Fußball: Österreichs neuer Star spricht kaum Deutsch – Rangnick nimmt BVB in die Pflicht | ABC-Z

Carney Chukwuemeka feiert nach Verbandswechsel ein Traumdebüt für Österreich. Noch verbesserungswürdig sind seine Deutschkenntnisse. Trainer Ralf Rangnick leistet sich deswegen einen Seitenhieb in Richtung Borussia Dortmund.
Besser hätte das Länderspieldebüt für Carney Chukwuemeka nicht laufen können. Bei seinem ersten Auftritt für Österreich feierte der BVB-Star nach Einwechslung beim 5:1 (1:0) gegen Ghana einen gelungenen Härtetest im Hinblick auf die WM und erzielte dabei direkt den Treffer zum 4:1.
Chukwuemekas Wechsel zum österreichischen Verband war erst vor zweieinhalb Wochen öffentlich geworden. Der 22-Jährige ist zwar in Wien geboren, aber in England aufgewachsen. Dort durchlief er mehrere U-Nationalteams, für die Three Lions spielte er im Herrenbereich aber nie. Deswegen war nun der Wechsel ins Team von Trainer Ralf Rangnick möglich.
Sportlich zeigte sich der deutsche Coach direkt begeistert von seinem neuen Star. „Viel besser als das, was die gemacht haben, kann so ein Debüt nicht laufen, natürlich haben sie sich empfohlen“, sagte Rangnick – und sprach in seinem Lob neben Chukwuemeka auch noch Paul Wanner an, der sich kürzlich gegen den deutschen Verband und für Österreich entschieden hatte und jetzt ebenfalls sein Debüt feierte. „Ich habe versucht, beide auf ihrer 1A-Position zu bringen, also Carney auf der Zehn und nicht auf dem Flügel.“
„Oida, bist deppat?“, platzt es aus Chukwuemeka heraus
In einer Sache zeigte sich Rangnick bei Chukwuemeka dennoch unzufrieden: die mangelnden Deutschkenntnisse. Chukwuemeka bewies im ORF-Interview nach dem Spiel zwar, dass er den österreichischen Slang schon beherrscht und untermauerte die Freude über seine Leistung mit einem geradezu putzigen „Oida, bist deppat?“ („Alter, bist du bescheuert?“).
Danach aber wechselte das Gespräch ins Englische. Schon in den Tagen vor dem Spiel gegen Ghana hatte Chukwuemeka angedeutet, dass seine Sprachkenntnisse ausbaufähig sind. „Ich spreche Deutsch, ein bisschen“, hatte er dem ORF mit brüchigem Satzbau erklärt. „Aber ich lerne.“
Für Rangnick offenbar nicht intensiv genug. Jedenfalls zeigte sich der Trainer überrascht vom Sprachniveau – und nahm Chukwuemekas Klub Borussia Dortmund in die Pflicht. „Das muss im Interesse der Klubs liegen. Sie sollten darauf achten, dass regelmäßig Deutschunterricht stattfindet“, sagte Rangnick und leistete sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung BVB: „Ich will das nicht als Kritik verstanden wissen, aber ich war schon überrascht. In Leipzig oder Hoffenheim war das Pflicht – dreimal pro Woche Deutschunterricht. Wer fehlte, wurde behandelt, als hätte er das Training versäumt. Aber jeder Verein handhabt das natürlich anders.“ Rangnicks Tenor: Offenbar liege der Fokus in Dortmund, wo Chukwuemeka seit Februar 2025 spielt, nicht genügend auf Deutschunterricht.
Den Mittelfeldspieler selbst nahm er in Schutz: „Für solche Jungs ist das nicht einfach. Englisch funktioniert überall, auch bei uns im Team kommt er damit gut zurecht.“ Bis sich seine Deutschkenntnisse verbessert haben, hilft der Physiotherapeut des Nationalteams Chukwuemeka als Dolmetscher aus. Außerdem gibt es ein internes Wörterbuch mit den wichtigsten Begriffen.
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