FC Bayern: Die Gala der Münchener in Bergamo ist eine Ohrfeige für den BVB | ABC-Z

Ein Kantersieg wie der des FC Bayern bei Atalanta Bergamo ist in der Champions League selten. Die Münchener überrollen die Italiener mit Leichtigkeit. Das lässt auch national tief blicken.
Der Stolz des Klubs ist verständlich und berechtigt. In der Nacht zu Mittwoch machte Jan-Christian Dreesen deutlich, wie zufrieden er mit der Mannschaft seines FC Bayern ist. Auf dem Bankett des deutschen Fußball-Rekordmeisters in der Villa Moroni lobte der Vorstandschef strahlend die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany für das 6:1 bei Atalanta Bergamo im Hinspiel des Achtelfinals der Champions League.
Ein solcher Kantersieg in der K.o.-Phase des wichtigsten Klubwettbewerbs der Welt ist etwas sehr Besonderes, auch wenn die Bayern vor Anpfiff klarer Favorit waren. Die Gäste hätten noch höher gewinnen können, für Bergamo war die Partie eine Demütigung.
Es war eine Machtdemonstration der Bayern. Ein Signal an die Konkurrenz. Ein Statement an Europas Topklubs. Und es war Anschauungsunterricht für Borussia Dortmund.
Es muss den Spielern des BVB enorm wehgetan haben, von der Couch aus zu sehen, wie die Bayern den Gegner auseinandernehmen, gegen den sie zwei Wochen zuvor ausgeschieden waren. Nach einem 2:0 im Hinspiel verlor Dortmund noch 1:4 in Bergamo. Und jetzt überrollten die Bayern die Italiener mit einer enormen Dominanz. Die Wunde der Dortmunder dürfte wieder aufreißen, sie müssen sich fragen, wie sie den Einzug ins Achtelfinale noch verpassen konnten.
Schön für die Bayern, schlecht für den deutschen Fußball
Atalanta spielte gegen die Bayern am vergangenen Dienstagabend mit einer anderen Startelf sowie Ausrichtung und erwischte eine deutlich schwächere Tagesform. Und dennoch ist das Ergebnis der Münchner eine Ohrfeige für den BVB. Es zeigt erneut, wie weit die Bayern der nationalen Konkurrenz auf der internationalen Bühne voraus sind. In so vielerlei Hinsicht: Reife, Klasse, Stabilität, offensichtlich auch Charakter.
Die Münchner deklassierten Bergamo, obwohl ihnen Manuel Neuer verletzt fehlte, Harry Kane angeschlagen draußen blieb und sich im Laufe der Partie mehrere Spieler verletzten. Für den italienischen Fußball war es ein schwarzer Abend statt der magischen Nacht, von der die Bergamo-Fans geträumt hatten.
Schön für die Bayern, schlecht für den deutschen Fußball – in Bezug auf das Erreichen der letzten Runden der Champions League ist wieder mal der Rekordmeister der einzige Klub aus der Bundesliga, der realistische Chancen hat. Nach dem Ausscheiden des BVB muss Deutschland auf einen Sensationserfolg von Bayer Leverkusen gegen den FC Arsenal an diesem Mittwochabend (21.00 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) hoffen, damit eine zweite Mannschaft aus der Bundesliga im Viertelfinale vertreten ist.
Dass der FCB die „Lokomotive“ des deutschen Fußballs darstellt, ist keine neue Erkenntnis. Doch so deutlich wie nach der Gala in Bergamo war es schon länger nicht mehr.
Trainer Kompany hatte für Bergamo den perfekten Matchplan entwickelt. Seine Mannschaft war taktisch optimal eingestellt. Mit ihrem Anschauungsunterricht für den BVB haben die Bayern bewiesen, dass sie zu Recht als Favorit auf den Titelgewinn in der Champions League gehandelt werden.
Ihr Selbstverständnis in diesen Tagen ist beeindruckend. Wenngleich Bergamo nicht der Maßstab sein kann: Diese Münchener Mannschaft und ihr Trainer haben alles, um es in dieser Saison der Champions League sehr weit zu bringen. Sie ist offensichtlich sehr bereit für das Viertelfinale gegen den Sieger der Paarung Real Madrid gegen Manchester City.





















