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Gegen Schwenningen: Kölner Haie nach Marathon-Spiel im DEL-Halbfinale | ABC-Z

Stand: 01.04.2026 • 14:39 Uhr

Die Kölner Haie haben auch das vierte Spiel der Viertelfinal-Serie gegen die Schwenninger Wild Wings gewonnen und stehen im DEL-Halbfinale.

Der Vorrunden-Erste bezwang Schwenningen am Dienstagabend vor 18.600 Zuschauern nach 103 Spielminuten und 37 Sekunden mit 2:1 (0:0, 1:0, 0:1, 0:0, 0:0, 1:0) nach Verlängerung und entschied die “Best of seven”-Serie mit 4:0 für sich. In der dritten Overtime erzielte Jan Luca Sennhenn den umjubelten Siegtreffer für das Team von Trainer Kari Jalonen – gut vier Stunden nach dem ersten Bully in der Kölner Arena. “This is real hockey”, sagte Jalonen nach der Partie bei “MagentaSport”.

Gegen wen die Haie im Halbfinale spielen, steht noch nicht fest: Als Vorrunden-Erster treffen die Haie auf den Halbfinalisten mit der schlechtesten Platzierung in der Vorrunde. Die Halbfinals beginnen am 8. April und werden im “Best of seven”-Modus ausgetragen. Das Heimrecht wechselt bei jedem Spiel.

Keine Tore im Auftaktdrittel, aber fliegende Fäuste

Im einem intensiven ersten Drittel schoss Schwenningen häufiger auf das Tor (9:5), wirklich gefährlich wurde es auf beiden Seiten aber nur selten. Nach einem Scheibenverlust der Kölner hatte Schwenningen die erste gute Chance durch Jordan Szwarz (4. Minute), dessen Schuss in der Fanghand von Haie-Keeper Janne Juvonen landete.

Lippenblessur bei Kölns Kevin Niedenz.

Anschließend gerieten Schwenningens Will Weber und Kölns Kevin Niedenz aneinander, was ein Handgemenge auf dem Eis auslöste. Die Folge: Jeweils eine Fünf-Minuten-Strafe für Niedenz und Weber sowie eine zehnminütige Disziplinarstrafe gegen Tyson Spink (5.) von den Wild Wings. Kurzzeitig konnten sich die Gäste vor dem Haie-Tor festsetzen und gaben mehrere Schüsse ab, die Juvonen keine Probleme bereiteten.

Köln wurde erstmals bei einem Konter richtig gefährlich, als ein durch Brady Austin abgefälschter Schuss von Oliwer Kaski (10.) von der blauen Linie knapp rechts am Tor vorbeiflog. Nach einem Schuss von Gregor MacLeod bekam Veli-Matti Vittasmäki (15.) im linken Bullykreis den Rebound und schloss ab, doch Schwenningens Torhüter Joacim Eriksson kam im letzten Moment an den Puck. Dann gab es wieder einen kleinen Kampf, dieses Mal zwischen Kölns Juhani Tyrväinen und Szwarz an der Bande – beide kassierten jeweils fünf Minuten. Eine halbe Minute vor Drittel-Ende war Köln nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Spink in Überzahl, Valtteri Kemiläinen (20.) scheiterte mit einem Schlagschuss an Eriksson.

Russell bringt Haie in Überzahl in Führung

Zu Beginn des Mittelabschnitts konnten die Haie ihre verbleibende Überzahl-Zeit zunächst nicht für einen Treffer nutzen, doch nach einer Vier-Minuten-Strafe gegen Kyle Platzer (23.) wegen Hohen Stocks starteten die Gastgeber umgehend in das nächste Powerplay – und gingen in Führung. Louis-Marc Aubry stand hinter dem Schwenninger Tor und passte in den Slot zu Patrick Russell (24.), der die Scheibe zum 1:0 über die Linie schob. Für den Topscorer der Hauptrunde war es der erste Treffer in den laufenden Playoffs.

Wieder eine Bank: Kölns Keeper Janne Juvonen.

Köln war weiter in Überzahl und drückte auf das zweite Tor, Eriksson parierte unter anderem glänzend bei einem abgefälschten Schuss von Dominik Bokk (25.). Die Wild Wings überstanden die Unterzahl ohne weiteres Gegentor, doch die Haie waren nun das bessere Team: Ein Schlagschuss von Kaski (28.) von der rechten Seite segelte haarscharf links am Tor vorbei, Eriksson (29.) vereitelte im direkten Duell mit MacLeod (29.) die nächste gute Kölner Gelegenheit. Erst in den letzten fünf Minuten des zweiten Drittels kam Schwenningen wieder häufiger vor das Haie-Gehäuse, doch die Gäste konnten Juvonen weiter nicht überwinden.

Erst Pfosten-Pech für Schwenningen, dann Ausgleich

Im Schlussabschnitt investierten die Gäste mehr in die Offensive und Köln hatte zwei Mal Glück: Zunächst klatschte ein Schuss von Schwenningens Eric Martinsson (44.) aus zentraler Position an den rechten Pfosten, dann lenkte Kölns Tyrväinen (47.) einen Schlagschuss der Wild Wings noch an den rechten Pfosten. In den folgenden Minuten kamen die Gäste kaum noch in Abschlusssituationen, Köln bekam immer wieder einen Stock dazwischen und konnte sich auf Juvonen verlassen.

Gut zweieinhalb Minuten vor Drittel-Ende nahm Schwenningen seinen Keeper vom Eis und versuchte es mit einem weiteren Feldspieler – und schaffte den Ausgleich: Mirko Höfflin (59.) zog im linken Bullykreis aus der Drehung ab und hämmerte die Scheibe oben rechts in den Winkel. Köln hätte beinahe die passende Antwort gegeben, als Maximilian Kammerer (60.) zwei Mal am Schoner von Eriksson scheiterte.

Juvonen hält Köln im Spiel

In der ersten 20-minütigen Overtime gab es gute Möglichkeiten auf beiden Seiten, wobei Köln mehr Chancen hatte und einige Hochkaräter vergab. Tyrväinen (70.) blutete nach einem Zusammenstoß mit dem Ex-Kölner Sebastian Uvira aus der Nase und musste das Eis erst einmal verlassen, kehrte aber später zurück. Nach einer Zeitstrafe gegen Spink (72.) kam Köln in Überzahl nicht in Abschlusspositionen. Es ging in die zweite Verlängerung, in der Juvonen mit zwei herausragenden Paraden gegen Uvira (83.) und Tim Gettinger (93.) seine Mannschaft im Spiel hielt.

In der dritten Overtime erlöste Sennhenn (104.) die Haie schließlich: Der Kölner Verteidiger probierte es einfach mal mit einem Schlagschuss von der blauen Linie und die Scheibe schlug im linken oberen Eck ein.

Unsere Quellen:

  • Spiel zwischen Köln und Schwenningen am 31.03.2026 beim Streamingdienst “MagentaSport”

Sendung: WDR.de, “Köln gewinnt episches Duell gegen Schwenningen””, 01.04.2026, 00:02 Uhr

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