All-in im Handball-Gipfel: Neue Spannung oder Meister-Entscheidung? | ABC-Z

Für Pascal Hens ist die Sache vor dem Ligagipfel klar. „Wenn die Magdeburger dieses Spiel gewinnen, dann ist die Meisterschaft entschieden“, sagt der Ex-Nationalspieler vor dem mit Spannung erwarteten Bundesliga-Showdown der beiden besten deutschen Handball-Teams. Mit sechs Punkten Vorsprung thront der SC Magdeburg an der Spitze, die Füchse Berlin brennen als ärgster Verfolger aber auf ihre wohl letzte Chance im Titelrennen. „Wenn einer Magdeburg schlagen kann, dann ist es am ehesten Berlin“, meint Bundestrainer Alfred Gislason, der ein „sehr enges und hartes Spiel“ erwartet. Zumal die beste Abwehr (Magdeburg/668 Gegentreffer) der Liga auf den torhungrigsten Angriff (Füchse/899 Treffer) trifft. „Wir werden all unsere Kräfte nutzen, um all-in zu gehen“, versprach Füchse-Trainer Nicolej Krickau.
Handball-Gipfel: Der Druck lastet auf den Füchsen Berlin
Die Bühne für das Duell des Champions-League-Siegers gegen den deutschen Meister könnte kaum besser sein: Während die Fußball-Bundesliga pausiert, steigt die Partie zur familienfreundlichen Zeit am Samstagnachmittag (16.05 Uhr) und wird live im Ersten übertragen. Auch wenn die Füchse-Stars um Welthandballer Mathias Gidsel mit der Empfehlung von neun Ligasiegen in Serie nach Sachsen-Anhalt reisen, liegt der Druck eher bei ihnen. Gerade einmal einen Punkt beträgt der Vorsprung des Hauptstadt-Klubs auf den Dritten Flensburg. Dahinter lauern mit Kiel, Gummersbach und Lemgo drei weitere Teams, die sich noch Hoffnungen auf die Königsklassen-Qualifikation machen, für die in dieser Saison wohl Platz drei reichen wird.
Ungern werden sie in Berlin an das Hinspiel zurückdenken, als der SCM im Fuchsbau 39:32 triumphierte und die Querelen um die Trennung von Trainer Jaron Siewert und Sportchef Stefan Kretzschmar die Schlagzeilen dominierten. „Das Hinspiel war unter eigenartigen Umständen. Berlin stand ein bisschen unter Schock, aber danach haben sie sich super gefunden und spielen sehr gut“, sagt Gislason. Tatsächlich haben die Füchse unter Krickau längst zurück in die Spur gefunden. Und da sind bei vielen Spielern ja auch noch die Erinnerungen an die vergangene Saison, als Berlin den Magdeburgern vor nahezu exakt einem Jahr die bis dato letzte Liga-Niederlage in der heimischen Getec-Arena (30:33) zufügte.
Magdeburg gegen Berlin – die Paarung könnte es noch öfter geben in dieser Saison
Hens sieht im Spiel vor eigenem Publikum allerdings einen größeren Vorteil für den Gastgeber. „Das ist wirklich ein achter Mann. Und alle wissen, dass es um viel geht“, sagt er: „Und Spiele gegen die Füchse sind für die Magdeburger bekanntlich besonders speziell.“ Zu diesen „speziellen Duellen“ könnte es auf der Zielgeraden dieser Saison womöglich noch häufiger kommen. Die aktuellen Platzhirsche des europäischen Handballs stehen im Viertelfinale der Champions League mit der Aussicht auf eine Neuauflage des Vorjahresfinales beim Final Four. Zudem kämpfen Magdeburg und Berlin Mitte April beim Finalturnier in Köln um den DHB-Pokalsieg. sid





















