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Fitnessstudio: Studie zeigt gesunde Musiklautstärke – Gesundheit |ABC-Z

Immer die volle Dröhnung: Ob die Marschmusik von Opa Hoppenstedt im Loriot-Sketch, die Einlaufmusik vor dem Boxkampf oder Donald Trumps Y.M.C.A.-Lieblingshymne. Um sich zu motivieren, die Leistung zu steigern oder die Stimmung aufzuheizen, kann es kaum laut genug sein.

Kein Wunder, dass immerhin 25 Prozent der Erwachsenen an lärmbedingten Einschränkungen des Gehörs leiden. Ein Team von HNO-Ärzten der University of Southern California in Los Angeles ist deshalb auf eine originelle Idee gekommen: Die Mediziner untersuchten in einer Studie, ob laute Musik tatsächlich die Performance steigert – oder ob Crosstrainer, Hantelbank und Rudergerät nicht genauso intensiv malträtiert werden, wenn die Besucher im Fitness-Studio leiser und damit gehörschonender beschallt werden.

In der Fachzeitschrift Jama Otolaryngology-Head & Neck Surgery zeigt das Team um Janet Choi, dass im Gym durchaus eine sichere und gesunde Lautstärke eingehalten werden kann, ohne dass die Besucher um den Lohn ihrer Anstrengungen fürchten müssen. Obwohl es angesichts keuchender Menschen, die sich zu stampfenden Beats abquälen, naheliegend wäre, hat die Lautstärke offenbar wenig mit dem Grad der Anstrengung und der Leistung zu tun. Man kann sich auch leise auspowern. Forsche Mucke macht nicht automatisch feste Muckis.

Die kalifornischen HNO-Ärzte hatten 189 Teilnehmer im Alter von um die 28 Jahre beim Workout begleitet und die Leistung unter lauten Bedingungen erfasst – und mit der Performance verglichen, wenn die Lautstärke von 91 auf 88 Dezibel runterreguliert wurde. Ein Unterschied in der Anstrengung war nicht festzustellen. „Wir wissen zwar, dass Musik die Motivation steigern und zu guten Vibes in den Kursen führen kann, aber uns hat es beschäftigt, ob sich die Lautstärke nicht auf ein sicheres Niveau dämpfen lässt, ohne dass sich das negativ auf die Leistung auswirkt“, sagt Janet Choi.

Die Idee zur Studie kam dem Forscherteam, weil in ihrer HNO-Klinik immer wieder Patienten behandelt werden müssen, die nach dem Besuch im Fitness-Studio oder eines Konzertes über Tinnitus oder vermindertes Hörvermögen klagen, erklärt Choi. „Kaitlin Hori, meine Mitarbeiterin und Erstautorin der Studie, ist zudem Yoga-Lehrerin und wir stellten fest, dass die Musik in vielen Gym-Klassen ziemlich laut sein kann.“

Die im Mittel gemessene Lautstärke von 91 Dezibel entspricht dem Lärm, den ein Mixer, ein Föhn oder ein Rasenmäher in nächster Nähe verursachen. „Die Verringerung um drei Dezibel auf 88 mag zwar gering erscheinen, doch da es sich um eine logarithmische Skala handelt, entspricht das der Reduktion der Schallintensität um ungefähr die Hälfte“, sagt Choi. „Für ein gesundes Hörerlebnis ist das eine erhebliche und sinnvolle Senkung des Lärms.“

Wer hingegen für längere Zeit einem höheren Lautstärkepegel ausgesetzt ist, kann bleibende Schäden wie Tinnitus oder Innenohrschwerhörigkeit davontragen. Doch davor kann man sich schützen und es macht einen Unterschied, wenn der Lautstärkeregler heruntergedreht wird. Ein Leistungseinbruch ist bei gedämpfter Akustik jedenfalls nicht zu befürchten.

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