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Gefährliche Sehnsucht: Warum der TSV 1860 mit Haugen ins Risiko geht  | ABC-Z

Mit seiner Maske könnte Sigurd Haugen auch eine Hauptrolle in einem Science-Fiction-Streifen ausfüllen – auf der guten Seite der Macht, versteht sich. Von oberhalb des Ohres zieht sich der Karbonschutz durch das Gesicht, unter dem Kinn entlang, über die Nase geschwungen und mit einer Aussparung für den Mund darunter. Befestigt mit einem Band auf und hinter dem Kopf.

“Ich trainiere gut mit der Maske. Natürlich verliere ich ein bisschen Sichtfeld, aber ich fühle mich gut und vertraue ihr”, berichtete der tapfere Wikinger, dessen Kieferbruch aus dem Ingolstadt-Spiel im Dezember (2:1) diese Maßnahme verlangte, damit er schon jetzt wieder mitmischen kann beim TSV 1860.

“Was er bringt, haben wir gesehen”: Kauczinski über Haugen

Haugen wurde vermisst, seine Turbo-Tiefenläufe und Torjägerqualitäten gehen den Löwen ab. Auch die fehlenden Erfolgserlebnisse der Stürmer sorgen bei Sechzig für die Sehnsucht nach Siggi, obwohl auch Haugen selbst schon mehr als seine bisher sieben Saisontreffer hätte erzielen können.

“Was er bringt, haben wir gesehen”, sagte Trainer Markus Kauczinski nach dem 2:2 gegen Aachen, “seine Power, seine Energie, zwei, drei starke Aktionen, fast das Tor gemacht. Das hilft uns unheimlich weiter und ich freue mich auf jede Woche, in der er mehr Power kriegt und zum Einsatz kommen kann.”

Trainer des TSV 1860: Markus Kauczinski.
© sampics
Trainer des TSV 1860: Markus Kauczinski.

von sampics

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Spielt Haugen gegen Stuttgart II gar von Beginn an?

Die etwa 20 Minuten Spielzeit gegen die Alemannia haben die Zuversicht geweckt, dass es mit Haugen beginnend ab Samstag beim VfB Stuttgart II (16.30 Uhr/Magentasport) nicht mehr nur Punkteteilungen, die den Giesingern tabellarisch nicht weiterhelfen, gibt. Mit dem Norweger sollen die Siege an die Grünwalder Straße zurückkehren, damit es im Frühjahr um etwas geht beim Löwen. Auch Kollege Patrick Hobsch ist froh über den Rückkehrer.

“Siggi”, erläuterte Hobsch, “gibt uns nochmal eine andere Qualität mit seinem Tempo, das ist immer eklig für die gegnerische Abwehr. Es bringt mir als Stürmer zusätzliche Räume, wenn du sonst relativ alleine auf weiter Flur bist. Das wird uns in den nächsten Wochen extrem guttun.”

Haugen zieht nicht zurück

Ob das alles so aufgeht, wie sie sich das vorstellen? Es ist ja durchaus mit Risiko behaftet, den 28-Jährigen aus Haugesund im Südwesten Norwegens schon wieder ins Feuer zu schicken. Denn weil Haugen weder sich noch den Gegner schont, kam es schließlich zu dem üblen Crash bei den Schanzern und der Ausfallzeit.

“Als ich die Maske bekommen habe, haben Experten gesagt, dass sie sicher ist. Natürlich bleibt ein Risiko, aber du darfst keine Angst haben”, schilderte er. Für Kauczinski war genau dies der Maßstab für das Comeback: Zieht Haugen zurück oder nicht? “Er muss sich trauen, mit dem Kopf hinzugehen, das hat er getan.”

Auch Niederlechner steht kurz vor dem Comeback

Dass nun alle Hoffnung auf Haugen liegen soll, würde den besten 1860-Torschützen wohl überfordern. Und außerdem darf man auch vom bundesligaerfahrenen Florian Niederlechner, der ins Training zurückgekehrt ist, offensive Belebung erwarten. Aber wenn Haugens Anwesenheit auch anderen auf die Sprünge helfen würde, dann wäre die Hoffnung begründet.

Florian Niederlechner trainierte zuletzt wieder mit dem Team. (Archivbild)
Florian Niederlechner trainierte zuletzt wieder mit dem Team. (Archivbild)
© IMAGO/nordphoto GmbH / Hafner
Florian Niederlechner trainierte zuletzt wieder mit dem Team. (Archivbild)

von IMAGO/nordphoto GmbH / Hafner

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Thore Jacobsen sieht es so: “Siggi läuft einfach hinterher und schaltet seinen Kopf aus. Er ist ein richtiger Krieger da vorne, gerade mit der Maske. Es tut uns auf jeden Fall gut, wenn er die nächsten Wochen wieder mehr oder von Anfang an spielen kann. Das macht uns auf jeden Fall variabler.”

Wenn Haugen jetzt noch ein Laserschwert bekäme …

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