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Fenster-Posse: Ebersberger Kreisräte wollen Durchblick schaffen – Ebersberg | ABC-Z

Die Kinder und Jugendlichen in den kreiseigenen Schulen brauchen nicht zu befürchten, dass sie den Durchblick verlieren – jedenfalls nicht aufgrund ungeputzter Fenster. Denn der Liegenschaftsausschuss hat nun eine Kehrtwende von Ebersbergs Landrat Robert Niedergesäß (CSU) gebilligt und will doch, dass der Kreis Geld für die Fenster- und Grundreinigung im Sommer ausgibt.

Angesichts der extrem angespannten Finanzsituation hatten die Fachleute im Landratsamt nach Einsparmöglichkeiten gesucht und deshalb im Zuge der Haushaltsberatungen vorgeschlagen, die Reinigung ausnahmsweise ausfallen zu lassen. 178 000 Euro hätte das gebracht. Angesichts der Tatsache, dass die Schulden des Landkreises bis Ende 2029 auf 146 Millionen Euro steigen werden, eher so etwas wie ein Tropfen auf den heißen Stein – aber auch für niemandem im Kreistag ein Anlass zum Protest, der Beschluss wurde durchgewinkt.

Dieser Faschingswagen hat den Landrat geärgert, er sei aber nicht der einzige Grund für die Meinungsänderung gewesen, sagt Robert Niedergesäß. Foto: Christian Endt

Ausgelöst hat den Sinneswandel dann ein Faschingswagen des Laufinger Stammtischs beim Ebersberger Faschingszug, bei dem der Landrat wegen dieser Spar-Idee verspottet wurde. „Je höher die Schule, desto weniger Durchblick“, war da unter anderem zu lesen. Im Anschluss an den Faschingszug verkündete Niedergesäß in einer Pressemitteilung, dass über Zinssicherungsinstrumente 2025 ungeplant Mehreinnahmen von mehr als 100 000 Euro erzielt worden seien, die nun fürs Fensterputzen eingesetzt werden könnten.

Nicht nur aufgrund des Narren-Spotts habe er es sich allerdings anders überlegt, sagte Niedergesäß in der jüngsten Sitzung des Liegenschaftsausschusses, auch wegen anderer Rückmeldungen, unter anderem bei einer Podiumsdiskussion vor der Kommunalwahl im Gymnasium Markt Schwaben.  Daher habe er nach einer Möglichkeit gesucht, „die Situation zu befrieden“.

Den Ausschussmitgliedern kam dies offenbar entgegen, denn mit Ausnahme von AfD-Kreisrat Manfred Schmidt gab es niemanden, der am Sparbeschluss festhalten wollte. Kreisräte aus den Reihen der Grünen und der SPD kritisierten freilich in dem Zusammenhang, dass beim Bauunterhalt ihrer Ansicht nach viel zu stark gespart werde. Kathrin Alte (CSU) sagte, die Schülerinnen und Schüler hätten sich nach dem Sparbeschluss „nicht wertgeschätzt“ gefühlt, daher sei sie froh über dessen Rücknahme. Im Übrigen, so Alte: „In der Politik darf man etwas verbessern, wenn man einen Fehler erkennt.“

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