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Fans stürmen Platz – Jagdszenen beim Spiel Dresden gegen Hertha BSC – Sport | ABC-Z

Beim Spiel der 2. Fußball-Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC haben auf den Platz stürmende Fans für eine Unterbrechung gesorgt. Erst brannten beide Fanlager Pyrotechnik ab. Dann sprangen plötzlich Hertha- und Dynamo-Anhänger über die Zäune. Die Dresdner Anhänger rannten sogar quer übers Spielfeld in Richtung Hertha-Fanblock. Pyrotechnik und Raketen wurden hin- und hergeschossen. Die Polizei jagte die Anhänger von Dynamo regelrecht zurück in ihren Block.

Schiedsrichter Sven Jablonski musste die Zweitliga-Begegnung unterbrechen und schickte die Teams nach den Krawallen in die Kabine. Unterdessen versuchten Polizisten, die Dynamo-Anhänger zurück in ihren Block zu drängen.

Mehr als 100 Polizisten blieben dann in der Dynamo-Hälfte in zwei großen Reihen mit Blick in den Ultrablock stehen. Die Stimmung im Rudolf-Harbig-Stadion war extrem aufgeheizt. Der gelbgesperrte Dresdner Kapitän Stefan Kutschke versuchte, zu vermitteln und zu schlichten.

Eine halbe Stunde nach Anpfiff zogen die Polizisten wieder vom Rasen ab. Der Stadionsprecher verkündete, dass die Partie fortgesetzt werden soll. Jablonski pfiff nach 20 Minuten Unterbrechung schließlich – offiziell – in der 19. Minute wieder an. Der 1:0-Sieg von Hertha wurde zur Nebensache.

Schon nach drei Minuten musste die Begegnung erstmals unterbrochen werden. Die Herthaner zündeten Pyro mit blau-weißem Rauch in ihrem Gäste-Block, Dynamos Anhänger ein Feuerwerk hinter dem Ultra-Block außerhalb des Stadions. Nach wenigen Minuten setzte Jablonski die Begegnung bis zur zweiten Unterbrechung fort. Ob auch ein Abbruch im Raum stand, blieb zunächst unklar.

Dresdens Sport-Geschäftsführer Sören Gonther sagte bei Sky: „Wir stehen da alle so ein bisschen unter Schock, wir wollen Fußball spielen und nichts anderes.“ Gonther mochte nicht beurteilen, ob die Polizei zu spät eingegriffen habe. „Aber sie waren ja dann trotzdem rechtzeitig mit viel Präsenz drin.“

Zum Anlass der Szenen erklärte Dynamos Finanz-Geschäftsführer Stephan Zimmermann bei RTL, es sei „wohl eine Fahne vom Gastverein weggegangen“. Er verurteilte die Vorgänge. „Es ist allen klar im Stadion, dass das Bilder sind, die man nicht sehen will.“ Es habe seit Wochen einen Austausch auch mit der Politik in Sachen Sicherheit gegeben. „Es ist klar, dass wir das als Verein nicht sehen wollen und verabscheuen.“

Angesichts der aktuell intensiven Diskussionen über verschärfte Stadionverbotsrichtlinien seien die Vorkommnisse „ein ganz großer Schuss in den Ofen, vollkommen daneben“, sagte Zimmermann: „Das ist nicht das, wofür wir stehen, arbeiten und kämpfen. Das wollen wir nicht sehen.“ Ein Abend wie dieser helfe „überhaupt nicht weiter“ in der Diskussion.

So sahen das auch die Hertha-Verantwortlichen. „Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der großen Kritiker. Das ist uns bewusst“, sagte Geschäftsführer Peter Görlich: „Ich kann mich nur bei allen Beteiligten im Stadion entschuldigen. Das entspricht überhaupt nicht meinem Wertegerüst. Wir sind für eine lebendige Fankultur. Aber sobald Gewalt im Spiel ist und man auf die Idee kommt, andere Menschen mit Pyrotechnik zu beschießen, hört es bei mir auf.“

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