Ehemaliger Käfigkämpfer wird neuer Heimatschutzminister – Trumps neuer Mann fürs Grobe | ABC-Z

In den USA ist der Republikaner Markwayne Mullin als neuer Leiter des Heimatschutzministeriums (DHS) bestätigt worden. Der US-Senat bestätigte die Ernennung des 48-Jährigen mit einer Mehrheit von 54 zu 45 Stimmen. Mullin war zuvor zehn Jahre lang Mitglied des US-Repräsentantenhauses und drei Jahre Senator für den US-Bundesstaat Oklahoma gewesen. Er übernimmt ein Ministerium in der Krise: Das DHS unter seiner Vorgängerin Kristi Noem geriet durch die tödlichen Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis in die Kritik.
Mullin, ein ehemaliger Käfigkämpfer und Inhaber eines Klempnereibetriebs, gilt als treuer Gefolgsmann von US-Präsident Donald Trump. Nach der Bestätigung durch den Senat kann Mullin zum Monatsende die umstrittene Heimatschutzministerin Noem ablösen, die Trump Anfang März wegen der Todesschüsse auf zwei US-Bürger gefeuert hatte. Dazu kam eine kostspielige Werbekampagne, in der viele eine PR-Aktion für Noem sahen.
Mullin werde „einen spektakulären Heimatschutzminister abgeben“, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Er werde die US-Grenze sichern, „Mörder und andere Kriminelle“ aus dem Land halten und den Drogenhandel beenden, schrieb der Präsident ihm ins Stammbuch.
Demokraten fordern verschärfte Regeln für ICE
Damit ist Mullin künftig das Gesicht von Trumps Massenabschiebungen. Der bisherige Senator verantwortet ein Heimatschutz-Budget von rund 115 Milliarden Dollar (rund 100 Milliarden Euro). Ihm unterstehen die Einwanderungsbehörde ICE und die Grenzschutzbehörde CBP, die seit den tödlichen Schüssen von Minneapolis der Kritik stehen.
Bei seiner Nominierungsanhörung im Senat sagte Mullin, er wolle ICE von der „Frontlinie“ wegbringen, damit die Einsätze nicht mehr die Schlagzeilen beherrschen. ICE hatte durch brutale Abschieberazzien in Minneapolis, New York, Los Angeles und anderen von Demokraten regierten Städten von sich reden gemacht.
Mullin wird bei Anhörung auch von Republikanern scharf angegriffen: „Wutprobleme“
Um weitere Tote zu verhindern, fordern die Demokraten im Kongress deutlich verschärfte Regeln für ICE, unter anderem ein Maskenverbot. Weil die Trump-Regierung dies bisher verweigert, ist das Budget des Heimatschutzministeriums teils eingefroren. Um die Demokraten zum Einlenken zu zwingen, lässt Trump bewaffnete ICE-Kräfte seit Wochenbeginn an US-Flughäfen patrouillieren. Sie sollen die Mitarbeiter der Flughafensicherheit unterstützen, die unbezahlt arbeiten müssen und teils gekündigt haben. Dadurch kam es teils zu langen Schlangen an Flughäfen.
Doch auch unter Trumps Republikanern gibt es Mullin-Kritiker. Der republikanische Senator Rand Paul, der dem Ausschuss für Heimatschutz vorsitzt, verweigerte ihm seine Zustimmung und begründete dies mit Mullins „Wutproblemen“. Mullin hatte Paul als „verdammte Schlange“ beschimpft, weil er sich mehrfach Trumps Willen widersetzt hatte. Auch forderte Paul eine Erklärung dafür, dass Mullin gesagt habe, er könne „vollkommen nachvollziehen“, warum Paul 2017 von einem Nachbarn angegriffen wurde.

Neuer US-Heimatschutzminister war Käfigkämpfer
Mullin gehört der Stammesgemeinschaft der Cherokee an und ist damit künftig der einzige indigene Vertreter in Trumps Kabinett. Er sitzt seit 2013 im Kongress, zunächst im Repräsentantenhaus und zuletzt im Senat. Der Chef des Klempnerei-Familienbetriebs Mullin Plumbing beschreibt sich auf seiner Webseite als „erfolgreicher Unternehmer, aktiver Kuh- und Kalb-Rancher und seit 28 Jahren stolzer Ehemann“ und sechsfacher Vater.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik – meinungsstark, exklusiv, relevant.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik – meinungsstark, exklusiv, relevant.
Werbevereinbarung
zu.
Zwischen 2006 und 2009 war Mullin professioneller Mixed-Martial-Arts-Kämpfer, eine von Trump favorisierte Sportart. Trump beschreibt ihn als „Krieger“ seiner Maga-Bewegung „Make America Great Again“ (Macht Amerika wieder großartig).
Bei seiner Senatsanhörung erzählte Mullin unter Tränen, warum er Trump für immer Dank schulde. Dieser habe während der Präsidentschaftskampagne 2020 in Begleitung von Kamerateams Mullins Sohn Jimmy am Krankenbett besucht, der mit einer Gehirnverletzung zu kämpfen hatte. Das habe Trump ganz sicher nicht aus PR-Gründen getan, sagte Mullin mit belegter Stimme.
os/dpa/afp





















