Ein Gipfel-Erfolg für die Ukraine, eine heikle Frage für Berlin | ABC-Z

Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj haben bei ihrem Gipfel-Gespräch über ein Ende des Ukraine-Krieges keinen Durchbruch erzielt. Ein Erfolg war das Treffen trotzdem für die Ukraine. Der US-Präsident hat seine Versuche, Kiew mit Ultimaten und Drohungen unter Druck zu setzen, vorerst eingestellt. Er hört Selenskyj zu, er bindet auch die Europäer ein, er stellt weitere Verhandlungsrunden in Aussicht. Der ursprüngliche 28-Punkte-Friedensplan aus dem Weißen Haus ist in zentralen Punkten entschärft. Ein Erfolg Selenskyjs und ebenso der Europäer, die ihm demonstrativ den Rücken gestärkt haben.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der Erfolg Trumps ist es, dass überhaupt Bewegung in die Friedensbemühungen kommt. Wenn Unterhändler sich bald über die großen Streitfragen beugen, wissen allerdings alle Beteiligten: Die Waffen werden erst schweigen, wenn Wladimir Putin einlenkt. Es wäre deshalb geboten, dass Trump gemeinsam mit den Europäern parallel den Druck auf den Kremlherrscher erhöht. Trumps haarsträubende Behauptung, Putin meine es gut mit der Ukraine, lassen an einem solchen Kurswechsel zweifeln.
Christian Kerl, Korrespondent.
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Umso mehr kommt es auf die Europäer an. Sie müssen ihrerseits die militärische und wirtschaftliche Unterstützung der Ukraine aufrechterhalten und wo möglich verstärken. Für den Erfolg der weiteren Friedensgespräche muss Europa zugleich zügig jene Sicherheitsgarantien ausbuchstabieren, ohne die die Ukraine keinem Abkommen zustimmen kann. Damit liegt nun doch die Frage auf dem Tisch, ob sich auch Bundeswehrsoldaten an einer Friedenstruppe in der Ukraine beteiligen sollen. Die Bundesregierung hat sich vor der Antwort bislang gedrückt, sie muss sich jetzt schnell ehrlich machen.














