Fußball-WM in den USA, Mexico und Kanada : DFB-Vertreter wollen politische Diskussionen aus WM raushalten | ABC-Z

DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hat sich dafür ausgesprochen, politische Diskussionen bei der Fußball-WM im Sommer möglichst von der deutschen Nationalmannschaft fernzuhalten. “Aber gerade mit den negativen, in Katar gemachten Erfahrungen ist klar:
Du darfst solche Diskussionen nicht in die Kabine lassen”, sagte Rettig gegenüber der Augsburger Allgemeinen. “Das Thema
darf uns keine Kraft und Energie kosten.”
Dennoch dürfe “jeder seine Meinung sagen”,
es gebe “keine Maulkörbe”, sagte Rettig. “Aber bei einer Gruppe von 26
jungen Männern
gibt es auch nicht die eine Meinung.” Man habe bereits mit Kapitän
Joshua Kimmich gesprochen und gesagt: “Wer sich äußern will, macht das;
wer
nicht, auch ok.”
Bei der WM in Katar 2022 hatte es unter anderem große Debatten um die Regenbogen-Kapitänsbinde gegeben.
Auch Sicherheitslage in Mexiko bereitet Rettig Sorgen
Auch die derzeitige Situation in Mexiko besorgt den Geschäftsführer des DFB. Auf die Frage, ob er
Vorfreude auf das Turnier verspüre, antwortete Rettig: “Wenn ich ehrlich bin, aktuell nicht.” Rund drei Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft hatten mutmaßliche Bandenmitglieder nach der
Tötung des berüchtigten Drogenbosses Nemesio “El Mencho” Oseguera
Cervantes durch die Armee in weiten Teilen des Landes eine Welle der
Gewalt ausgelöst. In 20 der 32 Bundesstaaten kam es am Sonntag zu
Ausschreitungen, am Montag blieben teilweise Schulen und Gerichte
geschlossen.
“Es bleibt zu hoffen, dass sich diese
kriegsähnliche Situation schnell entspannt und es nicht zu einer
weiteren Eskalation kommt”, sagte Rettig, “meine Gedanken sind bei allen Mexikanerinnen und Mexikanern, die unter den Unruhen leiden.”
DFB-Sportdirektor Völler hält Boykott für sinnlos
Ähnlich wie Rettig
hatte sich zuvor auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler geäußert. “Wir
sind vor Ort, um Fußball zu spielen”, sagte Völler bei der
dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin über das Turnier in den USA,
Mexiko und Kanada. “Es gibt keine Maulkörbe, jeder kann seine Meinung
sagen und kann auch Dinge kritisch sehen, aber nicht am Tag vor dem
Spiel”, sagte Völler, der 1990 selbst Weltmeister geworden war.
Zur Debatte um einen möglichen Boykott der
Fußball-WM in den USA sagte Völler: “Es ist sinnlos, das zu diskutieren.
Es bringt nichts und du schadest nur den Athleten.”




















