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Freising: Landkreis richtet Antidiskriminierungsstelle ein – Freising | ABC-Z

Der Freisinger Kreisausschuss hat einstimmig die Einrichtung einer Antidiskriminierungsstelle beschlossen. Die neue Beratungsstelle soll bei einem freien Träger angesiedelt werden und Menschen unterstützen, die wegen Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung oder sexueller Orientierung benachteiligt werden.

Die Initiative dazu war vom Integrationsbeirat des Landkreises ausgegangen, der den Antrag bereits im November 2024 erstmals diskutiert und im September 2025 final beschlossen hatte. Als Begründung verwies er auf eine „zunehmende diskriminierende und rassistische Ideologie“ und konkrete Benachteiligungen, etwa auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt. Der Beirat sieht in der Stelle ein „klares Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung“.

Der Bedarf an Unterstützung ist bundesweit gestiegen: Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes registrierte 2024 mit 11 405 Beratungsanfragen so viele wie nie zuvor – mehr als doppelt so viele wie 2019. 43 Prozent der Fälle betrafen rassistische Diskriminierung, diese Zahl hat sich seit 2019 mehr als verdreifacht.

Von den etwa 186 000 Einwohnern des Landkreises Freising haben weit mehr als 40 000 einen Migrationshintergrund. „Menschen mit Migrationsbiographien erleben weiterhin Ungleichbehandlungen im Wohnungsmarkt, beim Zugang zum Arbeitsmarkt, im Arbeitsleben, in Bildung, in Geschäften bis hin zu Freizeitangeboten.“ So fasst der Antrag des Integrationsbeirats das tägliche Erleben der Betroffenen zusammen. Unterzeichnet wurde er von Landrat Helmut Petz (Freie Wähler) als Leiter des Beirats und Joel-Armel Njinga Njinga als Beiratsmitglied.

Noch gibt es Bundesmittel zur Finanzierung der Stelle

Für die Vollzeitstelle in der Beratungsstelle sind jährlich 95 500 Euro veranschlagt, die aus noch verfügbaren Bundesmitteln der Integrationspauschale finanziert werden sollen. Die Stelle ist zunächst befristet – läuft das Geld aus, muss der Kreisausschuss über eine Fortsetzung entscheiden.

Der Sozialausschuss hatte die Vorlage bereits im November mit großer Mehrheit befürwortet. Die einzige Gegenstimme stammte von Melanie Daniel (AfD). Im Kreisausschuss fiel die Entscheidung einstimmig. Freising folgt damit dem Beispiel bayerischer Städte wie München, Würzburg und Nürnberg, die bereits Antidiskriminierungsstellen eingerichtet haben. Die Kreisverwaltung soll nun gemeinsam mit dem Integrationsbeirat ein Konzept erarbeiten und ein Vergabeverfahren für die Trägerschaft vornehmen.

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