Freudenschreie in Teheran – So reagieren die Iraner auf den Tod von Chamenei | ABC-Z

Es ist wohl der Moment, auf den viele Exil-Iraner im Ausland und Regime-Gegner im Iran jahrzehntelang gewartet haben: Der religiöse und politische Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, ist tot. Iranische Staatsmedien bestätigten die Tötung Chameneis bei den gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf die iranische Führung. Zuletzt hielten sich Chamenei und das Mullah-Regime nur noch mit purer Gewalt an der Macht, bei den jüngsten Massenprotesten wurden Tausende Menschen von den Sicherheitskräften erschossen. Wie werden nun die Iraner selbst auf die laut Trump „einzigartige Chance“ nach dem Tod Chameneis reagieren?
Einige tun es zunächst mit Jubel: Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, seien in der Hauptstadt Teheran schon vor der offiziellen Nachricht vom Tod des obersten Führers Freudenschreie zu hören gewesen. Menschen standen an den Fenstern ihrer Wohnungen und applaudierten.
Andere seien am Samstag sogar auf die Straße gegangen, spielten Musik ab und klatschten, wie auf Videos zu sehen war, die im Onlinedienst Telegram verbreitet wurden und der AFP vorliegen. Autofahrer hupten als Zeichen ihrer Freude. Die Meldung vom Tod Chameneis war unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet worden, die im Iran über Satellit empfangen werden können.
Angst vor den Sicherheitskräften bleibt wohl – Exil-Iraner feiern in Los Angeles
Bisher waren allerdings noch keine Menschenmassen auf den Straßen zu sehen. Viele Iraner fürchten sich nach der brutalen Niederschlagung der Massenproteste im Januar offenbar noch vor der Reaktion der Sicherheitskräfte. Es ist bisher wohl nur eine Minderheit, die wie in der iranischen Hauptstadt vor Glück aus ihren Fenstern schrie oder Hupkonzerte veranstaltete
Anhänger der Regierung trauern in Teheran, Iran, nachdem das staatliche Fernsehen offiziell den Tod des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei verkündet hat.
© Vahid Salemi/AP/dpa | Vahid Salemi
Nach den Angriffen haben sich auch in den USA in mehreren Städten Menschen auf den Straßen versammelt. Größere Demonstrationen fanden unter anderem in Washington, New York und Los Angeles statt. Teils kritisierten die Demonstrierenden das Vorgehen der USA und forderten Frieden für die Region, andere dagegen feierten den Tod des Ajatollahs.
„Ich möchte weinen. Ich möchte schreien. Ich möchte tanzen. Ich möchte lachen – aber vor allem möchte ich einfach nur feiern“, zitierte die „New York Post“ einen Demonstranten aus Los Angeles. Dem Bericht zufolge gingen in der Stadt Hunderte Menschen auf die Straße, um die Angriffe auf den Iran zu feiern. Die Stadt ist ein Zentrum der iranischen Diaspora in den USA.

Iran nach den US-Angriffen: Übernimmt der Shah-Sohn Pahlavi die Führung?
US-Präsident Donald Trump sieht nach eigenen Angaben „einige gute Kandidaten“ für die künftige Führung des Irans. Auf die Frage, ob es jemanden im Iran gebe, den er gerne an der Spitze des Landes sehen würde, sagte Trump dem Sender CBS News nach dessen Angaben in einem Telefoninterview: „Ja, ich denke schon. Es gibt einige gute Kandidaten.“ Details wollte er nicht nennen.
Einer der beliebtesten Führer der iranischen Opposition ist der Sohn des letzten iranischen Schahs, Reza Pahlavi. Er sieht die Islamische Republik nach dem Tod ihres geistliches Oberhaupts Ali Chamenei am Ende. „Mit seinem Tod ist die Islamische Republik faktisch zu Ende gegangen und wird bald im Mülleimer der Geschichte landen“, schrieb der Exil-Oppositionelle am Samstag im Onlinedienst X.

Er forderte die iranischen Sicherheitskräfte auf, sich an einem Übergang in dem Land zu beteiligen. „An die Militär-, Sicherheits- und Polizeikräfte: Jeder Versuch, ein zusammenbrechendes Regime zu stützen, ist zum Scheitern verurteilt“, schrieb der in den USA lebende Pahlavi. Er forderte die Iraner auf, vorerst wachsam zu bleiben. „Die Zeit für eine massive und entschlossene Präsenz auf den Straßen ist sehr nahe“, erklärte er. „Gemeinsam, vereint und standhaft werden wir den endgültigen Sieg erringen.“

Ajatollah Chamenei stirbt bei Luftangriffen
Chamenei wurde am Samstag bei massiven Luftangriffen der USA und Israels getötet, wie Trump in seinem Onlinedienst Truth Social erklärte. „Chamenei, einer der bösesten Menschen in der Geschichte, ist tot“, schrieb der US-Präsident. Vor Trumps Erklärung hatten bereits israelische Medien Chameneis Tod gemeldet. Eine Bestätigung des Iran lag nicht vor.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik – meinungsstark, exklusiv, relevant.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik – meinungsstark, exklusiv, relevant.
Werbevereinbarung
zu.
Die USA und Israel hatten zuvor nach wochenlangen Drohungen mit massiven Luftangriffen auf den Iran begonnen. Seit den Morgenstunden waren in Teheran und weiteren iranischen Städten Explosionen zu hören, Rauchwolken stiegen über der iranischen Hauptstadt auf. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion.
mit dpa/apf





















