Fakeshops: So können sich Verbraucher schützen | ABC-Z

AUDIO: Verbraucherschutz: Schnell-Check gegen Fakeshops (4 Min)
Stand: 05.02.2026 14:41 Uhr
Die Zahl der Betrügereien mit Fakeshops steigt seit Jahren. Oft handelt es sich um angebliche Angebote für Saisonware wie etwa Fahrräder oder Brennstoffe. Woran lassen sich unseriöse Verkaufsportale erkennen?
Fakeshops erwecken den Eindruck, dass es sich um seriöse Internetseiten handelt. Jeder zweite schaltet sogar Werbung bei Google, Facebook oder Instagram. Die Betreiber ködern Kunden zum Beispiel mit besonders günstigen Markenartikeln oder rührseligen Geschichten von Geschäftsauflösungen. Die Ware wird online bestellt, bezahlt – aber nicht geliefert. Viele Fakeshops sind so professionell gestaltet, dass man sie kaum von echten Onlineshops unterscheiden kann.
Fakeshops häufig bei saisonaler Ware
Häufig bieten die Fakeshops sogenannte Saisonware an – also Produkte, die zu bestimmten Jahreszeiten besonders nachgefragt sind. So nimmt zu Beginn der Heizsaison die Zahl an Fakeshops zu, die angeblich Brennstoffe wie Kaminholz oder Heizöl verkaufen. Im Frühjahr locken die Betrüger beispielsweise mit vermeintlich günstigen Angeboten für Fahrräder und Fahrradzubehör.
Fakeshop-Seiten wirken häufig seriös
Die Betreiber der betrügerischen Shops programmieren Internetseiten, die seriösen Onlineshops teils zum Verwechseln ähnlich sehen und statten sie mit gefälschtem Impressum und Hotline-Telefonnummern aus. Die Preise sind oft etwas günstiger als bei anderen Anbietern, aber nicht immer locken die Betrüger mit extrem niedrigen Preisen.
Teils Kopien bekannter Onlineshops
In einigen Fällen kopieren die Betrüger die Online-Auftritte anderer Unternehmen Eins zu Eins – inklusive der tagesaktuellen Angebote. Nur die URL weicht minimal von der echten Internetdresse ab. Opfer dieser Masche war etwa der Händler Notebooksbilliger.de: Betrüger nannten ihre Fake Shops “Notebooksbilliger-Angebote.net” und “Notebooksbilligers.de”.
Fakeshops erkennen: Darauf sollten Verbraucher achten
In vielen Fällen lassen sich Fakeshops mit einer kritischer Prüfung bestimmter Merkmale der Website identifizieren:
- Passt der Name im Adressfeld des Browsers zum Angebot des Unternehmens? Oder handelt es sich um den minimal geänderten Namen eines bekannten Anbieters? Wenn Internetadressen mit “https” statt “http” beginnen, ist das kein Sicherheitsmerkmal, sondern bedeutet lediglich, dass es sich um eine verschlüsselte Verbindung handelt.
- Ist Zahlung nur auf Vorkasse möglich? Häufig gaukeln Fakeshops ein sicheres Bezahlverfahren per Kreditkarte oder auf Rechnung vor. Doch am Ende des Bestellvorgangs bleibt nur die unsichere Option “Vorkasse” übrig.
- Auch bei der Zahlungsoption Paypal besser genau hinschauen: Wird die Bezahlung über einen Paypal-Link angeboten, ist bei Fakeshops die Weiterleitung zum Zahlungsdienstleister meist so konfiguriert, dass die Option “Geld an einen Freund senden” voreingestellt ist. Bei dieser Zahlmethode gibt es keinen Paypal-Käuferschutz, das Geld kann also nicht zurückgefordert werden.
- Vorsicht bei vermeintlich zeitlich begrenzten Angeboten. Damit versuchen viele Fakeshop-Betreiber, ihre potenziellen Opfer unter Druck zu setzen.
- Gibt es ein Impressum? Bei Fakeshops ist dieses häufig nicht vorhanden oder unvollständig. Werden Adressen angegeben kann man sie mit Online-Kartendiensten wie Google Maps überprüfen, ebenso vermeintliche Einträge im Handelsregister oder die angegebene Umsatzsteuer-ID. In einigen Fällen existiert die angegebene Nummer im Handelsregister – doch oft gehört sie einem anderen (seriösen) Unternehmen.
- Sind Prüfsiegel auf der Shop-Seite zu sehen? Um seriös zu erscheinen, werden die Seiten teilweise mit gefälschten oder erfundenen Prüfsiegeln ausgestattet. Sind die Siegel echt, gelangen Kunden beim Klick auf das Logo zur Seite des Prüfinstituts und können dort die Echtheit des Zertifikats überprüfen.
- Zeigt die Seite Symbole für Facebook oder Instagram? Klicken und prüfen, ob der Shop dort tatsächlich eigene Auftritte betreibt. Falls nicht, könnte das ein Hinweis auf einen Fakeshop sein.
- Falls eine Service-Telefonnummer angegeben ist: Meldet sich dort bei Anruf tatsächlich das Unternehmen und wie reagieren die Mitarbeiter? Manchmal handelt es sich um Telefonnummern ahnungsloser Privatpersonen. Wer davon betroffen ist, sollte Anzeige erstatten, damit die Behörden versuchen können, die Seite vom Netz zu nehmen.
- Nutzerbewertungen auf den Seiten des Online-Shops sollte man nicht blind vertrauen, sie können gefälscht sein. Stattdessen den Namen des Shops in eine Suchmaschine eingeben – mit zusätzlichen Begriffen wie “Erfahrungsbericht, “Fakeshop” oder “Betrug”. Handelt es sich um einen unseriösen Shop, stehen die Chancen gut, dass sich entsprechende Hinweise finden – es sei denn, die Seite ist ganz neu.
- Bei unbekannten Onlineshops sollten Verbraucher generell misstrauisch sein Mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale lässt sich prüfen, ob ein Online-Shop seriös ist. Einfach URL eingeben und Ergebnis anzeigen lassen.
Auf Fakeshop hereingefallen: Was tun?
Wer einem Fakeshop auf den Leim gegangen ist, sollte Anzeige bei der zuständigen Polizeidienststelle oder über die Onlinewache erstatten – auch bei geringen Beträgen. Außerdem sollte man Bildschirmfotos der betrügerischen Seiten machen und unverzüglich seine Bank oder seinen Finanzdienstleister informieren.
Wichtig ist, schnell zu handeln. Online-Überweisungen lassen sich nur innerhalb eines kurzen Zeitfensters – oft sind das nur wenige Minuten – rückgängig machen. Sobald der Betrag verbucht ist, braucht es die Mitwirkung der Empfängerseite. Eine Rückholung ist dann nur noch mit Zustimmung der Empfängerbank beziehungsweise des Empfängers möglich. Beim Lastschriftverfahren gilt dagegen eine Frist von acht Wochen. Zahlungen per Kreditkarte lassen sich stornieren, in der Regel genügt ein Anruf beim Anbieter.
Weitere Tipps gibt die Polizei im Ratgeber Internetkriminalität. Zudem können Betroffene Fakeshops bei der Verbraucherzentrale melden.
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