Saisoneröffnung Hoppegarten: Osterüberraschungen und Glücksrezept | ABC-Z

12.200 Besucher aus dem Raum Berlin strömten am Ostersonntag zur Saison-Eröffnung in Hoppegarten bei Berlin. Das Aprilwetter überraschte: Zwar blies der Wind einige kleine Osternester samt Schoko-Eiern von den Stehtischen, doch es blieb bis in den Nachmittag trocken und mild. KPM-Besitzer Jörg Woltmann setzte dieses Mal auf die Pferde mit den schönsten Namen, wie er sagte. „Ich setze aus Freude, nicht um zu gewinnen. Aber verlasse mich da auf meine Frau, setze auf die Pferde mit den schönsten Namen.“
Eines der schönsten Paare beim Saison-Auftakt in Hoppegarten: Schauspieler Roman Knižka und PR-Lady Franziska Hippe.
© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
Die prominenten Besucher übten geliebte Oster-Traditionen auf unterschiedliche Weise aus: Rennbahn-Besitzer Gerhard Schöningh bezeichnete Ostern als sehr wichtiges „Fest der Erlösung“. Er hatte mit Freunden einen Oster-Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche in Prenzlauer Berg besucht. „Patrick Graf von Faber-Castell verriet, dass er Ostereier-Suchen noch immer liebt. Und auch Roman Knižka hatte von seiner Freundin Franziska Hippe ein Osternest bekommen. „Ich musste das Nest heute morgen nicht suchen. Mein Osterhase hat sich auch gleich entschuldigt, denn er wollte noch joggen gehen“, berichtet Roman Knižka.
Glücksrezepte aus Finnland
Finnland ist laut dem Weltglücksbericht 2026 zum neunten Mal in Folge das glücklichste Land der Welt. Der finnische Botschafter in Berlin, Kai Sauer, verriet in Hoppegarten, seine Theorie zur Ursache: „Ich hab eine kurze Antwort darauf. Die Menschen in Finnland haben großes Vertrauen in ihre Institutionen und in ihre Mitmenschen. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass Glück für uns die Abwesenheit von Unglück ist.“

Der finnische Botschafter Kai Sauer (li.) saß mit seiner Frau Erika (re.) am Tisch mit KPM-Besitzer Jörg Woltmann und seiner Frau Kerstin. Im Hintergrund Schlager-Legende Dagmar Frederic.
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Auch Botschafter-Tochter Ada Sauer, die zum ersten Mal in Berlin und auf einem Pferderennen weilte, sieht die Ursache für Finnlands Sieg im Vertrauen der Bevölkerung in ihr Land und ihre Politiker. „Ich bin stolz auf die Positionierung Finnlands in der derzeitigen Lage. Wir in Europa müssen auf alle Fälle zusammenhalten.“

Die Tochter des finnischen Botschafters Ada Sauer war zum ersten Mal in Berlin und ebenso das erste Mal bei einem Pferderennen
© BM | Iris May
Zwei überraschende Comebacks
Bei den insgesamt acht Rennen überraschten vor allem zwei Pferde: Das erste war Wilko, der mit fünf Längen Vorsprung auf dem von Martin Seidl gerittenen Favoriten Lazio den Großen Preis von Dahlwitz gewann. Wilko wurde von Jockey Bauyrschan Mursabajew geritten, der sich 2024 schwer verletzt hatte. Mit diesem Sieg schaffte er ein beeindruckendes Comeback. Der zweite Comeback-Hero war der Wallach Mister Phoenix aus dem britischen Gestüt Westminster Stud. Mister Phoenix war überhaupt nur einmal bei einem Rennen gelaufen war, galt vor seiner Kastration als schwierig und war nach langer Auszeit wieder angetreten.

Über 12.000 Menschen sahen sich am Ostersonntag die spannenden Rennen in Hoppegarten an. Hier geht Wilko beim Großen Preis von Dahlwitz in Führung.
© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
Die Genesung des vierfachen deutschen Jockey-Champions Bauyrschan Mursabajew warf ein kurzes Schlaglicht auf den gefahrvollen Beruf des Jockeys. Rennbahnbesitzer Gerhard Schöningh beschrieb das Risiko: „Die Pferde galoppieren mit rund 60 km/h und es gibt Fälle, in denen ein Pferd scheut oder unerfahren ist. Nur im Gegensatz zum Pkw-Verkehr haben die Jockeys keine Fahrgastzelle und sind nicht angeschnallt.“ Ist der Verdienst eines Jockeys denn gut?

Vom Winde etwas verweht: Rennbahnbesitzer Gerhard Schöningh bei der Saisoneröffnung in Hoppegarten 2026.
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„In Deutschland gibt es vielleicht fünf Top-Jockeys, wie zum Beispiel Thore Hammer-Hansen, der jetzt wieder zwei Siege holte, die ein gutes Auskommen haben. Aber langfristig machen das alle aus Leidenschaft, es geht nicht um Geld“, so Schöningh. „Es gibt Top-Jockeys, die haben bereits zwei Schlüsselbeinbrüche und andere Verletzungen. Wenn ein Jockey wie Bauyrschan Mursabajew wiederkommt, den viele schon abgeschrieben hatten, dann zeigt das die eiserne Disziplin.“

Manuel Koch (li.), der in Mitte die Talkrunde „Schinkel Salon“ ins Leben rief und Podcaster Robin Alexander.
© BM | Iris May
Champion-Pferde und andere Gründe für Hoppegarten
Ein globaler Superstar wie Rebel‘s Romance wie im Oktober war am Sonntag nicht in Hoppegarten angetreten. Während ein Pferd mit dem vielversprechenden Namen „Gua Lipa“, der an den Popstar Dua Lipa erinnerte, nicht gewann, holte der siebenjährige Favorit und Vorjahrssieger „Flatten the Curve“ im dritten Rennen einen knappen Sieg. „Er war schon fast überholt worden von einem sehr guten Pferd und alle haben gedacht, er ist geschlagen, aber dann ist er noch einmal zurückgekommen. Das ist wirklich ein extrem gutes Pferd“, erklärt Gerhard Schöningh. Der Wallach Flatten the Curve sei in Deutschland „ungeschlagen über diese Distanzen. Er ist ein Marathon-König, hat auch schon ein Rennen in den USA gewonnen.“

Liebt Vintage-Designermode: Podcasterin und Kolumnistin Aline von Drateln.
© BM | Iris May
Doch wie immer ging es in Hoppegarten nicht nur um Pferde, sondern auch darum, alte und neue Bekannte zu treffen, und die schönsten Hüte und Kleider auszuführen. Manuel Koch und Robin Alexander waren sich einig: „Wir sind vor allem wegen der Atmosphäre hier.“ Podcasterin und Kolumnistin Aline von Drateln kam in einer Pferde-Bluse und hatte sich einen extravaganten Osterhasen-Ring angezogen: „Alles Vintage! Wie immer bei mir.“





















