Flughafen Frankfurt: Kapelle der Flughafenseelsorge in Terminal 3 | ABC-Z

Noch ist der Raum mit den Leuchten an den Seitenwänden leer. Die Glasscheibe an der Stirnwand bietet freien Blick auf die Bänder der Gepäckausgabe. Die Koffer dort sind aber nur für den Probebetrieb abgestellt worden. Denn das neue Terminal 3 des Frankfurter Flughafens wird erst am 22. April offiziell eröffnet. Wie schon die Terminals 1 und 2 bietet auch der Neubau im Süden des Flughafengeländes Gebetsräume für Juden, Christen und Muslime. Im Herbst soll die christliche Kapelle fertig sein, einschließlich einer künstlerischen Gestaltung der Fensterscheiben. Doch wenn der Flugbetrieb beginnt, werden ihre Türen schon offen stehen.
„Die Kirchen leisten am Flughafen einen wichtigen Teil der Seelsorgearbeit“, sagte die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Christiane Tietz, am Gründonnerstag bei einem Besuch im neuen Terminal. Sie stünden in seelischer Not bei, zuletzt den 3000 Menschen, die nach dem Ausbruch des Irankriegs aus der Krisenregion ausgeflogen worden und in Frankfurt gelandet seien.
Der Besuch der Kirchenpräsidentin war als Auftakt für die Seelsorgekampagne der Evangelischen Kirche in Deutschland gedacht. „Wir wollen damit das Verborgene sichtbar machen“, sagte Tietz unter Hinweis auf 140 Stellen der EKHN für die spezialisierte Seelsorge, etwa an Krankenhäusern, in Gefängnissen oder der Telefonseelsorge.
In der Flughafenseelsorge an Deutschlands größtem Flughafen sind 25 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter tätig. Einer von ihnen ist Klaus Mittorp. „Wir erleben dramatische Notfälle, aber auch Herausforderungen im Kleinen“, sagte er. „Wir wollen die Not erkennen und Hilfestellung leisten.“
Handfeste Unterstützung sei in der Corona-Pandemie nötig gewesen. „Es gab nur wenige Passagiere, und niemand war zum Vergnügen unterwegs“, sagte Mittorp. Einige seien für mehrere Wochen am Flughafen gestrandet, weil sie nicht weitergekommen seien. Und das, während auch die Gastronomie geschlossen gewesen sei.
Flughafenpfarrerin Bettina Klünemann findet auch die Begegnung mit Christen aus anderen Kulturen spannend. „Manche beten laut mit ihrer Onlinebibelgruppe.“ Man dürfe nicht immer nur durch die „deutsche Brille“ schauen, in anderen Ländern wachse die Zahl der Christen. Klünemanns katholischer Kollege, Pastoralreferent Peter Schwaderlapp, hob die abwechslungsreiche Arbeit hervor. „Man weiß nie, was passiert.“ Allein schon wegen der gelben Weste werde man ständig angesprochen. Anfangs gehe es oft nur um praktische Informationen, sagte Klünemann. „Aber wenn sie sehen, dass wir von der Kirche sind, öffnen sie sich auch für andere Themen.“





















