FIFA deutet Ablehnung zu Verschiebung von Irans WM-Spielen an | ABC-Z

Die FIFA hat sich ablehnend zum iranischen Wunsch nach einer Verlegung der WM-Spiele nach Mexiko geäußert. Der Iran hatte angekündigt seine drei Vorrundenpartien nicht – wie bislang geplant – in den USA auszutragen.
Die FIFA sei in regelmäßigem Kontakt mit den Verbänden aller teilnehmenden Nationen, darunter auch dem des Iran, um die Planungen für die WM im Sommer zu diskutieren, teilte ein Sprecher des Weltverbandes der Sportschau mit. “Die FIFA freut sich auf alle teilnehmenden Mannschaften, die gemäß dem am 6. Dezember 2025 veröffentlichten Spielplan antreten“, hieß es weiter.
Zu einer möglichen Verlegung nahm die FIFA nicht direkt Bezug. Der Weltverband impliziert mit dem Statement aber, dass er nicht zu Änderungen am Spielplan bereit ist.
Irans Botschaft in Mexiko spricht von Verhandlungen mit FIFA
Die iranische Botschaft in Mexiko hatte zuvor in einem Post bei X erklärt, es gebe Verhandlungen mit der FIFA über die Austragung der WM-Spiele in Mexiko. Sie zitierte den iranischen Fußball-Verbandspräsidenten Mehdi Tadsch mit den Worten, man werde definitiv nicht in die USA reisen, nachdem Präsident Donald Trump erklärt habe, er könne die Sicherheit der iranischen Nationalmannschaft nicht gewährleisten.
Trump hatte erklärt, dass es aufgrund von Sicherheitsrisiken nicht angemessen sei, dass der Iran bei der WM dabei sei. Sportminister Ahmed Donjamal hatte bereits am vergangenen Wochenende gesagt, es werde mit der FIFA die Möglichkeit einer Verlegung der iranischen Spiele nach Mexiko geprüft. “Ich hoffe, dass die Bedingungen geschaffen werden, damit unsere Jungs doch noch an der Weltmeisterschaft teilnehmen können.” Deshalb werde mit der FIFA die Möglichkeit der Verlegung geprüft.
Aussagen können Teil der Kriegs-Propaganda sein
Sollte der Sportminister es ernst meinen mit seiner Aussage, hieße es zumindest, dass der Iran nun doch von einem Boykott absieht. Den hatte er Tage zuvor noch als alternativlos dargestellt.
Es ist aber auch gut möglich, dass die Aussage Teil der Propaganda ist, wie es sie auch bei einem Instagram-Posting zu beobachten gab, das offiziell von der iranischen Nationalmannschaft stammte, hinter dem aber sicher das Regime steckt, das mit brutalen Mitteln um den Machterhalt kämpft.
Gegen Belgien, Ägypten und Neuseeland
Der Iran ist der Gruppe G zugelost worden. Die Gegner sind Belgien, Ägypten und Neuseeland. Sämtliche Gruppenspiele sind in den USA angesetzt, also dem aktuellen Kriegsgegner. Ein weiterer positiver Aspekt aus iranischer Sicht: In Mexiko, wie auch im dritten Gastgeberland Kanada, könnten iranische Fans ihre Mannschaft unterstützen. Aufgrund eines schon vor Monaten von Trump erlassenen Dekrets ist ihnen die Einreise in die USA hingegen verboten.
Sollte der Iran die Gruppenphase überstehen, was aufgrund der Gegner und des Modus durchaus möglich scheint, würde das Spiel in der Runde der besten 32 Mannschaften aber auf jeden Fall in den USA ausgetragen.
Verlegung von Partien unwahrscheinlich
Eine Verlegung von Partien war ohnehin unwahrscheinlich, schon allein aus logistischen Gründen: weite Entfernungen, schon erfolgter Ticketvekauf, Wahl der Quartiere.
Zudem ist kaum davon auszugehen, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino dem Iran diese Extrawünsche erfüllen möchte. Der FIFA-Präsident pflegt ein sehr gutes, nahezu unterwürfiges Verhältnis zum US-Präsidenten.
Trump: Sicherstes Sportereignis der Geschichte
Trump hatte am Freitag auf das Posting der Iraner reagiert, die ihm vorgeworfen hatten, ihre Sicherheit nicht garantieren zu können und zu wollen. Die Weltmeisterschaft werde das größte und sicherste Sportereignis in der US-amerikanischen Geschichte, hatte der Präsident posaunt. Zuvor hatte er den Iran noch gewarnt, dass die Mannschaft zwar willkommen sei, sie sich aber schon der Gefahr um ihre Leben aussetzen würden.
Die Fußball-WM ist Teil von Kriegspropaganda. Das dürfte auch noch einige Wochen so bleiben. Der Iran könnte einen Boykott nun so darstellen, dass die FIFA nicht auf seinen Wunsch nach Verlegungen eingegangen sei.






















