: Was läuft bei der Gaming-Messe München? – Kultur | ABC-Z

Es gibt ja Berufe, die sind weit jenseits dessen, was man selbst für seinen Lebensunterhalt so macht. Zu diesen jenseitigen Berufen gehört für viele, darf man annehmen, das Bauen und Managen von Wasserparks. Genau deswegen gibt es „Aquapark Tycoon“ vom Entwicklerstudio Boxelware aus Erlangen. Da kann man mit Pools, Rutschen und Wellnessangeboten herumhantieren und schauen, ob den Besuchern das gefällt. So wirklich realistisch ist das nicht, denn das Ganze soll ein „cozy“ Game sein. Und keines, wo man sich mit Bauvorgaben und Genehmigungen herumschlägt. Wer das ausprobieren möchte, kann das auf der Videospiel-Plattform „Steam“ machen. Oder auf der Münchner Videospielmesse „GG Bavaria“, wo das Team von Boxelware die Demofassung von „Aquapark Tycoon“ vorstellt.
Insgesamt sind es in diesem Jahr an die 50 Studios, die ihre Games oder Demos in der Kleinen Olympiahalle präsentieren. Dort hat die vom 6. bis 8. März stattfindende „GG Bavaria“ auch in diesem Jahr ihren Ort. Und das mit bewährten Formaten, aber auch mit ein paar Neuerungen im Programm. Die wichtigste zuerst: Im Gegensatz zu den ersten drei Ausgaben wird die Messe dieses Mal an drei anstatt zwei Tagen für Videospiel-Fans geöffnet sein. Der Grund dafür: Der im vergangenen Jahr eingeführte „Business Day“ als „exklusiver Branchentreff“ wurde ausgelagert und wird nun am 28. April stattfinden. Wieso? Weil einen Tag später der Deutsche Computerspielpreis in München verliehen wird und dann auch die überregionale Branche hier zu Gast ist.
Für die bayerischen Entwickler bedeutet das, dass sie ihre Games noch einmal gesondert einem größeren Fachpublikum präsentieren dürfen. Aber davor kommen nun erstmal die hiesigen Fans als Tester und Feedbackgeber dran. Auszuprobieren gibt es neben der Wasserpark-Simulation zum Beispiel das mystische Action-Adventure „Edenfall“ von Everflux Games aus Innsbruck. Pixel Maniacs aus Nürnberg bieten mit „ChromaGun 2“ eine Art Mischung aus „Portal“ und Bob Ross. „Atomic Age“ von Rambit Games ist ein retrofuturistisches Point & Click-Krimi-Adventure, in „A Webbing Journey“ von Fire Totem Games spielt man eine süße kleine Spinne und in „Incredibug“ von Memory Forge verteidigen „zwei heldenhafte Krabbler“ ihr Zuhause.
„Draw & Guess“ von Acureas ist ein Online-Zeichenspiel für bis zu 16 Spieler, in „Sixth Force“ von EdenSpiel müssen sich Vater und Sohn aus einem Neuronetzwerk befreien, in „Oku“ von Irox Games geht es auf eine spirituelle Reise durch Japan und in „Crimson Spotlight“ steckt man als Detektiv in einer Zeitschleife der 1940er-Jahre fest. Dann ist da auch noch ein Pferdespiel mit eigens dafür entwickeltem Pferde-Controller und noch vieles mehr. Damit ist in diesem Jahr „fast jede Form von Spiel“, jedes Genre vertreten, wie Robin Rottmann bemerkt, der Teamleiter der Initiative Games/Bavaria, die die Gaming-Messe veranstaltet. Einige der Games, erzählt er am Telefon, werden diesmal auch auf der Hauptbühne präsentiert, damit sie noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Die Bühne selbst wird in diesem Jahr noch ein wenig größer sein. Es gibt dort mehr Programm und „das erste Mal Livemusik am Freitag. Wir haben eine Münchner Band, Oblivion, die werden Medleys aus Spielen und Fantasy-Filmen präsentieren.“ Außerdem gibt es täglich eine Samurai-Liveshow. Es gibt wieder eine „Artist Alley“, den „Cosplay Catwalk“ und die „GG Awards“, die mit den Kategorien „Newcomer“ und „Sounddesign“ von drei auf fünf erweitert wurden. Eine Neuerung ist, so Rottmann, auch das „kleine Kinderareal“, das die Sketch Pirates Munich betreuen werden. Und ebenfalls neu ist das „Meedia Meetup“, wo man in entspannter Atmosphäre als Entwickler „erste Kontakte sammeln“ und „in den Austausch mit Professionals“ kommen kann.
Ein großer Wunsch sei auch insgesamt der Ausbau des „Career Space“ gewesen, wo sich wieder alles um den Einstieg in die Games- und Medienbranche dreht. Mit kostenlosen Workshops und diesmal einer zusätzlichen Bühne, wo, erzählt Robin Rottmann, „unterschiedliche Einblicke in die Jobwelt gegeben und Erfahrungen geteilt werden“. Etwa dazu, wie es ist, in den heutigen unsicheren Zeiten ein Game-Studio zu gründen. Das ist nicht zuletzt finanziell ein Wagnis. Aber, so Rottmann: „Der Wille, zu gründen, der ist da.“ Was sich auch an der jährlich steigenden Zahl der Bewerbungen zeige.
Was die Finanzierung der hinter der Messe stehenden Initiative Games/Bavaria angeht, da war Ende des Jahres klar, dass diese für 2026 eine Fördersumme in Höhe von 647 000 Euro vom bayerischen Digitalministerium bekommt. Das lässt sich als gutes Zeichen für die hiesige Videospiel-Branche sehen. Genauso wie die Tatsache, dass der Deutsche Computerspielpreis am 29. April in München verliehen wird. Hinzukommt, dass es mit der „LA-Play!“ am 18. April in Ergolding bei Landshut und der „LFG-Con“ am 24. Mai in Hof inzwischen zwei weitere Gaming-Messen in Bayern gibt. Worin Rottmann aber keine Konkurrenz sieht, sondern eine „schöne Entwicklung“. Weil es zeige, „dass wir da vor vier Jahren etwas losgetreten haben, was jetzt überall Anklang findet“.
GG Bavaria, 6. bis 8. März, Kleine Olympiahalle München, Spiridon-Louis-Ring 21, Infos und Tickets unter ggbavaria.games-bavaria.com





















