Führerschein: Fahrlehrerverbände stellen sich gegen geplante Führerscheinreform | ABC-Z

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF) hat die von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) geplante Führerscheinreform kritisiert. Der Vorschlag sei “absolut entsetzend” und ein “massiver Angriff auf die Verkehrssicherheit”, sagte der Vizevorsitzende der BVF, Kurt Bartels, der Rheinischen Post.
Dem Reformvorschlag zufolge soll etwa die Vorbereitung auf die Theorieprüfung komplett online erfolgen. Laut Bartels können viele Themenbereiche aber “nur im Präsenzunterricht vermittelt werden”. Mit den Reformvorschlägen könne kein Geld eingespart werden. “Es sind rein politische Äußerungen, die an der Wirklichkeit vorbeigehen”, sagte Bartels.
Reform will Bürokratie abbauen
Am Mittwoch hatte der Bundesverkehrsminister die mit Ländervertretern überarbeiteten Eckpunkte zur Führerscheinreform vorgestellt, um den Erwerb des Führerscheins bezahlbarer zu machen. Auch sollen Fahrschülerinnen und -schüler sowie die Fahrschulen “mehr Freiheiten” erhalten.
Im Zentrum steht der Abbau von Bürokratie und Vorgaben. So sollten Fahrschulen künftig selbst entscheiden dürfen, ob sie den Theorieunterricht in Präsenz oder digital anbieten, heißt es in dem Entwurf, der der ZEIT vorliegt.
“Laienausbildung” nach österreichischem Vorbild
Der Fragenkatalog für die theoretische Prüfung der Klasse B soll demnach von bisher 1.169 auf etwa 840 reduziert werden. Außerdem sollen zahlreiche Dokumentationspflichten entfallen. Bei der praktischen Ausbildung würde sich laut dem Entwurf die Zahl der verpflichtenden Sonderfahrten verringern, die Prüfungszeit würde sich am EU-Minimum von 25 Minuten Fahrzeit orientieren und Fahrsimulatoren dürften in Zukunft bei allen Klassen eingesetzt werden.
Zudem ist die sogenannte “Laienausbildung” nach österreichischem Vorbild geplant. Fahrschülerinnen und -schüler können dort mit Nahestehenden im Auto Fahrpraxis erwerben. Der “Laienausbilder” muss den Führerschein laut Entwurf seit mindestens sieben Jahren besitzen und darf höchstens einen Punkt in Flensburg haben.





















