Expertin zur Trump-Rede: “Täuscht den Amerikanern falsche Tatsachen vor” | ABC-Z

US-Präsident Trump verschleiere, wie hoch der Einsatz der USA im Iran-Krieg wirklich sei, sagt Expertin Clüver-Ashbrook. In Nahost zögen die USA derzeit ein Aufgebot zusammen – obwohl sie den Krieg eigentlich schnell beenden müssten.
In seiner Rede zur Nation wurde US-Präsident Donald Trump wenig konkret, wenn es um den Krieg gegen Iran ging. Seinen Wählern soll der nämlich noch immer als eine “klinische Operation” verkauft werden, sagte Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver Ashbrook im Interview mit tagesschau24. Aber die Expertin betonte: “Er täuscht den Amerikanern falsche Tatsachen vor.”
Der US-Präsident mildere rhetorisch ab, dass der Schlag gegen Iran “doch mehr Einsatz der Amerikaner” bedeute. Schweres Gewerk und vor allem Soldaten würden derzeit in der Region zusammengezogen – als Drohkulisse, um Iran an den Verhandlungstisch zu drängen, so Clüver Ashbrook. Trump habe mitunter verschleiert, dass gerade ein großer US-Flugzeugträger den Hafen Norfolk verlassen hat.
“Große Glaubwürdigkeitslücke”
Dabei müssten die USA eigentlich möglichst schnell raus aus dem Krieg gegen Iran, sagte die Politikwissenschaftlerin – vor allem mit Blick auf die innenpolitischen Schwierigkeiten, die der Krieg einbringe. Die Ablehnung in der Bevölkerung, auch bei Trump-Anhängern, werde immer deutlicher. Auch Trumps Umfragewerte insgesamt würden sinken.
In seiner Rede ist es dem Präsidenten laut Clüver-Ashbrook allerdings nicht gelungen, die US-Bürger zu beruhigen. Es “klafft weiterhin eine große Glaubwürdigkeitslücke für die Amerikaner und tatsächlich die eigenen Wähler”. Denn seine Aussage, der Krieg sei “wichtig für Kinder und Enkelkinder”, begründete er Clüver Ashbrook zufolge nicht. Eine Gefahr für die Amerikaner sei nicht verdeutlicht geworden – weder durch Terroranschläge noch durch Beweise für ballistische Raketen, die die USA hätten treffen können.
Zur Person
Cathryn Clüver Ashbrook ist Leiterin des Future of Diplomacy Projects an der Harvard Universität. Die Deutsch-Amerikanerin ist Expertin für Außenpolitik und arbeitet für die Bertelsmann-Stiftung.





















