Frankreich: Emmanuel Macron wirft Trump Aushöhlen der Nato vor | ABC-Z

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump über die Nato kritisiert. Bei einem Besuch in Seoul warf Macron dem US-Präsidenten vor, das Bündnis mit seinen geäußerten Zweifeln zu schwächen. “Wenn man jeden Tag Zweifel an seinem Engagement nährt, dann höhlt man die Substanz aus”, sagte Macron. Die Nato basiere auf dem Vertrauen der Mitgliedsstaaten.
Trump hatte kürzlich der britischen Zeitung The Telegraph gesagt, er denke “ernsthaft” darüber nach, aus der Nato auszutreten und begründete dies damit, dass die Mitgliedstaaten nicht in den Krieg der USA gegen den Iran eingestiegen waren. Das Militärbündnis bezeichnete er als “Papiertiger”. Auch US-Außenminister Marco Rubio äußert immer wieder Kritik an dem Bündnis und den Partnern.
Wer ein Bündnis eingehe, müsse seinen Verpflichtungen gerecht werden, sagte Macron. Es sei sinnvoller, wenn Trump weniger reden und sich stattdessen für einen gerechten Frieden einsetzen würde. “Man kann nicht jeden Tag das Gegenteil dessen sagen, was man am Vortag gesagt hat”.
US-Senatoren stärken der Nato den Rücken
Kritik äußerte Trump auch am Iran-Krieg. Dieser sei nicht das geeignete Mittel, um die Frage des iranischen Atomprogramms dauerhaft zu lösen, stattdessen brauche es ein ausgehandeltes Abkommen. “Wenn es keinen diplomatischen und technischen Verhandlungsrahmen gibt, kann sich die Lage innerhalb weniger Monate oder Jahre wieder verschlechtern”, sagte Macron. Eine Befreiung der Straße von Hormus durch Waffengewalt bezeichnete er zudem als “unrealistisch” und ein großes Risiko für die durchfahrenden Schiffe.
Das Verhältnis zwischen Macron und Trump scheint sich weiter abzukühlen. Am Mittwoch wurde für wenige Minuten ein Video auf dem offiziellen YouTube-Kanal des Weißen Hauses veröffentlicht. Darin war Trump zu sehen, wie er sich bei einem privaten Mittagessen über den französischen Präsidenten lustig machte. Unter anderem sagte er, Brigitte Macron würde ihren Ehemann “extrem schlecht” behandeln”. Zudem imitierte Trump den Akzent Macrons.
Dass Trump im Alleingang den Austritt aus der Nato beschließt, ist derweil nicht möglich. Dafür bräuchte er eine Zweidrittelmehrheit im US-Senat, die sich derzeit nicht abzeichnet. Nach Trump Äußerungen sprachen sich unter anderem der Demokrat Chris Coons und der Republikaner Mitch McConnell in einer gemeinsamen Erklärung für die Nato aus. “Der Senat wird das Bündnis weiterhin unterstützen, da es Amerika, Europa und der Welt Frieden und Schutz bietet”, hieß es darin.





















