Fudalla nicht nominiert: „Solche Worte zu lauschen, tut weh“, sagt die torgefährlichste Stürmerin über Bundestrainer Wück | ABC-Z

Vanessa Fudalla ist die torgefährlichste deutsche Stürmerin in der Bundesliga. Trotzdem lässt nominiert Christian Wück sie nicht für die Nationalmannschaft. Die Angreiferin ist enttäuscht vom Bundestrainer.
Die 24-jährige Vanessa Fudalla hat für Bayer Leverkusen in 20 Bundesliga-Spielen 13 Tore erzielt. Trotzdem nominiert Nationaltrainer Christian Wück die Angreiferin nicht für die Nationalmannschaft.
Frage: Mit 13 Toren sind Sie aktuell die beste deutsche Stürmerin. Dennoch wurden Sie noch nie in die Nationalmannschaft berufen. Hätten Sie damit gerechnet, dass Ihre Nichtnominierung zuletzt derart große Wellen schlagen würde?
Vanessa Fudalla: Dass das so durch die Decke geht, hätte ich tatsächlich nicht gedacht. Ich war echt überrascht, als plötzlich mein Handy explodiert ist und ich nur noch meinen Namen gelesen habe.
Frage: Wie haben Sie erfahren, dass Sie wieder nicht dabei sind?
Fudalla: Ich wusste ungefähr, wann die Mails mit den Nominierungen verschickt werden. Und ich bin ehrlich: Ich habe in diesen Tagen öfter auf mein Handy geschaut als sonst, weil ich wirklich darauf gehofft hatte, dieses Mal eine Mail oder einen Anruf zu bekommen. Ich hatte einfach ein gutes Gefühl, weil es für mich gut in Leverkusen läuft. Aber es kam leider keine Mail, kein Anruf. Ich habe dann die Kaderliste gesehen, aber nicht mit dem Bundestrainer geredet.
Frage: Christian Wück hatte zuletzt über Sie gesagt: „Ich sehe andere Spielerinnen vor ihr.“ Was macht das mit Ihnen?
Fudalla: Solche Worte zu hören oder zu lesen, tut weh. Und es macht mich traurig, dass er offenbar anderen Spielerinnen mehr zutraut als mir. Dabei sieht man in der Liga, dass ich mich gegen Top-Spielerinnen durchsetze und auf einem Top-Niveau gute Leistungen bringe. Es ist schade, dass ich nie die Chance bekommen habe, mich auf internationalem Niveau zu zeigen – dass man es nicht mal probiert: Wie passt das wirklich mit Vanessa Fudalla in der Nationalmannschaft? Ich würde mir einfach wünschen, dass man mir die Chance gibt, wie sie jetzt auch einige Spielerinnen nach guten Leistungen in der Liga bekommen haben.
Frage: Wann gab es zuletzt Kontakt zum Bundestrainer?
Fudalla: Ich glaube, im Herbst habe ich mal mit ihm geredet. Aber es war kurz.
Frage: Statt mit der Nationalmannschaft mussten Sie zuletzt mit Leverkusen einen Test bei Regionalligist Dortmund austragen. Wie haben Sie sich dabei gefühlt?
Fudalla: Ich muss ehrlich sagen – dieses Mal war die Länderspielpause für mich wirklich sehr hart. Gefühlt die Hälfte unserer Mannschaft war bei den Auswahlteams. Es ist schwer, sich dann immer wieder neu zu motivieren. Das war ein Wechselbad der Gefühle. Manchmal versuche ich, abzuschalten und sage mir: ,Ist alles nicht so schlimm.’ Aber ich musste auch meine Emotionen rauslassen, mir sind die Tränen gekommen. Es ist gerade ein großes Auf und Ab bei mir.
Frage: Könnte es sein, dass Ihnen eine Absage für die U23 des DFB wegen eines Umzugs noch hinterläuft?
Fudalla: Das denke ich nicht. Ich war bei diesem Lehrgang im vergangenen Sommer auch gar nicht im Kader, ich stand nur auf Abruf und konnte einfach in dem Fall nicht spontan Dinge umplanen, weil ich gerade in einem kompletten Umzug und Vereinswechsel von Leipzig nach Leverkusen steckte.
Frage: Und ist Ihre Körpergröße von 1,55 Metern ein Nachteil gegenüber anderen Spielerinnen?
Fudalla: Ich hoffe es nicht. Ich habe natürlich gemerkt, dass vor allem im Sturm vielleicht andere Spielertypen gesucht werden, seitdem Alexandra Popp aufgehört hat. Ich glaube aber auch, dass der Bundestrainer mich tendenziell eher auf der 10 sieht. Aber ich kann mich trotz meiner Größe in der Liga gut behaupten.





















