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Flughafen München: Bau des Abschiebeterminals verzögert sich – Freising | ABC-Z

Der geplante Bau der neuen Abschiebeeinrichtung für abgelehnte oder straffällig gewordene Asylsuchende am Münchner Flughafen verzögert sich offenbar um ein paar Monate.  Wie der Grünen-Abgeordnete Leon Eckert beim Bundesinnenministerium erfahren hat, wird für das „Rückführungsterminal“ anders als geplant ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Hintergrund ist das „Nein“ der Stadt Freising zu dem vorgesehenen Standort.

Dass der Rückführungsdienst der Bundespolizeiinspektion ein eigenes Abschiebeterminal am Münchner Flughafen erhalten soll, war der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) bereits im Juli 2022 aufgegeben worden.  Bis zu 100 Menschen am Tag sollen über die neue Einrichtung in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. Arbeiten werden dort 240 bis 300 Landespolizeikräfte, 145 Personenbegleiter und weitere 90 Polizeikräfte und Mitarbeiter anderer Behörden und Unternehmen.

Die Bima beauftragte deshalb die Münchner Flughafengesellschaft (FMG) mit einer Machbarkeitsstudie, die im April 2025 vorlag. Insgesamt wurden darin fünf Standorte für das neue Terminal geprüft. Vier davon liegen planungsrechtlich unproblematisch auf dem Flughafengelände. Die FMG aber stellte Anfang Juni 2025 einen Bauantrag für ein fünftes Areal in der Nähe des Motocross-Geländes – und in der Planungshoheit der Stadt Freising. Und weil der dort geltende Bebauungsplan naturnahe Freiräume schützen soll und das Vorhaben in das europäische Vogelschutzgebiet nördliches Erdinger Moos eingreifen würde, lehnte der Planungsausschuss des Freisinger Stadtrats das Vorhaben ab.

Nachdem aber trotz der Alternativen auf dem Flughafengelände offenbar an dem Standort festgehalten werden soll, muss die Regierung von Oberbayern nun ein Planfeststellungsverfahren einleiten. Dem Aufsichtsrat der FMG kann das Projekt damit erst im ersten Quartal 2026 vorgestellt werden, der ursprüngliche Zeitplan war wohl von Ende des Jahres ausgegangen. Stimmt der Aufsichtsrat zu, soll ein Generalunternehmer das Projekt umsetzen. In einer Ausschreibung sind offenbar bereits Bewerbungen eingegangen.

Nach seiner Fertigstellung soll das Abschiebeterminal von der Bundespolizei betrieben werden, die Flughafengesellschaft würde das Gebäude an den Bund vermieten. Ganz billig wird das nicht: Wie der Abgeordnete Eckert ebenfalls erfahren hat, belaufen sich die jährlichen Mietkosten von 2028 an einer ersten Schätzung zufolge auf 4,234 Millionen Euro.

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